2012
Durchschnitts-Wertung
2,7
1262 Wertungen

74 User-Kritiken

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KritischUnabhängig
KritischUnabhängig

110 Follower 216 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 12. März 2010
Zuerst möchte etwas zu den anderen Kritiken sagen: Sowohl die Pressekritiken als auch die der Leser umfassen die komplette Bewertungsskala von 1 bis 10, was man nicht so oft erlebt. Angesichts der jetzt schon 130 vorhandenen Kritiken und der 3,0 Mio Kinobesucher kann man sagen, dass der Film viele Leute erreicht und bewegt. Also hat der Film schon sein Ziel irgendwo erreicht...

Nur kann ich besten Willens nicht verstehen, wie Leute dem Film eine 1/10 oder eine 10/10 geben können. Beides sind Extrembewertungen, denen es an jeglicher Objektivität mangelt.



Nun versuch ich mich mal an einer möglichst objektiven Bewertung: Der Film steigt für mich etwas zu schnell in die Thematik ein. Der Maya-Kalender wird nur als Steigbügelhalter für die weitere Story benutzt. Eben so als ob man irgendwie einen Grund für alles später kommende haben muss. Auch die physikalisch unrealistische Erklärung, dass Neutrinos den Erdkern dermaßen erhitzen, macht es nicht besser. Zwar wechselwirken Neutrinos tatsächlich mit dem Erdkern und möglicherweise führt dies sogar dazu, dass die Erde, wie man beobachtet, jährlich im Radius um 20 cm wächst und daher die Erdrotation abnimmt (also ein Tag jedes Jahr um einige Zehntelsekunden länger dauert) und die Kontinentalplatten mit einer Geschwindigkeit von paar Centimetern pro Jahr driften, aber kann eine erhöhte Sonnenaktivität (die seit Anbeginn der Zeit zyklisch variiert) und damit auch ein höherer Neutrinofluss Richtung Erde innerhalb von 3 Jahren nicht solche Folgen haben!!! Die Hintergrundstory ist deshalb schon dürftig und pseudowissenschaftlich (aber nicht so schlimm wie bei "The Core"^^). Man hätte sich ruhig am Maya-Kalender orientieren können, dann aber doch mit mehr Tiefgang.



Nach dieser Sequenz werden einige der Hauptcharaktere des Films dargestellt. Dreh- und Angelpunkt ist zum einen Jackson Curtis (John Cusack), der mit seinen beiden Kindern, seiner Ex-Frau und deren neuem Ehemann mitten im Chaos steckt und zum anderen Adrian Helmsley, der als wisseschaftlicher Berater und Mitentdecker der Veränderungen im Erdkern im Weißen Haus aktiv ist und auch die "Rettung der Menschheit" organisiert. Man hat so gesehen zwei Handlungsstränge, die am Ende zusammengefügt werden. Die schauspielerische Leistung Cusacks ist ansprechend und wertet den Film vor allem zu Beginn sehr auf. Die Person Helmsley ist auch sehr gut getroffen. Die anderen Charaktere werden ordentlich geschauspielert (die "komödiantischen" Szenen sind eher grenzwertig, was den Humor betrifft). Die zwischenmenschlichen Beziehungen im Film sind natürlich sehr oberflächlich. Später geht der neue Ehemann drauf, und die ehemals Verheiraten sind dann wieder zusammen (inkl. Kussszene). Das geht zu schnell und ist fehl am Platz. Auch wird später im Film ein russischer Milliardär samt Kinder eingeführt. Die Darstellung der Russen ist typisch amerikanisch. Die Russen werden mehr oder weniger zu Trotteln degradiert. Belustigend wirkt es vll. für das einfach gestrickte amerikanische Publikum, doch hier zu Lande fällt das eher negativ auf.



Die Veränderungen im Erdkern, die zu Vulkanausbrüchen, Verschiebungen der Kontinentalplatten und Tsunamis führen, werden effektvoll visualisiert und vertont. Hier kann man nicht meckern! Eine bessere Darstellung sucht man vergeblich in bisherigen Filmen. Eindeutig technisch und optisch ein vorläufiger Höhepunkt der (Katastrophen-)Filmgeschichte! Da ich den Film im Kino sah, wirken die Effekte besonders stark, vor dem TV beeindruckt das möglicherweise weniger und kann dann zu einer schlechteren Gesamtbewertung führen.



