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Maddin
355 Kritiken
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5,0
Veröffentlicht am 20. August 2026
Der Zinker gehört zu den spannendsten und atmosphärischsten Filmen der klassischen Edgar-Wallace-Reihe. Regisseur Alfred Vohrer liefert einen Krimi ab, der mit einem geheimnisvollen Verbrecher, zahlreichen Verdächtigen, makabren Morden und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor bis zum Ende fesselt. Der Film besitzt all jene Zutaten, die den besonderen Reiz der Wallace-Verfilmungen ausmachen.
Im Mittelpunkt steht ein mysteriöser Verbrecher, der unter dem Namen „Der Zinker“ bekannt ist. Er arbeitet auf besonders raffinierte Weise: Er verrät seine eigenen Komplizen an die Polizei und verschafft sich dadurch einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Als mehrere Mitglieder der Londoner Unterwelt unter rätselhaften Umständen ums Leben kommen, beginnt Scotland Yard mit den Ermittlungen.
Die große Stärke des Films ist das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Täter. Der Zinker bleibt lange Zeit im Hintergrund und zieht seine Fäden, ohne dass seine wahre Identität bekannt wird. Dadurch entsteht eine spannende Suche nach dem Mann, der offenbar immer einen Schritt voraus ist. Fast jede Figur scheint etwas zu verbergen und könnte der geheimnisvolle Verbrecher sein.
Heinz Drache überzeugt als Inspektor Elford mit seiner souveränen und entschlossenen Darstellung. Er verkörpert den klassischen Wallace-Ermittler, der sich nicht so leicht von falschen Spuren täuschen lässt. Karin Dor sorgt als Cora Ann Milton für eine sympathische weibliche Hauptfigur und bringt gleichzeitig eine romantische Komponente in die Geschichte.
Besonders sehenswert ist natürlich Klaus Kinski. Mit seiner intensiven und unheimlichen Präsenz ist er geradezu prädestiniert für die zwielichtigen Figuren des Wallace-Universums. Auch Eddi Arent darf nicht fehlen und sorgt mit seinem trockenen Humor für die typischen komischen Momente, die die düstere Handlung immer wieder auflockern.
Die Atmosphäre ist ein weiterer großer Pluspunkt. Dunkle Straßen, zwielichtige Kneipen, geheimnisvolle Gebäude und nächtliche Szenen verleihen Der Zinker einen wunderbar düsteren Charakter. Alfred Vohrer versteht es, Spannung nicht nur durch die Handlung, sondern auch durch die Inszenierung zu erzeugen.
Dabei scheut sich der Film nicht vor makabren Momenten. Die Morde sind teilweise ausgesprochen ungewöhnlich inszeniert und verleihen dem Film einen leichten Horror-Touch. Trotzdem bleibt Der Zinker in erster Linie ein Kriminalfilm, bei dem die Aufklärung des Rätsels im Mittelpunkt steht.
Natürlich wirkt der Film aus heutiger Sicht etwas altmodisch. Manche Dialoge sind sehr theatralisch, und das Erzähltempo ist deutlich ruhiger als bei modernen Thrillern. Wer sich aber auf die klassische Machart einlässt, wird mit einem atmosphärischen und unterhaltsamen Krimi belohnt.
Fazit: Der Zinker ist ein hervorragender Edgar-Wallace-Klassiker, der mit einer cleveren Kriminalgeschichte, einer geheimnisvollen Hauptfigur, düsterer Atmosphäre und einer starken Besetzung überzeugt. Die Mischung aus Spannung, Grusel und schwarzem Humor funktioniert ausgezeichnet.
Für mich gehört Der Zinker zu den Filmen der Wallace-Reihe, die man unbedingt gesehen haben sollte. Ein spannender Krimiklassiker mit einem Täter, der seine eigenen Komplizen verrät – was will man mehr?