Der Film hat bei Amazon nur eine Bewertung und das trotz Starbesetzung. Die Bewertung hat vier Sterne. Es ist ein sehr schweres Thema und ich vermute, dass der Film deshalb recht wenig bekannt und gesehen wird.
Ich habe mir hier sehr viel Zeit genommen für die Beschreibung des Films, denn ich finde er verdient seine fünf Sterne. Es gibt in dem Film kein Happy End, genau wie im echten Leben, wenn es um pädophile Straftäter geht. Wir sehen wie Chalie außerhalb seiner ungeheuren Taten den Familienvater, Ehemann und Lehrer spielt. Er wird als rechtschaffender Bürger gezeigt. Dieses Ende ist es, was die meisten wohl nicht verstehen. Aber genau das ist, was ich persönlich so gut finde. Dieser Film beschöhnigt nicht, er zeigt wie es in Wirklichkeit abläuft. All das was wir uns bei der Thematik wünschen, nämlich, dass Chalie gefasst wird und eins auf die Fresse kriegt und auch wie sehr sich Annie gewehrt haben muss, als sie vergewaltigt wurde, sehen wir in den Phantasien ihres Vaters, aber eben nicht im realen Leben. Was wir jedoch sehen, sind immer wieder Bilder von jungen Frauen, die in knapper Kleidung lasziv posieren. Sowohl auf den Bildern, die der Vater in der Werbebranche vor sich hat, als auch auf einem Plakat in der Mall. Der Zuschauer soll nur als Beobachter zusehen und verstehen, dass Annies Leid schon weit früher angefangen hat, als bei der Vergewaltigung. Der Vater segnet die Bilder ab, mit dem Spruch: "Das ist doch eine Bekleidungsfirma, wieso trägt da keiner ein Hemd?" Aber er segnet es ab. Annie kriegt auch ein Top von ihrem Bruder geschenkt, das sehr aufreizend ist zu ihrem 14. Geburtstag. Dieses trägt sie auch zum Treffen mit Charlie. Sie sagt zu ihm im Hotelzimmer als sie die Dessous trägt, die er ihr mitgebracht hat: "Hoffentlich bist du nicht enttäuscht." Der Film zeigt genau auf, wieso sich junge Mädchen so verletzlich fühlen. Sie sind mit einer Ladung an Bildern konfrontiert, die den weiblichen Körper als ein Objekt zeigt. Sie sagt zu Charlie, dass sie ihren Körper komisch findet. Das objektivieren des weiblichen Körpers, führt zu Verunsicherung, ob der eigene Körper auch schön genug ist und ein Mann, der das Objekt betrachtet, darf ihn bewerten. Und Charlie bestätigt ihr, dass ihr Körper schön ist. Die Tat an sich läuft friedlich ab, Annie sagt nein, doch Chalie flüstert auf sie ein. Als sie von ihrer Freundin, die sie beide in der Mall gesehen hat, konfrontiert wird, gesteht Annie dass sie Sex mit Charlie hatte. Sie sagt, sie haben miteinander geschlafen. Sie ist sich sicher, dass es sich dabei um Sex mit beidseitigem Einverständnis handelte. Erst als ihr Bilder von anderen Mädchen gezeigt werden, andere kleine Mädchen wie sie, die von Charlie genauso hintergangen und benutzt wurden, erkennt sie was wirklich passiert ist. Sie fährt zu ihrer Therapeutin und bricht zusammen und das ist wohl die bewegendste Szene im Film.
Ihr Vater macht auch eine Wandlung durch. Zuerst voller Wut auf Chalie und nach eigenen erfolglosen Ermittlungen, schlägt er einen anderen Vater, weil dieser seine eigene Tochter beim Volleyballspiel filmt. Zum Schluss des Films sehen wir das Gespräch zwischen Annie und ihrem Vater. Zum ersten Mal, ein ehrliches Gespräch, indem der Vater nicht mehr Annie die Schuld daran gibt mit Chalie mitzugehen, sondern sich selbst, weil er sie nicht beschützen konnte. Und nun ist es Annie, die ihn tröstet.
Der Film endet mit einer Froschperspektive, der Sohn von Charlie hält die Kamera, während Charlie seinem Schüler, einem 14 jährigen Jungen und deren Eltern seine Frau und Sohn vorstellt. Die Froschperspektive, so wie die Datum und Uhrzeitanzeige auf der Kamera sind identisch mit denen als Annie im Hotel von Charlie vergewaltigt wird. Auch dort sehen wir die Kamera von unten filmend, während Charlie sich über Annie auf dem Bett beugt und sie unter seinem Körper begräbt. Diese Szene, auch wenn sie den Schluss bildet und wir zusehen wie Charlie davonkommt, ist jedoch nicht so entscheidend wie die Szene davor, in der Annie ihre Stärke unter Beweis stellt und ihren Vater tröstet.