2012 hat Überlänge, was unnötig ist. Nach spannenden 130 Minuten plätschert der Film dann etwas vor sich hin, und man wartet schon langsam auf das Ende (das natürlich typisch Emmerich ist). Die Szenen in der Hydraulikkammer der Arche wirken langwierig und wirklich unnötig. Den kompletten Teil hätte man sich sparen können (und damit verbunden auch den Tod des neuen Ehemannes). Gestört haben mich auch einige Szenen, die sich quasi wiederholt haben. Da wären die Flugzeugszenen. Die erste Szene mit dem Sportflugzeug war beeindruckend, wurde dann aber in ähnlicher Form (bei Ausbruch des Supervulkans) praktisch wiederholt. Später das gleiche nochmal mit der Antonow 500. Hier besteht auch Kürzungspotenzial. Alles in allem könnte man sicher 30 Minuten kürzen, und dabei versuchen zu Beginn die Hintergrundstory auszubauen. Würde man dann noch eine etwas bessere Charakterzeichnung hinkriegen, wäre ein oscarverdächtiger Film herausgesprungen. So jedoch handelt es sich "nur" um einen insgesamt soliden Film. Wer bisher Gefallen an Emmerich- oder Katatrophenfilmen gefunden hat, wird auch hier auf seine Kosten kommen (vor allem im Kino). Alle anderen sollten nicht zu hohe Erwartungen mitbringen oder ganz auf den Film zu verzichten.
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Was soll ich sagen?

Roland Emmerich hat es schon mal besser hinbekommen aber auch schon schlechter. 2012 ist ein Film der wirklich im Guten Durchschnitt liegt. Das wiederum hat der Film aber auch nur seinen atemberaubenden Infernos auf der Kinoleinwand zu verdanken. Ansonsten ist es leider ein nullachtfünfzehn Film.



Es wird alles in Schutt und Asche gelegt und man muss auch stauen, doch dann sofort wieder lachen. Denn was bleibt einen anderes übrig wenn auf einmal ein riesen Donut über die Kinoleinwand rollt. Auch die rasante Aufofahrt, erst staunen, und dann wurde es immer skurriller so das ich mir schon dachte ob da nicht vielleicht Paul Walker aus "the fast an furious" am Steuer sitzt. Auf jeden Fall war es anhand der Bilder ein Kinoerlebnis der Extraklasse.



Wer allerdings versucht mit zu denken und alles nachzuvollziehen, der sollte sein Gehirn ausschalten, nicht alles ist logisch. Der Gedanke die Menschheit zu retten ist wirklich nobel und ich finde diesen Gedanken als Zuschauer auch immer wieder toll, dennoch ist es nichts neues und es mangelt an einer guten Umsetzung. Und das obwohl der Film nicht gerade kurz ist.



Zu den Schauspielern. Sie sind okay, ginge bestmmt besser. Aber ich glaube es ist gar nicht so einfach in einem Film mit zu spielen wo man wahrscheinlch so gut wie keine Kulisse hat. Ansonsten sind sie nicht schlecht aber auch nicht gut. Reicht aus, sollte es aber nicht für solch einen Film.



