"Godzilla", ein Remake, welches ich, nach der katastrophal schlechten Roland Emmerich Version, für mehr als überfällig hielt. Die Vorzeichen waren atemberaubend, aber leider hat mich Godzilla etwas enttäuscht. Aber zunächst zu den positiven Seiten des Films.
Das fängt bei den sensationellen Animationen der Monster an. Diese wirken unfassbar echt und einfach nur genial. Godzilla selbst hat zwar vielleicht ein, zwei Kilo zu viel auf den Knochen, sollte aber an sich niemanden stören. Die Gegner Godzillas sehen genauso super auch, wenn auch vielleicht etwas zu futuristisch. Gleichauf ist hier der Ton, der einem im Zusammenhang mit dem was auf der Leinwand geschieht, mehrmals Gänsehaut bereitet. Die Kampsequenzen zwischen Godzilla und den Mutos sind episch, unglaublich spannend, einfach nur erste Sahne.
Genauso finde ich die erste halbe Stunde des Films super spannend, was vor allem am göttlichen Bryan "Heisenberg" Cranston liegt, der es immer wieder schafft mir Gänsehaut zu bereiten.
Soviel zu den Pluspunkten und jetzt aber zu den Kritikpunkten.
Die erste halbe Stunde wird wie gesagt dazu verwendet eine Geschichte zu erzählen, die auch super funktioniert, aber wenn man dann denkt ok, jetzt kann es mit Godzilla losgehen, hat man sich dazu entschieden die komplette Handlung in ein riesiges Story-Wirrwar laufen zu lassen. Und das ist denk ich auch das Grundproblem des Films. Godzilla verliert sich in einer komplett langweiligen Familien Geschichte, die größtenteils komplett unrelevant ist. Hinzu kommen noch Dialoge die mir die Haare zu Berge haben stehen lassen. Ich weiß jetzt nicht ob das an der deutschen Übersetzung liegt, oder der Film wirklich mit 0815 Phrasen voll ist.
Generell bin ich der Meinung man sollte sich bei Filmen dieser Art zurücklehnen und nicht den Dr. Dr. Professor spielen, aber hier bin ich an meine Grenzen gestoßen. Wenn zum x-ten mal, Monstern die sich von Atomenergie ernähren, ein Zug voller Atombomben serviert wird, nervt es irgendwann. Genauso sind die Beweggründe sämtlicher Verantwortlichen, sei es auf den Bezug von Godzilla, oder den Mutus, komplett wahnsinnig und nicht mal ansatzweise nachvollziehbar.
Zu alledem ist das Schauspielerische teilweise unterirdisch, Bryan Cranston ganz klar hiervon befreit. Aaron Taylor-Johnson, um nur einen zu nennen, schafft es leider nicht ansatzweise die Emotionen greifbar zu machen, was mich bei ihm extrem gewundert hat. Dieses Problem hängt vielleicht auch damit zusammen, dass gut die hälfte der Schauspieler komplett unnötig sind. Um wieder nur einen zu nennen, Ken Watanabe. Die Daseinsberechtigung und überhaupt der Sinn seiner Rolle bleibt mir ein Rätsel, wie auch bei vielen anderen.
Fazit: Godzilla weiß auf solide Weise zu Unterhalten, wenn das auch nicht der Anspruch des Films sein kann. Die Story ist mehr als Mangelhaft und eher Videothek-tauglich, die Monster sehen dafür umso besser aus, was dann auch als einziger Grund den Besuch im Kino rechtfertigen sollte. Man sollte allerdings seine Erwartungen zurückschrauben und darauf gefasst sein, dass der Film mit unnötiger Story aufgeblasen ist und man von Godzilla verhältnismäßig wenig zu sehen bekommt.