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Lord Borzi
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2,0
Veröffentlicht am 29. Dezember 2020
Gut gemachter Dokumentarfilm über drei weibliche Jugendliche in der Pubertät. Obwohl es öfters magische Momente gab (z.B. Treffen im Blumenfeld), konnte der Film über einige langweilige Passagen nicht hinwegtäuschen. Trotzdem ergab sich eine authentische Collage dreier Jugendlicher, deren Leben, Wünsche, Ziele und Hoffnungen gut dargestellt wurden. Positiv war auch, dass die Hintergründe der drei Mädchen aus Berlin/Kreuzberg grob skizziert wurden (Mutter allein erziehend etc.). Für mich als Hobbyfilmer war vor allem interessant, welche Stimmung man mit der richtigen Kameraeinstellung und einer geeigneten Musikauswahl erzeugen kann. In diesem Fall war es oft deutscher Gossen-Hip-Hop, der aber echt passend war. Einer der besseren Dokumentarfilme.
Allein die Aussage 'Ich bin aus Kreuzberg, Du Muschi!' macht noch lange keinen guten Film aus.
Sicher spiegelt diese Doku das Leben der 3 15jährigen Mädels gut wieder. Es ist einfach sehr interessant zu beobachten, in welchem freundschaftlichen Verhältnis die 3 zueinander stehen, und wie sie sich entwickeln. Da kommt zum Schluß doch schon eine Art Melancholie auf, wenn man merkt, dass sie nicht den gleichen Weg gehen werden. So lässt sich stellenweise doch die Reife der heranwachsenden Mädchen erkennen. Das macht den Film schon sehenswert.
Einzig die Dialoge von Klara und Tanutscha sind stellenweise sowas von grottig. Ok. Auch wenn man in Berlin, Hamburg, Stuttgart oder wo auch immer so redet. Aber dieses ganze Bitch, Türken, Story und Penisgelawer turnt ab. Wenn man als Beobachter mitbekommt, dass Klara mit 15 schon '30 Freunde' gehabt hat, weiss man stellenweise nicht, ob man die Figur einfach nur doof finden oder vielleicht sogar hassen soll. Dafür braucht man sich keinen Film aus Berlin anzuschauen. In jeder Grossstadt sieht man solche Mädels am Bahnhof. Und die erzählen genauso eine hirnlose Kacke.
Wenn dies Absicht war, hat es seine Wirkung nicht verfehlt. Ich habe mich auf jeden Fall mehrere x dabei ertappt, dass mir die Blödheit von Klara total auf den Sack gegangen ist, um es mal in ihrem Sprachjargon auszudrücken. Und Tanuscha mit ihrer ewigen Rumspuckerei nervt auch tierisch ab.
Wäre die Fäkalsprache gezielter und nicht so übertrieben eingesetzt worden und wäre diese dumme Klara nicht, hätte diese Doku 8 Punkte verdient.