Dieser Film hielt neben einigen erfüllten Erwartungen (wie . Johnny Depp + Tim Burton = toller Film) auch mindestens drei sehr heftige Überraschungen für mich bereitgehalten.
Die erste und heftigste ist die, dass ich niemals erwartet hätte, eine meiner alten Wrestling-Ikonen (George “the Animal” Steele) einmal in einem Spielfilm zu sehen. Aber die Rolle des irren Tor Johnson ist wie für in gemacht, vielleicht wurde die Rolle genau für ihn geschrieben? Als zweite Überraschung – und mindestes genauso heftig – kam Martin Landau, mein Commander John Koenig aus “Mondbasis Alpha 1” (MEINE Jugendserie!!!) als alternder Bela Lugosi daher, wie geil ist das denn??? Und Landau spielt diese Rolle so dermaßen over the top, dass es eine wahre Freude ist. Seine Performance ist einfach überragend, er dominiert sachlichtweg jede Szene, in der er auftritt und ist zu Recht mit einem Oscar bedacht worden. Und dann als drittes habe ich den großartigen Vincent d’Onofrio als Orson Welles gesehen, was auch einfach nur cool war!
Aber wie auch immer, der Film selbst ist auch ziemlich gut. Tatsächlich war mir der Name Ed Wood bisher gar nicht bekannt. Als Biopic angelegt, beleuchtet er dennoch nur einen überschaubaren Zeitraum des Regisseurs Ed Wood, der den fürchterlichen Titel “schlechtester Regisseur aller Zeiten” bekommen hat. Aber Johnny Depp spielt diesen so souverän und unbeirrbar, er bleibt einfach bei seiner Vision, Filme machen zu wollen und lässt sich dabei durch nichts und niemanden aufhalten. Es ist eine wahre Freude (aber irgendwie auch immer mit einem leichten tragischen Moment), ihn durch seine Irrungen und Wirrungen zu begleiten. Dabei lässt Regisseur Tim Burton (wer sonst hätte so einen Film machen können?) auch immer mal wieder Zeit für das Privatleben des Protagonisten, seine Obsession für Frauenkleidung wird nicht lächerlich, sondern herrlich organisch in die Geschichte eingewoben und auch im weiteren Verlauf immer mal wieder auf eine wunderbare, natürliche und niemals komisch wirkende Art thematisiert, das ist schon sehenswert. Dass da einige biografische Details nicht immer korrekt sind, mag man da gerne verzeihen. Und dass der komplette Film in schwarz-weiß gedreht ist, ist nicht nur ein billiger Gimmick, sondern essenziel wichtig für das Ambiente des Films.
FAZIT: Großartiges und sehr unterhaltsames Biopic über eine wahrlich beeindruckende Persönlichkeit der Filmgeschichte. Ein großartiges Schauspielerensemble, in dem vor allem Martin Landau und Johnny Depp dominieren, trägt den wunderbar tragikomischen Film über fast 2 Stunden Laufzeit. Sehenswert!