Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Cursha
7.500 Follower
1.067 Kritiken
User folgen
3,0
Veröffentlicht am 11. Juli 2015
Die Handlung des Filmes ist eher langweilig, was aber den Film wenigsten ein wenig sehenswert macht sind die tollen Hauptdarsteller, allen voran Kate Winslet und David Kross.
[...] Auch für die zahlreichen Kenner des Buches ist die gefühlvolle Inszenierung von Stephen Daldry sehenswert. Der britische Regisseur läßt sich viel Zeit, um die Figuren und die Geschichte zu entwickeln, und wird der Komplexität der Romanvorlage durchaus gerecht. Keine geringe Leistung, die Handlungsebenen und die Fülle unterschiedlicher Themen, zwischen Liebe, historischer Schuld, persönlicher Scham und Vergebung auf zwei Stunden zu verdichten. [...] Nur bei der Maske erlaubt sich The Reader ein paar Schwächen. Wenn Hauptdarstellerin Hanna am Ende Jahrzehnte gealtert ist, sieht sie nicht aus wie eine alte Frau, sondern wie Kate Winslet mit zuviel Schminke.
Kate Winslet erhielt 2009 für ihre Darstellung der Hanna Schmitz endlich den ersehnten Oscar. Ich halte dies für berechtigt, denn ihr Schauspiel in diesem Film ist einzigartig und darf ruhig hoch gelobt werden. Was mich gestört hat, ist die Rolle, die sie verkörperte. Da ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich dies nicht mit der Romanvorlage vergleichen, aber im Großen und Ganzen geht es um eine Frau, die zum Tod von mehreren hundert Menschen beigetragen hat – und sich am meisten dafür schämt, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Michael Bergs Rolle in dieser Geschichte, verkörpert von den großartigen Schauspielern David Kross und Ralph Fiennes, kann man einerseits als die eines bedingungslos Liebenden interpretieren, andrerseits als naiven Idioten. Ich denke es war nicht der Sinn des Films, dass einem die Figuren sympathisch werden, aber mich hat es sehr gestört, dass ich keinerlei Sympathien aufbauen konnte.
Insgesamt tröpfelte der Film zwei Stunden lang vor sich hin, einen Spannungsbogen suchte ich vergebens. Der amerikanische, jüdische Kritiker Ron Rosenbaum schrieb, dies sei vermutlich der schlechteste Film, der je über den Holocaust gedreht wurde. Ganz so weit wurde ich nicht gehen, aber eine Oscarnominierung als Bester Film ist für mich nicht nachvollziehbar. "Der Vorleser" bleibt blass, ohne große Bilder, ohne mitreißende Emotionen, ohne Spannung und ohne Paukenschläge. Dass ich diesem Film letztlich noch zwei Sterne gebe hat der den ausgezeichneten Darstellern zu verdanken, die das schwache Drehbuch aber nicht mehr rausreißen konnten.
Der Film basiert auf dem Roman von Bernhard Schlink und wurde wunderbar verfilmt.
Zudem ist die Story des Streifens sehr ergreifend, mitreißend und auch dramatisch aufgrund des Geheimnisses, was auch alles nochmals die Hintergrundmusik verdeutlicht.
Auch sind die Schauspieler auf ganz hohem Niveau unterwegs und harmonieren hervorragend zusammen.
Das Buch "Der Vorleser" sollte man vor dem Anschauen des Filmes unbedingt lesen, damit man beim Film auch wirklich mitkommt und ihn verstehen kann.
Dies ist der einzige Kritikpunkt.
Ansonsten ist das Buch und der Film "Der Vorleser" wirklich hervorragend geschrieben und verfilmt.
Der Vorleser hat aus der mannigfaltigen Vorlage den Film gemacht, den man sich erhofft hat. Das dreigeteilte Buch, deren Abschnitte sich fast wie unterschiedliche Genre lesen, zu verfilmen ist eine Kunst für sich. Zuerst steht eine heimliche Liebesgeschichte im Mittelpunkt, dann eine moralische Holocaust-Studie und schließlich ein melancholisches Drama. Zentrum von allem ist die mehr als komplizierte Beziehung zwischen Michael und Hanna. Die besondere Kraft gelingt gerade durch die Distanz der beiden Protagonisten und die daraus entstehenden mannigfaltigen Gefühlswelten, die im Film schön herausgearbeitet werden. David Kross und Kate Winslet spielen super. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass die Nebenfiguren nur zur Reflektierung moralischer Konflikte dienen. Ralph Fiennes fällt da ein bisschen ab. Das liegt vielleicht aber auch an der eher geringen Leinwandzeit. Die Zeitsprünge im Film sind eher inkonsequent umgesetzt und stören ein wenig. Insgesamt ist "Der Vorleser" aber eine sehr gute Adaption des Buches, die sich auf das Wesentliche konzentriert, super gespielt ist und sowohl Kenner der Vorlage wie auch die, die diese nicht kennen einen sehr guten Film beschert.
Eine etwas betagtere Frau gibt einem fünfzehnjährigen Jungen Sexualkundeunterricht, während er ihr im Gegenzug Klassiker der Weltliteratur vorliest. Die Affäre, die sich zu einer Liebesbeziehung entwickelt, macht einen Grossteil des Filmes aus, ist lustlos erzählt und dementsprechend langweilig. Neben weiteren Lebensepisoden um die beiden Liebenden tangiert der Film Fragen nach Recht und Unrecht, Schuld und Sühne und moralischer Verantwortung. Die Themen werden allerdings nicht mehr als beiläufig erwähnt, so dass man keine besondere Lust bekommt, sich damit auseinanderzusetzen. Vielmehr fragt man sich, was überhaupt die Intention des Filmes war, abgesehen von eingangs erwähnter Handlung, für die der Titel des Films wiederum treffend ist. Eine meiner Zimmerpflanzen, die ich demnächst kastrieren lasse, meint, ich solle erwähnen, dass Kate Winslet nackt zu sehen ist. Ob das nun positiv oder negativ zu werten ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich führe den Film in der Sparte "Langweiler, Valium und Faultiere" mit dem Vermerk "Bruno Ganz", da ich den Typen nicht leiden kann.
