Wow! Was für ein Film! Der rangiert ja mit seinen noch nichtmal Dollar Produktionskosten schonn nicht mehr unter den LowBudget- sondern den NoBudget-Produktionen. Aber was dafür hier rausgeholt wird, ist absolut beachtlich und kann sich vor allem handwerklich auch mit den Großen messen!
Interessant ist vor allem die Dreiteilung in drei "Transmissionen", jede dieser Episoden wurde von einem anderen Regisseur inszeniert. Somit ist auch der Tonfall bei allen drei Teilen sehr unterschiedlich. Im ersten Drittel bekommen wir eine ziemlich dicht inszenierte apokalyptische Grundstimmung mit einer aufgregenden und adrenalintreibenden Verfolgungsjagd.
Der zweite Teil schlägt dann eine grundsätzlich andere Richtung ein, hier wird es jetzt komödiantisch, dabei wechselt der Humor ständig zwischen intelligent-subtil, haarsträubend-abstrus und peinlich-albern. Mir hat dieser Mittelteil allerdings am besten gefallen, die manche Gags sind so komplett balla-balla (Lewis und Clark - ich lach jetzt immer noch!!!) und in krassem Kontrast zu dem ersten Teil, dass es einfach nur ein Riesen-Spaß ist!
Der dritte Teil ist meiner Meinung nach der schwächste und siedelt sich irgendwie so zwischen dem ernsten ersten und irren zweiten Teil an, wobei auch hier einige sehr, sehr abgedrehte Ideen mit einfließen, ein Gespräch mit einem abgetrennten Kopf . oder ein mit einem Akkuschrauber an die Wand geschraubter Unterarm...
Bei all diesem Wahnsinn verfolgt der Film aber durchaus eine gemeinsame Geschichte und ist lange nicht so abstrus oder verwirrt, wie manche Kommentare hier vermuten lassen. Man muss sich aber natürlich schon etwas auf diese durchgeknallte Aneinanderreihung von Ereignissen einlassen können, das ist sicher nicht jedermanns Sache. Insbesondere, dass hier so mancher Totgeglaubter auchb mehrfach wieder aufersteht ist schon hart an der Grenze zum Slapstick, aber um Realismus geht es doch hier sowieso nicht, wer das erwartet, sitzt definitiv im falschen Film! Aber gerade der Schluss bietet dann nochmal einen krassen WTF-Moment, der einiges an Interpretationsspielraum lässt - stark!
Aber noch einmal: Bei allem Wahnwitz punktet der Film ziemlich stark in den handwerklichen Kategorien: der etwas körnige DV-Look passt wunderbar zur Story, die Kamera bleibt erstaunlich konventionell, aber funktional, der Schnitt ist dem Erzähltempo angepasst bedächtig bis hektisch. Der Gewaltgrad ist ziemlich hoch, eine FSK18 erscheint durchaus gerechtfertigt, wenngleich viel der Action auch im Off stattfindet, was aber dem ganzen eine zusätzliche, bedrohliche Ebene einbringt. Die Effekte, die aber gezeigt werden sind sehr ansehnlich und können sich auf jeden Fall mit den teuren BigBudget-Produktionen vergleichen. Und dafür, dass all das mit nurt Dollar möglich war, allein das macht den Film schon sehenswert!
FAZIT: Ziemlich überdrehte Episodengeschichte mit drei kleinen Geschichtchen, die sowohl in Qualität als auch ind Erzählton sehr unterschiedlich sind, am Ende aber auf ein gemeinsames Ziel sehr konsequent zulaufen. Wer auf ein kleines bisschen Wahnsinn (oder auch etwas mehr!) in Kombination mit einer starken handwerklichen Inszenierung steht und auch von roher Gewalt nicht abgeschreckt wird, kann hier sicherlich eine Menge Spaß haben. Wer jedoch klares Mainstream-Kino mit einer geradlinig erzählten Geschichte erwartet, das zudem noch ein Mindestmaß an Realismus erfüllen soll, darf gerne weiterzappen.