Meine Erwartungen waren schon gering, als ich die Vorschau zum ersten Mal sah. Nach den schlechten Kritiken sanken meine Erwartungen nochmal ein gutes Stück. Als der Film dann anfing war ich allerdings recht positiv überrascht. Der Film war spannend und die allgemeine Umsetzung sehr gut gelungen. Da dachte ich dann, dass der Film vielleicht doch besser werden würde, als erwartet. Leider täuschte ich mich da.
--- SPOILER ANFANG ---
Gut, Vater-Sohn-Konflikte hat der Emmerich schon mindestens zweimal gebracht (Independence Day, The Day After Tomorrow). Nur diesmal viel flacher als sonst. Der Junge bock halt rum, bis er plötzlich den eigenen Vater wieder mag. Warum das so ist, kann man sich zwar denken, aber hier wird Story-Potenzial verschenkt und davon hat der Film nun wirklich nicht viel.
Die Action-Szenen: Oh Mann! Die wilde Flucht im Auto vor/in der auseinanderbrechenden Stadt ist dermaßen lächerlich! Am Anfang fällt das noch nicht mal so auf, aber es wird immer absurder und absurder, bis die ganze Spannung an einem abfällt - denen kann ja eh nix passieren. Das ist so plump, blöd und billig gemacht. Da hilft es auch nichts, das Gehirn abzuschalten. Man muss es dafür schon in den Rückwärtsgang schalten.
Die anderen Action-Sequenzen sind nicht gerade besser: Der Supervulkan explodiert, aber das olle Wohnmobil (und kurz darauf ein kleiner Flieger) fährt (fliegt) mal kurz der Druckwelle davon. Den Augenzeugen der Explosion fegt es kurz von den Beinen, aber der steht wieder auf und bewundert die Feuersäule. Hallo? So ne Explosion hat die Kraft von tausenden Atombomben - das dürfte jeder schonmal gehört haben. Bloß dem Emmerich hat das wohl keiner gesagt...
Die Arche auf Kollissionskurs mit dem Berg ist auch sowas, worüber man sich nur aufregen könnte. Alle haben Angst, weil das Schiff den Aufprall nicht überstehen würde. Ein paar Hundert Meter vor dem Aufprall wird der Rückwärtsgang eingelegt - und das klappt! Trägheit, was ist das?
--- SPOILER ENDE---
Die Story ist ausgelutsch, wurde schon zigmal gezeigt (zweimal von Emmerich selbst). Die Action-Szenen sind größtenteils lächerlich und haben nicht mal einen Anflug von Realismus. Die Effekte wirken zwar ganz gut, hauen einen aber auch nicht vom Hocker und wer die Vorschau gesehen hat, für den gibt es eh nichts neues zu sehen.
Vor seinem nächsten Katastrophenfilm (da kollabiert dann am besten gleich das ganze Sonnensystem) sollte der Roland ein paar Stunden in Physik nehmen, oder ein paar Dollar in gute (!) Drehbuchautoren stecken. Schade, dass der es verpasst hat, den Stoff (wer kennt die Mayas schon großartig?) interessant zu verpacken. Er blieb bei einer unterdurchschnittlichen Story, verpaart das mit lächerlichen Action-Szenen, aber guten Effekten. Zwischenmenschlich geschieht auch nicht so irre viel. Und das trotz der langen Laufzeit.
Fazit: Wer auf Effekte steht, sollte sich diesen Film im Kino anschauen. Im Fernseher dürfte nicht mal mehr das wirken. Den Film muss man aber absolut nicht gesehen haben. Am besten, man schaut, wann der Eintritt im heimischen Kino besonders günstig ist und geht dann. Sonst ärgert man sich über den viel zu hohen Preis.