Die Filmstarts-Kritik ist ein wenig zu hart. Nur weil der Film quasi 1:1 mit dem Buch übereinstimmt, muss man das doch nicht gleich als Kritikpunkt werten? Es macht den Film zumindest nicht schlechter. Die Eigenständigkeit des Films wurde imho schon dadurch teilweise erzeugt, als das mit Kate Winslet eine hübsche Schauspielerin der im Buch als eher hässlich beschriebenen Hanna ihr Gesicht leiht. Dadurch kann man die Brücke schlagen: Ok, wir sehen es alles aus den Augen von Michael. - Das Buch habe ich damals nur teilweise gelesen, konnte mich an die Handlung noch grob erinnern. Ich fand es soweit ok. Der Film bleibt an der Oberfläche all dieser Themen, ich weiß nicht mehr wie es genau im Buch war. Klar, da hätte mehr kommen können. So ist der Film aber definitv nicht schlecht und durchaus sehenswert. Die Darsteller machen einen guten Job, auch Ralph Fiennes ist nicht so schlecht geraten.
Nur in Teilen gutes Drama, welches die Gefühle und Schwächen seiner Protagonisten thematisiert, und dabei angenehmerweise nicht immer zwingend Kausalität zwischen allen Handlungssträngen und Themen bewahren will, sondern sicher zwischen tristem Realismus und romantischer Jugendstimmung wechselt. Unglücklicherweise schließt der Film diese offene Handlungsanordnung zum Ende hin weitestgehend, pocht auf eine Zusammenführung des erotischen Dramas mit den politischen und den coming-of-age Komponenten. Auf diese Weise entsteht eine am Ende völlig krude Geschichte mit einer seltsam mitleidigen Darstellung der Analphabetentums und des Gefängnisaufenthalts der Nazi-Täterin Hanna.
Literaturverfilmungen ziehen meistens gegenüber ihrer schriftlichen Form den kürzeren. Oftmals scheitet es daran, dass das Werk zu komplex ist oder die Geschichte einfach wild verändert wird ( Imperium der Wölfe sollte man hier beispielsweise erwähnen) Auch „Der Vorleser“ kommt nicht an die Qualität des Originals von Bernhard Schlink heran. Die vielen Gedanken des Protagonisten können auf der Leinwand natürlich nicht explizit dargestellt werden. Dennoch bin ich positiv überrascht. Der Film hält sich so gut wie möglich an die Vorlage, schafft es aber dennoch nicht langatmig und detailverliebt zu wirken. So erzählt Daldry (Billy Eliot) eine ruhige Geschichte die ohne großen Aktionismus daherkommt, um mehr von der emotionalen Seite zu kommen. Sehr gut fängt er die Emotionen der Schauspieler (besonders Kate Winslet und Ralph Finnes) ein und kreiert so ein gut gespieltes Drama. Der Film geht behutsam mit dem Thema Nationalsozialismus um. Eine andere Art mit dem Erlebten fertig zu werden (das hat mich auch an dem Buch so fasziniert). Die schauspielerische Leistung von Kate Winslet ist wirklich außergewöhnlich. Sie zeigt so viele Facetten in ihrem, immer älter werdenden, Gesicht das es einfach ein Genuss ist ihr zu zuschauen. Auch Ralph Finnes macht seine Sache ausgezeichnet auch wenn er weniger Spielzeit hat. Einzig David Kross überzeugt nicht wirklich. Er bemüht sich zwar ansehnlich, schafft es aber nicht eine emotionale Bindung zum Zuschauer aufzubauen. Seine Gesichtszüge ändern sich sehr selten. Der Rest der Besetzung (vor allem großartige deutsche Schauspieler wie Ganz, Herfurth oder Herzsprung) leistet überzeugende Arbeit. Alles in allem ein guter Film der ruhig daherkommt und grade deswegen sehr angenehm zu schauen ist. Gutes Drama mit einer brillanten Kate Winslet.
Lange hat ein Film mir die Luft nicht mehr so sehr genommen wie dieser. Unzählig viele moralische Fragen werden aufgeworfen, welche unmittelbar zum nachdenken anregen. Es ist nahezu unerträglich einigen Ausführungen zu folgen. Der erste Teil des Films erhält durch eine interessante Mischung aus Leidenschaft, innerlichen Konflikten, Charakterdarstellung und Dramatik einen grandiosen Spannungsbogen. Leider fiel die perfekt aufgebaute Story in der zweiten Hälfte in sich zusammen und verlor den bis dahin ergreifend erzeugten Tiefgang. Als großen Kritikpunkt sehe ich vor allem, dass die Ausmaße der getroffenen Entscheidungen und Ansichten nicht weiter beleuchtet und das Gesamturteil nicht in Frage gestellt bzw. diskutiert wurde. Die Entwicklung der Charaktere erfolgte nur noch sehr oberflächlich. Dadurch wurde die folgende Handlung meiner Ansicht nach in vielen Aspekten unglaubwürdig, flach und langatmig. Schade das hier so viel Potential verschenkt wurde.