"Sequels sind immer schlechter als das Original." Wie oft muss man sich diesen Satz anhören und wie oft sucht man händeringend nach Gegenargumenten und Filmen, die diese beinahe Bauernweisheit widerlegen? Iron Man 2 ist da einerseits keine Ausnahme.
Andererseits jedoch schon. Denn im Vergleich zu vielen deutlich abfallenden Fortsetzungen (Matrix, Fluch der Karibik, Spider-Man oder Saw; von den Ausschlachtungen bei Aladdin, Psycho, Wild Things oder Starship Troopers ganz zu schweigen) ist hier doch ein noch immer wahrlich guter Film entstanden. Tony Stark in weiterhin schlagfertiger Form, der mit "Justin Hammer" einen guter Gegenpart bekommt, der auf beinahe klamaukige Art und Weise in jeder Szene, also auch in denen ohne Stark, den Kürzeren zieht. Mickey Rourke macht seine Rolle als Bösewicht gut und Scarlett Johansson wird ausnahmsweise mal nicht nur als Sexsymbol verbrannt. Auch in den Action-Szenen hat man sich zurückgehalten. Wer von einer einzigen Materialschlacht spricht, hat wohl lediglich ein paar Ausschnitte gesehen.
Jedoch haftet dem Film ein wenig an, dass er lediglich einen Brückenschlag zu "The Avengers" darstellt. Dabei sind die Szenen, die den Bezug herstellen sogar die der besseren. So vielversprechend, wie der Versuch der Zusammenführung aussieht, so sehr krankt die Story hinter dem Geflecht der "Avengers". Mickey Rourkes Hintergrundgeschichte ist super dünn gehalten, wobei die Idee "Gott bluten zu lassen" perfide und gut ist. Dabei bleibt es jedoch. Die Expo(-Stadt) wirkt so künstlich wie ihre Schaffung und das Verhältnis Stark-Pepper bleibt auch ziemlich auf der Strecke. Don Cheadle kompletiert die Verdopplung (Stark-Hammer; Potts-Rushman; IronMan-IronRhodes), die deutlich besser als in Transformers:Die Rache gelingt.
Es bleibt ein überraschend witziger Film, der nahezu verhalten mit Action umgeht, in der Qualität der Charaktere sehr schwankt und auf jeden Fall Hoffnungen in Hinblick auf "The Avengers" weckt.