Mein Fazit: Man kann sich den Film definitiv im Kino anschauen. Die Bilder sind echt grandios. Wahrscheinlich das spektakulärste was ich im Kino gesehen habe. Dennoch ist es kein Film der genügend Niveau bietet das ich mir den Film auf DVD kaufen müsste.
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Zum Glück ist es nicht das Desaster geworden, dass 10.000 B.C. war. Leider ist er auch nur halb so unterhaltsam wie z.B Independence Day. Warum? Der Film nimmt sich in manchen Situationen einfach viel zu ernst... Dafür ist er aber einfach zu übertrieben! Also bitte, eine Limusine muss bei so einem Spektakel nun wirklich nicht auch noch durch ein einstürzendes Gebäude rasen, um dann aus dem Fenster auf der anderen Seite wieder auf die Straße zu springen. Naja ich werd den Film hier aber nicht zerfetzen, da er handwerklich eig. sehr gut gemacht wurde... Bombastisches Effektkino eben, dafür bin ich ja rein. Wie Emmerich(oder die PC-Künstler) die Städte auseinander legt ist schon sehr beeindruckend. Dafür gibt es wirklich 10 Punkte, aber die stereotypen Darsteller und diese hirnlosen Teile vom Film, wo die Leute wirklich aussichtslose Situationen problemlos überleben.. Das ist mir einfach zu viel des Guten. Ich musste einfach an vielen Stellen mit meinen Leuten schon fast herzhaft lachen, obwohl die Situation eig. eine traurige war. Da merkt man, dass es Emmerich emotional an Fingerspitzengefühl fehlt.(das war aber schon immer so)



Dass der Film ein Blockbuster wird gönn ich ihm auch, ich hatte unterhaltsame 2Stunden Non-Stop-No-Brain-Action und nicht mehr.
aliman91
aliman91

11 Follower 39 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 12. März 2010
Der Film war eigentlich fast genauso wie ich iohn mir vorgestellt habe. Verdammt gute Effekte die man sich unbedingt im Kino geben muss und ein paar gute gags. Aber viel mehr war nicht dahinter.
In der 2. Hälfte hatte der Film kommt mir vor etwas weniger Schwung. Es kam kaum Stimmung auf weil kaum eine Katastrophen-Szene länger als eine Minute gedauert hat, und der Film dadurch keine Fahrt aufnam.
Harry
Harry

4 Follower 17 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 12. März 2010
Das hätte ein wirklich guter Film werden können, denn die Verwüstungen sind grandios in Szene gesetzt.

Der Rest ist derart bieder und unfreiwillig komisch geraten, dass es wirklich schon ein Ärgernis ist.

Die Helden der Geschichte entgehen dem Tod ständig auf unglaublich aberwitzige Weise, dass dabei keine Spannung aufkommt, sondern schallendes Gelächter.



Warum ist es nicht möglich, bei einem derartigem Budget von mehr als 200 Millionen Dollar, eine knackige Rahmenhandlung schreiben zu lassen? Für sowas gibt es doch Profis!

Küchenpsychologie auf Vorschulniveau auf eindimensionale Figuren angewendet, deren Schicksal dem Zuschauer schon nach ein paar Minuten völlig egal ist.



Der Herr Emmerich möchte vermutlich mit aller Macht als B-Movie Blockbusterkönig in Erinnerung bleiben.

Anders kann ich es mir nicht erklären, dass diese wirklich schönen Zerstörungsszenarien mit Charakteren vermischt werden, die einer drittklassigen Seifenoper entsprungen scheinen.



Was den Film zum Ärgernis macht, sind nicht die Slapstickeinlagen, wenn die Helden zum hundertsten Male dem Tod nur haarscharf entrinnen, nein, es ist die säuerliche Moral, die mit dem Film transportiert wird.



--Kleiner Spoiler--

Da findet eine kaputte Familie wieder zusammen, nachdem Papas Nebenbuhler tot ist (und keiner weint ihm auch nur eine Träne nach)...da überwindet ein Gör seine nächtliche Inkontinenz, obwohl die Ereignisse im Film reichen würden, damit sogar ich mich einpinkele...und zwar rund um die Uhr!

Zuletzt werden auch noch eine untreue Frau und ihr Liebhaber von den Autoren "gerichtet". Die Frau ertrinkt vollkommen unerklärlich zwischen zwei Schots...obwohl in den beiden Kammern links und rechts Leute problemlos überleben.

--Spoiler Ende--



Meiner Meinung nach wird Roland Emmerich niemals wieder einen brauchbaren Blockbuster bringen.

In früheren Filmen waren die Figuren der Rahmenhandlung zwar oft schon recht blass und schlicht gestrickt, aber inzwischen sind die so schlecht gemacht, dass man eigentlich auch anfangen könnte, beschriftete Pappfiguren durch´s Filmset tragen zu lassen.

