“Tanz der Vampire” ist ein Film, der mich als Kind schwerst traumatisiert hat. Damals konnte ich den komödiantischen Anteil nicht sehen, sondern nur den gruseligen Anteil und das war für mich damals (keine Ahnung, wie alt ich da war, aber vielleicht so 8 oder 9?) ziemlich heftig. Die ganze Atmosphäre und diese schaurigen choralen Gesänge dazu. Und am meisten verstört hat mich die Szene im Ballsaal, wenn die Protagonisten vor dem Spiegel stehen und nur die drei zu sehen sind, die Vampire haben ja kein Spiegelbild... Ich konnte wochenlang nicht schlafen...
Okay, jetzt, 45 Jahre später erkenne ich durchaus den humoristischen Anteil in dem Film (wobei der für mich meistens nicht so gut funktioniert), der Grusel-Anteil ist dafür nur noch ganz schwach sichtbar. Diese gruseligen Chöre finde ich noch immer sehr beängstigend, dazu diese stille, verschneite Landschaft ... schaurig! Die Vampire selbst sind eigentlich nur albern, vor allem in den spackigen Rokoko-Klamotten, gruselig sind die gar nicht.
Was bleibt also am Ende mit mehreren Jahrzehnten Differenz? Eigentlich nicht viel. Wenig bis gar kein Grusel (okay, die Musik, ja!), alberner Klamauk, der als kultiger Spaß verstanden werden will und eine stimmige Szenerie. Das reicht kaum für mehr als 5 Punkte in der Gesamtwertung. Aufgrund meiner persönlichen Kindheitserfahrungen mit diesem Film werte ich noch um einen Punkt auf. Das kultige Meisterwerk, das so viele hier feiern, kann ich jedoch nicht erkennen.