Neueste Kritiken: Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
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Veröffentlicht am 7. Dezember 2025
Tja, Álex de la Iglesia hat offenbar ein großes Bedürfnis, die spanische Geschichte aufzuarbeiten. Dem Mediabook zu diesem Film ist ein kleiner Text von ihm beigefügt, in dem er vom “Schmerz” in seiner “Seele”, von einer “sehr traurigen Vergangenheit, durch die er sich ”eingeschränkt, ja verstümmelt” fühlt sowie von Nostalgie und Halluzinationen di4e Rede. Und wer sich jetzt bei solchen Ausführungen angesprochen fühlt, der wird möglicherweise mit “Mad Circus” seinen Spaß haben. Andere Menschen (so wie ich) werden eher gelangweilt und genervt sein.
Ja, der Film ist vollkommen absurd und wahnwitzig, maximal over the top und mit allem einfach drüber, aber erreicht dabei niemals eine wirklich unterhaltsame oder faszinierende Größe, wie es vielleicht Filme von Terry Gilliam oder Tim Burton oder so sein können. Hier wirkt alles einfach viel zu verkrampft und gewollt, das Drehbuch verliert sich in zunehmend skurrilerem Quatsch und verliert dabei seine eigentliche Geschichte aus den Augen. Zudem ist der Film auch einfach nicht schön anzusehen, die Farben sind maximal entsättigt, es dominieren Grau-, Schwarz-, Schlamm- und Brauntöne.
Auch das Zirkus-Setting konnte mich nicht abholen, das ist aber eher mein persönliches Thema, ich mag keinen Zirkus, ich mag keine Clowns und will sowas auch nicht im Film sehen. Und auch hier wirkt das auf mich viel zu konstruiert und gewaltsam gewollt, man soll unbedingt die Analogien zum spanischen Bürgerkrieg und zur Franco-Dikatur erkennen und bekommt dies mit dem Vorschlaghammer reingebrettetert. Ich kann den Film, der von so vielen hier so gut bewertet wird, unter dem ganzen Schwachsinn erahnen, er kommt aber beim besten Willen nicht daraus hervor. Daher gibt’s von mir mit Mühe und Not noch 1,5 Sterne.
Mad Circus erzählt gekonnt eine actionbetonte B-Movie-Handlung, deren geradlinig in den Abgrund führende Tragik und Kompromisslosigkeit bald jedoch den vorgegebenen trashigen Rahmen übersteigt. Während die Inszenierung sich selbst ständig als effekthascherisch ausweist, wird jedoch schnell deutlich, dass sich hinter der Oberfläche der Handlung eindeutig zutiefst tragische Ansätze von Melancholie und unerfüllter Liebe verhandelt. Zwar drängt die Gewalt jederzeit diese Motive zur Seite, allerdings findet sich diese inszenatorische Verdrängung auch in Charakteren wieder und macht somit Sinn: so ist der Auszug des traurigen Clowns aus der Passivität und die Suche nach seiner Liebe unweigerlich mit grenzenloser Brutalität und einer buchstäblichen Leugnung des eigenen Gesichts, des eigenen Ichs verbunden. Man sollte sich also nicht von der großspurigen Aufmachung, der klischeehaft erscheindenen Handlung täuschen lassen: Alex de la Iglesia erzählt eine Geschichte voller Tragik, nur sagt er es angenehmerweise nicht ständig. Einzig in dem unnötig schnellen Schnitt, der zum Schwarz-Weiß tendierenden, an ''The Machinist'' erinnernden Optik und der übertrieben orchestrierten Musik schießt der Film etwas über sein Ziel hinaus und erweist sich in Teilen als redundant: wenn also am Ende bei Clowns in einem Polizeiwagen sitzen, der eine weint und der andere lacht, so kommt der Film in seiner etwas bessenenen Kameraführung nicht umhin, mit Schuss-Gegenschuss, lauter Musik und imme wieder einem lachenden und weinenden Gesicht zu operieren. Vielleicht zeigt sich in diesem Schlussakt am Besten diese etwas verunglückte Gratwanderung. Dennoch ist Mad Circus unbedingt sehenswert, weil er unkonventionell B-Movie und Tragikomödie verbindet und ohne falsche Scheu das Obsessive entfesselter Gewalt zeigt.
Mad Circus ist m.E. ein Film, der viel mehr sein will, als er eigentlich ist. Die behauptete Tiefgründigkeit und Kritik am faschistischen System ist lediglich der Aufhänger für einige brutale Szenen und viel Chaos. Munter wird hier ein kranker Gedanke an den anderen gereiht. Für sensible Zuschauer definitiv zu hart und unnötig.
Was bleibt sonst von dem Film? Die ersten 30Minuten sind noch recht spannend, doch danach lässt das Interesse am Schicksal der Protagonisten merklich nach. Dabei ist die Inszenierung gar nicht schlecht.
Fazit: Ich kann den Film nicht empfehlen. Die Gewalt wird ohne Zweck zur Schau gestellt und der restliche Film ermüdet schnell. Vielleicht war er auch zu krank für mich.
Sehr abgedrehter Film mit viel Trash der keine typischen Hollywood-Charaktere hat. Hier gibt es keine guten Helden und Bösewichte. Hat mich gut unterhalten auch wenn er etwas hart ist.
Zwei Psychisch kranke Clowns in einem Circus, verliebt, agressiv und am durchdrehen. Eigentlich gibt es bei dem Film gar nicht soviel zu meckern und die Story war schon auf irgendeine weise ziemlich abgefahren, aber mir persönlich hätte sie ruhig noch ein wenig psychotischer und blutiger sein können.