"Nerviges Kind", "Untreue Frau", "Komplexbeladener Held" etc.

Das käme auf´s Gleiche raus.

Schade drum...der Film hätte echt gut werden können....
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Ich bin mit der Erwartung ins Kino gegangen einen Film mit imposanten und überweltigenden Bildern geliefert zu bekommen.



Und genau das liefert der Film, die Flucht aus der genial inzenierten untergehenden

Metropole gehört zu den Momenten in diesem Film, die ich nie vergessen werden. Gänsehaut pur!!!!

Da fällt einfach alles um, so viel hat man noch nie gesehen.



Es ist einfach unbeschreiblich wie viel in diesen Minuten des Films um der kleinen Gruppe herum passiert.

Auch die anderen bildgewalten Abschnitte des Films können sich sehen lassen.Feuer,Wasser alles kommt zum Zug und sieht einfach nur beängstigend aus.



Abseits der Bildgewalt gehört das Gerüst des Films eher zum Alltag.Das hat man alles schon gesehen, es kommt einen bekannt vor und ist vorhersehbar.



Aber das macht meiner Meinung nach nichts,auch wenn einige Dialoge recht seichte sind,wenig Spannung aufkommt und einige Abschnitte überflüssig wirken,dieser Film unterhält allein schon durch die Bildgewalt.

Und mehr verlange ich von solchen Filmen nicht, dafür gibs andere.



BTW: Ich finde auch 10000BC im Gegensatz zu viele hier gut^^

Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Storymäßig stelle ich ja na Roland Emmerich-Filme keine großen Ansprüche mehr, aber 2012 hat selbst das noch einmal unterboten. Die Dialoge und Handlung sind schlichtweg idiotisch und vorhersehbar.

Die Effekte sehen zwar beeindruckend aus, aber man siehr meiner Meinung nach zu jeder Zeit das diese aus dem Computer kommen. Ausserdem hat man solche Effekte in den vorangegangenen Filmen des Schwaben gesehen. Nur schickt er diesmal die Welt fast komplett über die Wupper und das noch nicht mal besonders gut.



Fazit: Das Geld kann man sich sparen!
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 12. März 2010
Aber der 2012 hat mir sehr sehr gut gefallen. Super spannend und unterhaltsam bis zur letzen Minuten. Lediglich die Musik ist 08/15 und man sieht, dass er digital mit der Panavision Genesis gedreht wurde.
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Ein Schwabe auf Wiedergutmachungskurs: während der VfB Stuttgart nach guten Leistungen in der letzten Saison nach dem ersten Drittel der aktuellen Bundesligarunde und zum Zeitpunkt des Kinostarts von „2012“ auf einem ziemlich unbefriedigenden 15. Platz dahindümpelt, meldet sich Roland Emmerich nach dem Fast-Abstieg mit „10.000 B.C.“ (2008) mit einem Katastrophenkracher zurück, der ihn sofort wieder in die Champions League katapultieren soll. So, wie erfolglose Fußballmannschaften sich auf die Grundtugenden des Sportes berufen, um wieder in die Spur zu finden, kehrt auch Emmerich zu dem zurück, was ihn ausgezeichnet und beliebt gemacht hat, nämlich übergroßen Weltuntergangsszenarien. Nach Riesen-Raumschiffen („Independence Day“, 1996), Riesen-Echsen („Godzilla“, 1998) und Riesen-Wellen, -Stürmen und -Eismassen („The Day After Tomorrow“, 2004), die wahlweise Städte, noch mehr Städte, oder die halbe Welt zerstören, darf es nun bei „2012“ noch ein bißchen mehr sein.

