Zunächst ist zu sagen, dass ich nie mit Godzilla Filmen groß geworden bin. Den ersten Godzilla Film den ich gesehen habe, war der von den Fans geächtete Emmerich Godzilla von '98. Ansonsten war Godzilla für mich immer nur ein keliner Teil der Popkultur, hauptsächlich als Spielzeug-Figur zu finden. Natürlich hat man im Laufe der Zeit davon gehört, was es mit Godzilla ursprünglich auf sich hatte, als Personifizierung des nuklearen Horrors von Hiroshima und Nagasaki.
Die Trailer für den neuen Film gingen auch wieder deutlich in diese Richtung, weswegen ich doch sehr auf den Film gespannt war. Beeindruckende Kameraeinstellungen sowie die Abwesenheit von Shaky-Cam haben ihr Übriges zu der Vorfreude beigetragen.
Zur Handlung:
Soldat Ford (Aaron Taylor Johnson), Kampfmittelräumer bei der US Navy kehrt nach längerer Zeit im Einsatz zu seiner Familie in San Francisco zurück. Eigentlich hatte er geplant mit dieser mehr zeit zu verbringen, doch er erhält einen Anruf aus Japan: Sein eigener Vater Joe (Bryan Cranston) wurde beim versuch in eine nukleare Sperrzone zu gelangen, verhaftet. Ford fliegt nach Japan um mit Joe zu reden. Joe will umbedingt in die Sperrzone, um das Janjira Atomkraftwerk im Zentrum zu untersuchen. Mitte der 90er kam es dort zu einem Vorfall, der das Kraftwerk zerstörte und bei dem Ford's Mutter Sandra ums Leben kam. Joe glaubt nicht, dass es ein Unfall war - zurecht. Denn der Vorfall wurde durch eine Kreatur ausgelöst, die sich in dem AKW eingenistet hat. Die daraus resultierenden Ereignisse rufen jedoch etwas noch gewaltigeres auf den Plan: Godzilla. 1954 von U-Booten in der Tiefsee erweckt, ist der König der Monster wenig gewillt, das andere ihm seinen Platz streitig machen.
Meine Erwartungen wurden letzendlich nicht ganz erfüllt, aber ich fand den Film trotzdem gut, vor allem da er wie ein klassischer Monsterfilm (Z.B. Der Weisse Hai) aufgebaut ist, mit einer tollen Spannungskurve an deren Ende Godzilla schlisslich in das Geschehen eingreift. Hier liegt jedoch auch das Hauptproblem des Films: Als Spielberg den Hai auf seine Charaktere los liess, war das Monster noch völlig unbekannt, zumindest auf der großen Leinwand. Godzilla hingegen stapft schon ein paar Jahrzehnte länger durch die Filmgeschichte. Selbt mit einem erneuerten Design ist er eine bekannte Größe. Und so ist die Zeit, die er auf der Leinwand zu sehen ist, leider etwas knapp. Der Film nutzt diese Szenen zwar gänzlich aus um dem Ruf des großen Grünen gerecht zu werden, doch nachdem Pacific Rim im letzten Jahr gut gezeigt hat, dass riesige Monster wieder 'in' sind, wäre hier etwas mehr drin gewesen.
Insgesamt war die Neuauflage jedoch gelungen. Neben den bereits sehr gut in Szene gesetzen Monstern konnten auch die menschlichen Charaktere einige Sympathiepunkte bei mir machen. Vor allem Cranston spielt seine Rolle hervorragend. Aaron Taylor-Johnson spielt ebenfalls solide. Was ich dem Film hoch anrechne, ist, dass er zwar mneschliches Drama im Zuge der durch die Monster ausgelöste Zerstörung zeigt, aber dabei nicht auf die Zeitlupe-mit-trauriger-Musik zurückgreift. Ebenso verzichtet er bewusst auf Insider-Witze und blöde Sprüche sondern bleibt relativ ernst, ohne bedrückend zu werden.
Ich hoffe, dass die DvD/Blu-Ray ein paar mehr entfallene Monster-Szenen bietet. Ansonsten warte ich dann schonmal auf die bereits genehmigte Fortsetzung.