Gareth Edwards‘ „Godzilla“ ist nicht so ein klassischer Kaiju-Film, wie man ihn vielleicht erwarten würde. Denn hier steht nicht so sehr die klassische Zerstörungsorgie, wie man sie aus den alten Filmen kennt, im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Menschen und ihre Hilflosigkeit im Angesicht einer solchen Urgewalt wie Godzilla. So hat das titelgebende Monster auch nur erstaunlich wenig Screentime (knappe 10 Minuten), die obligatorische Finalschlacht sieht dafür auch richtig geil aus. Gefilmt wird oft aus der Perspektive der Menschen, und da wirkt Godzilla einfach riesig, erbarmungslos, gewaltig und unbezwingbar. Wenn er brüllt, wackelt im wahrsten Sinne des Wortes das Soundsystem…
Da die Menschen hier im Vordergrund stehen, ist in dieser Beziehung „Godzilla“ ein echter Reinfall. Die Geschichte schleppt sich viel zu lange dahin und wird viel zu langweilige erzählt. Bryan Cranston war vielleicht noch ganz okay, aber mit den Figuren in der zweiten Hälfte kann man beim besten Willen nicht mitfiebern. Aaron Taylor-Johnson bleibt ebenso blass wie unsympathisch, selbst Ken Watanabe vermag keine wesentlichen Ausrufezeichen zu setzen. So eiert der Film lange Zeit etwas ziellos dahin, während wir nur endlich auf Godzilla warten.
FAZIT: Nicht das Reboot, das ich mir erhofft hatte, aber immerhin ein deutlicher Kontrapunkt zu Roland Emmerichs Godzilla-Katastrophe von 1998. Für meinen Geschmack nimmt sich der Film zu viel Zeit mit den Menschen, was aufgrund mangelnder schauspielerischer Präsenz auch nicht gut funktioniert. Der finale Fight am Ende schockt aber richtig fett und sieht vor allem saugeil aus. Das entschädigt für einiges und weil ich Godzilla-Fan der ersten Stunde bin, gibt’s von mir mühsame 7 Punkte.