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Im Jahr 2009 entdecken die Wissenschaftler Dr. Satnam Tsurutani und Dr. Adrian Helmsley die nahende Apokalypse: durch heftige Sonneneruptionen und Neutronenstrahlung wird sich der Erdkern erhitzen und bis zum Jahr 2012 die Erdkruste schmelzen und der gesamte Planet im Zuge der auftretenden Katastrophen, wie Mega-Erdbeben und kilometerhohen Überflütungen, kollabieren. Die Regierung ergreift Maßnahmen zur Rettung der reichen und intellektuellen Elite, riesige Archen werden gebaut, der nahende Weltuntergang aber vor der Bevölkerung zunächst verschwiegen. Währenddessen begibt sich der bemühte, aber nicht gerade von Erfolgen verfolgte Romanautor und Aushilfschauffeur Jackson Curtis mit seinen Kindern auf einen Campingausflug in den Yellowstone-Nationalpark - dummerweise beginnt wenig später die Welt auseinander zu brechen und Curtis unternimmt den verzweifelten Versuch, mit seiner Familie die rettenden Schiffe zu erreichen...

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Emmerichs Aussage, er habe nicht zwingend einen weiteren Katastrophenfilm machen wollen, hätte diese „Story“ aber unbedingt verfilmen müssen, kommt natürlich irgendwie dem Verhungernden in der Einöde gleich, der meint, er vertilge die rohe Ratte ihres ausgezeichneten Geschmacks wegen. „2012“ ist im Rahmen des Master of Disaster-Images, mit welchem der Regisseur gebrandmarkt ist, selbstverständlich erst einmal nichts anderes, als ein klar durchkalkuliertes Projekt, das aus allen möglichen, aber ganz sicher nicht aus storytechnischen Gründen unbedingt erzählt werden musste. Aber ist dieser „2012“ nun bloß ein weiterer Schaulauf der Stärken seines Machers, eben nur in noch GRÖßER, oder ist Emmerich hier auch ein erzählerischer, ein inszenatorischer Sprung nach vorne geglückt?

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Nein, und zwar nicht mal a bissle. „2012“ beginnt mit der Entdeckung der gestiegenen Temperaturen des Erdkerns durch den Wissenschaftler Dr. Satnam Tsurutani, der seinem Kollegen Dr. Adrian Helmsley in einer Kupfermine in Indien das Ausmaß der nahenden und unausweichlichen Katastrophe klar macht. Samt dem obligatorischen Regierungbeamten, der sich erst zu wichtig ist, um mit dem hereinstürmenden Wissenschaftler zu reden und schließlich nach erhaltener Nachricht schockiert dreinschaut, ist das Szenario vom Fleck weg austauschbar, entdeckt doch immer irgendwo irgendwer irgendwas, wovon irgendwie erstmal keiner wissen will, nur um dann irgendwann den Präsidenten der Vereinigten Staaten benachtrichtigen zu müssen. Chiwetel Ejiofor ist als Helmsley fraglos eine der positiven Erscheinungen des Films und dennoch sträubt sich alles dagegen, diesem ewig gleichen Ablauf zu folgen, der Erklärung für die kommenden Ereignisse zu lauschen, man will sie verdammt nochmal einfach passieren sehen, statt dieser völlig variationslos aufbereiteten Präsentation zu folgen.

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Doch es dauert, bis „2012“ in die Vollen geht, zunächst wird mit Jackson Curtis der Held eingeführt. Man ist es von Emmerich gewohnt, dass er für die Hauptrollen eher Stars aus der zweiten Reihe auswählt, die den Blick nicht zu allererst auf sich als Person lenken. Mit John Cusack ist ihm da genau der richtige vor die Kamera geraten. Der sympathische Dackelblickler hat mit „Con Air“ (1997) erst einen einzigen waschechten Blockbuster in der Vita stehen und glänzt ansonsten lieber in kleinen, anspruchsvollen bis schrägen Produktionen. Ihm ist ein Millionenpublikum durchaus zu gönnen, begeistern können wird sein Jackson Curtis es allerdings nicht. Denn auch er ist als Charakter so austauschbar, wie die Henne in der Legebatterie. Mit nicht mal fünfhundert verkauften Exemplaren seines Buches als Autor gescheitert, geschieden von der Mutter seiner Kinder, deren neuer Mann Gordon erfolgreicher Schönheitschirurg ist, während Jacksons niedliche Tochter niedlich ist und sein Sohn sich die Taktik, wie er seinen Daddy verletzen kann, bei den meisten anderen scheidungsgeplagten Filmsöhnen abgeschaut hat, nämlich indem er ihn nicht Daddy nennt. Dieses ganze Familienkonstrukt ist in seinen Konflikten so vorhersehbar, so lieb- wie farblos erzählt, dass es, auch für Emmerichs bekannt bescheidene Verhältnisse, ärgerlich ausfällt und selbst den geringst möglichen Fitzel an Erwartung, den man an einen Film wie „2012“ hinsichtlich seiner Figuren noch stellen mag, mit einer Dreistigkeit wegfegt, die einen beim Versuch des Aufbringens von Mitgefühl enorm auf Distanz hält. Er war darin nie ein Meister und wird wohl auch niemals noch nicht mal ein Könner werden, aber nie war Emmerich in der Anlegung und Verarbeitung seiner Figuren uninteressanter, einfallsloser, schlechter. Unter dieses Urteil fällt auch der von Woody Harrelson gespielte Verschwörungstheoretiker Charlie Frost, der von seinem Wohnwagen im Yellowstone-Park aus via Radio den Weltuntergang prophezeit und die geheimen Pläne der Regierung zu kennen glaubt. Von ihm erfährt Jackson über den Bau der Archen, womit Charlie seinen Zweck für die Story erfüllt, mehr darf es dann aber auch nicht sein.

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Während Emmerich mit einem schwarzen U.S. Präsidenten, einem ehemaligen Schauspieler mit österreichsichem Akzent als kalifornischer Gouverneur und einem weiblichen deutschen Regierungsoberhaupt auf politische Glaubwürdigkeiten setzt, die bis vor ein paar Jahren noch als Unglaublichkeiten den Sci-Fi-Aspekt des Films ausgemacht hätten, folgt nach dem langen Auftakt die pflichtgemäße Hiobsbotschaft: natürlich waren Helmsleys Berechnungen des Zeitunktes, an dem die Welt kollabieren wird, falsch. Und plötzlich bleiben nicht mehr einige Monate oder gar Jahre, plötzlich steht fest, in zwei, höchstens drei Tagen, beginnt das Ende. War ja klar, dass da was dazwischen kommt. Für diesen Allzwecktwist, diese hineingezwungene Eile, die nun zu herrschen hat, muss man dem Film allerdings danken, denn nachdem man die Apokalypse von Helmsley in wissenschaftlich, in verständlich und von Charlie Frost als selbstgezeichneten Cartoon erklärt bekommen hat, darf es nun auch endlich losgehen. Und als sich die Kontinentalplatten zu verschieben beginnen, in Los Angeles die Erde bebt und sich riesige Gräben durch das Stadtbild fräsen, legt „2012“ tatsächlich beispiellos gigantisch los. In einer Limousine rasen Jackson und seine Familie durch das auseinanderbrechende L.A., später wird in ein Flugzeug umgestiegen, zusammensackenden Wolkenkratzern und vorbeifliegenden U-Bahnen ausgewichen, überall kracht, scheppert und explodiert es und für die Wucht dieser Sequenz gibt es eigentlich keine Worte, das muss man gesehen haben. Bei aller übertriebenen Dramatisierung der Flucht zu Lande und in der Luft (so klafft jeder Riss immer schön exakt hinter der Limousine her und Gordon steuert das Fluzeug nach ein paar Flugstunden sowas von gekonnt an jedem Hindernis vorbei), was Emmerich und sein Effekt-Team hier abliefert, ist visuell absolut grandios und rechtfertigt die Floskel »das hat man so noch nicht gesehen«. Leider schleicht sich hier jedoch ein Aspekt des Films ein, der sich später immer wieder auf unangenehme Weise bestätigt. Während man mit den Helden mitfiebern soll und ihren waghalsigen Manövern folgt, stürzen überall um sie herum Tausende Menschen in den Tod. Davon bekommt man aufgrund der überwältigenden Bilder nicht unbedingt bewusst etwas mit, geschweige denn wird der Film dabei besonders explizit, dennoch steht die waghalsig-abenteuerliche Flucht in einem gewissen Gegensatz zum eigentlichen Schrecken, der der Szene innewohnt. Dem schließt sich später ein teils fast schon sadistisch zu nennender Umgang mit dem Ableben mancher Protagonisten an, was sich in vielen Fällen aus, das muss man einfach so deutlch sagen, einer inszenatorischen Mittellosigket ergibt, die Emmerich einen stimmigen Aufbau der Dramaturgie des Sterbens verweigert und die Botschaft vom Bewahren der Menschlichkeit nicht wirklich trifft. Auch etwas, das er schon mal besser hinbekommen hat.

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Nach der Flucht aus L.A. und dem Flug zum Yellowstone-Park, wo Jackson von Charlie Frost den Standort der Archen zu erfahren versucht, liefert „2012“ mal eben die wohl größte Explosion, die jemals auf einer Leinwand zu sehen war und kurze Zeit später wird erneut geflüchtet, diesmal vor herabregnenden Gesteinsbrocken und wiederum den sehr straßenverkehrkompatiblen, weil immer schön artig genug Abstand haltenden Rissen. Obwohl einem auch hier mit leckerstem EyeCandy vor der Nase herum gewedelt wird, schustert sich der Film ein weiteres Problem. Bei allem Gigantismus und der Gewissheit, dass mehr Zerstörung gar nicht mehr geht, bei der Vermittlung eines Gefühls, dass wahrhaftig die ganze Welt von der Vernichtung betroffen ist, scheitert „2012“. Da Roland Emmerich auch hier wieder der Meinung ist, das Ausmaß der Katastrophe nur durch die Vernichtung diverser Wahrzeichen verdeutlich zu können, entsteht gewisser- und natürlich fälschlicherweise der Eindruck, dass jede noch so heftige Naturgewalt überlebbar zu sein scheint, so lange man sich in keiner populären Großstadt wie Washington oder L.A. und nicht in der Nähe einer Sehenswürdigkeit aufhält. Diese Sightseeing Destruction Tour machte im stratetischen Angriff der Aliens in „Independence Day“ halbwegs Sinn, wirkte aber bereits in „Godzilla“ und „The Day After Tomorrow“ erzwungen. So auch in „2012“, in dem unter anderem der Vatikan, mehr oder weniger der Himalaya und (mal wieder) das Weiße Haus dran glauben müssen. Eine Montage mit Ausschnitten der Zerstörung aus aller Welt, und auch das hätte sich nicht auf Eiffelturm, Brandenburger Tor etc. beschränken müssen, hätte sicher keine unbedingt größere, wohl aber weitreichendere und nachhaltigere Wirkung erzielen können.

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Leinwandfüllend beeindruckende Bilder bleiben auch in der Folge nicht aus und die Zwangsunterbrechungen der Action durch die Streitigkeiten zwischen Helmsley und dem Stabschef des Weißen Hauses Anheuser, den weiteren Weg von Jackson und Familie und kleinere Geschehnisse rund um Nebenfiguren sind weniger zäh, als es der Anfang befürchten lässt. Dramaturgisch platt und unausgewogen bleibt „2012“ trotzdem jederzeit. Die Idee, dass nur Menschen auf die Arche dürfen, die für ihre Rettnung eine Milliarde Euro zu zahlen bereit sind und die sich daran anschließende Frage, ob Reichtum das Recht auf Leben bedeutet, während das übrige Volk nicht einmal weiß, was ihm bevorsteht, wird insgesamt höchst halbgar behandelt und Emmerich „schafft“ es, den Film selbst dazu keinen richtigen Standpunkt finden zu lassen, da die Elemente rund ums Existenzielle holprig, unausgewogen und innerhalb der Logik des Films nicht einmal gut durchdacht in die Handlung gepresst werden. Die vertretenen Standpunkte sind schwammig und äußerst vage formuliert, am offensichtlichsten ist dies an der Figur des von Danny Glover gespielten Präsidenten fest zu machen, bei dessen Erwähnung zwar schon die standesgemäßen Trommeln ertönen, der aber konturlos und kaum nachvollziehbar bleibt. Vieles, was „2012“ aufwirft, entkräftet sich durch Schludrigkeiten in der Logik von selbst, was beispielsweise bei „Independence Day“ nicht minder der Fall war, dort wusste Emmerich dem aber sehr bewusst mit Ironie und allgemein dem Humor des Films zu begegnen, darauf verzichtet sein aktuelles Werk jedoch auch in Gänze. In viel zu seltenen Momenten steht der Film zu seiner grundlegenden Beklopptheit, nimmt sich zwar keineswegs bierernst, aber doch locker nicht nur eine Spur, sondern eine ganze Autobahn breit zu bedeutungsvoll, was Story und Charaktere nicht annähernd zu tragen befähigt sind. Das Argument des auf sinnlose Art gut unterhaltenden Fun Movies kann eben einfach nicht immer gelten, schon gar nicht, wenn es am Fun fehlt.

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Dramaturgisch absolut unausgewogen, wenn etwa Nebencharaktere einerseits erbarmunslos ausgelöscht werden, andererseits aber kreuzbrav, wenn man Jackson nach dem »Sch...«´nicht mal den fälligen Fluch zu Ende aussprechen lässt, ist „2012“ letztlich nicht mehr, als ein weiterer, lauter Beweis dessen, was Roland Emmerich als Regisseur und Autor kann und leider vorrangig dessen, was er nicht kann, aber zu seinem eigenen Pech immer wieder versucht. Mit seinen teils schier unbeschreiblichen Bildern in Verbindung mit einem zumindest gelegentlich passenden Einsatz des Soundtracks, löst „2012“ den Wunsch nach einem Werk Emmerichs aus, das auf jeden Storyquatsch komplett verzichtet und stattdessen eine einzige, achtzigminütige Apokalypse abbildet, ohne bescheuerte Erklärungen, ohne zentrale Charaktere, überwiegend ohne Dialoge, nur Bilder, Sound und Musik. DAS und nichts anderes wäre im Rahmen seiner Fähigkeiten, im Rahmen des Maßes, in dem dieser Mann das pure Spektakel atemberaubend abzubilden weiß, der perfekte Emmerich-Film. Das dürfte allerdings selbst dann nichts werden, wenn „2012“ der nächste Flop in seiner Karriere werden sollte. Und als nächstes plant er sowieso ein Drama über Shakespeare. Oder wollte der etwa ursprünglch mit seinen Theaterstücken die Welt vernichten? Oder wenigstens das Weiße Haus?

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komplette Review siehe: http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=518232099
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Über die Effekte muss man ja nicht viel sagen, die sind erste Sahne, aber gute Effekte machen noch lange keinen guten Film aus.



Ein Klischee reiht sich ans andere, Patriotismus, konservative Familienwerte, blablabla....



Dazu diese (un)freiwillige(??) Komik. Beispiel: Ex-Frau von Jackson steht mit neuem Freund im Einkaufszentrum, sie streiten sich, er sagt: Ich habe das Gefühl, als würde sich ein Graben zwischen uns auftun und KAWUMM!!!!! ein starkes Erdbeben reißt das Einkaufszentrum genau zwischen den beiden Darstellen entzwei. Solche lachhaften Szenen ziehen sich durch den ganzen Film.



Des weiteren ist der Film einfach viel zu lang und auch die tollsten Zerstörungs-Effekte werden irgendwann langweilig.



Zu guter Letzt dann noch die Emmerich-typische Dramatik, die mittlerweile total ausgelutscht ist und jegliche Spannung vermissen lässt: Flucht aus L.A. : Unmittelbar hinter dem rasant fahrenden Auto bricht die Erde zusammen. Flucht aus dem Nationalpark: Unmittelbar hinter dem startenden Flugzeug bricht die Erde zusammen. Flucht aus China: Unmittelbar vor Eintreffen der Flutwelle gelangen die letzten Überlebenden an Board.



Fazit: Der Film ist für jeden Menschen mit einem IQ von >20 absolut vorhersehbar, langweilt mit platten Klischees und billigen Sprüchen und bietet höchstens durch unfreiwillige und absolut unpassende Komik - und natürlich durch die absolut bombastischen Effekte - etwas Unterhaltung.....
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