Prisoners
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Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 12. Oktober 2013
Ein düsterer Thriller, der mit religiösem Wahn und der amerikanischen Vision von einer gerechteren Welt durch Selbstjustiz abrechnet, schafft es auf Platz 1 der US-Charts. Das lässt schon fast auf einen Wertewandel oder zumindest ein wenig unvermutete Selbstreflektion der Stars & Stripes-Cowboys hoffen. Hat man am Ende doch etwas aus Guantanamo und dem War on Terror gelernt? Prisoners ist dennoch kein politischer Film. Der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve lässt uns vielmehr tief ins dunkle Herz der amerikanischen Gesellschaft blicken. Und damit auch in unser eigenes. Es geht um die Urängste in uns allen. Darum, uns aus Angst irgendwann selbst zu verlieren, unsere Menschlichkeit. Viele Jahre lang galt Prisoners als eines der besten unverfilmten Drehbücher in Hollywood. Und es ist wirklich brillant. Prisoners ist ein sprechender Titel. Jeder wird irgendwann zum Gefangenen, mental und physisch. Die Mädchen, die Eltern, die Verdächtigen, Detective Loki und irgendwann ertappt sich selbst der Zuschauer dabei, wie er immer tiefer ins Labyrinth der Ermittlungen gerät, zum Gefangenen seiner eigenen Vorurteile, Spekulationen und der geradezu körperlichen Spannung wird. Derart psychologisierte Protagonisten, falsche Fährten und verblüffende Wendungen gibt es viel zu selten auf der Leinwand zu sehen. Deshalb verweisen viele Kritiken zu Prisoners auf David Finchers Zodiac oder Sieben. In der Tat findet man einige Parallelen in der Art der Inszenierung zwischen beiden Filmemachern. Und dennoch bleibt der Stil von Denis Villeneuve einzigartig. Zusammen mit Roger Deakins, Stammkameramann der Coens, gelingt ihm ein auch visuell beeindruckender Film, in dem jeder Baum, jede Ecke der grau verregneten Mittelstandswelt durch außergewöhnliche Perspektiven und Kamerafahrten beängstigend verdächtig wirkt. Trotz all dieser formalen Stärken ist Prisoners vor allem ein Schauspieler-Film, in dem Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal Bestleistungen zeigen, unterstützt von dem beeindruckenden Spiel von Paul Dano, Viola Davis, Terrence Howard, Melissa Leo und Maria Bello.
Jimmy v
Jimmy v

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4,5
Veröffentlicht am 11. Oktober 2013
Vertraue keinem Trailer: Nachdem "Prisoners" auf zuerst den Eindruck eines schlichten "Familienvater macht einen Alleingang und wird von einem Bullen genervt"-Thrillers machte, habe ich mir auf Anraten der Kritiken das Ganze angesehen und bin wirklich begeistert. Wir haben es hier mit einem düsteren Krimidrama zu tun, welches einem oft den Boden unter den Füßen wegzieht - im moralischen Sinne, nicht unbedingt storymäßig. Denn obwohl es den einen oder anderen kleinen Twist gibt, ist "Prisoners" geradlinig, vor allen Dingen aber sehr ruhig und langsam erzählt, was gefällt. Ich empfand diese 2 1/2 Stunden in keinster Weise als langweilig, da so das Szenario in seiner finsteren, noir-artigen Schnee- und Regenoptik dargelegt werden konnte. Ganz besonders die Charaktere wirken stark, und das auf eine sehr raffinierte Weise, wozu jeder Drehbuchschreiber und jeder Regisseur einen Balanceakt vollbringen müssen. Keller und Loki im Besonderen, aber auch der Rest des Casts, werden durchaus nur rudimentär gezeichnet und in Positionen vorgestellt, ja. Aber: Auf der anderen Seite besitzen sie so viel Esprit, sodass sie lebendig wirken und jeder Zuschauer seine Vorstellungen weiterdenken kann. Keller hatte mal ein Trinkproblem, wird angedeutet. Er hat ohnehin sehr archaische Männervorstellungen, nachdem er anfangs sehr sympathisch rüberkommt. Trotzdem ist er vor allen Dingen ein sich sorgender Vater. Je nachdem wie man ihn sieht, kann man das eine oder andere mehr gewichten. Loki wiederum, gegenteilig, sieht härter aus, offenbart aber unter seinem Antlitz einen disziplinierten Sinn für das Richtige, auch wenn er unter Stress steht. (Dass er so gegen Dienstvorschriften und Ordnung ist, würde ich allerdings nicht unbedingt unterschreiben. Dafür aber, dass es sich um eine der besten Leistungen Gyllenhalls handelt. Keller mag ja brutal sein, doch Loki diszipliniert sich. Dennoch kann man sich vorstellen, dass dieser Loki noch viel heftiger sein könnte, wenn nötig, aber er weiß, dass das nicht geht.)
Das eigentliche Thema des Films kombiniert geschickt den Kriminalfall mitsamt dem Drumherum. Gerade wegen diesem tut der Film wohl auch so weh und beschäftigt sich mit dem, was beim sonntäglichen gerne ausgeblendet wird, weil man sich ja nur noch schön vor dem Montag entspannen will. Das Schicksal von - Spoiler! - Alex ist unglaublich tragisch, wenn man die Auflösung kennt. Oben schrieb ich der Film würde einem den Boden wegziehen in moralischer Sicht. Um das zu begreifen, muss man einfach aufpassen wie einen der Film erst einmal auf Alex' Seite, dann auf Kellers, dann wieder fort und zurück schiebt. Besonders tief geht das Schicksal des Komplizen, der anscheinend heftige Schuldgefühle hat, obwohl er selbst ein großes Opfer gewesen ist. Sogar die Täter könnten leichtes Mitleid verdienen. Der Zuschauer ist den Protagonisten immer ein Schritt voraus, was die Sache noch komplizierter macht.
Wegen alledem hätte "Prisoners" eigentlich 5 Sterne verdient. Ganz haarscharf schrammt der Film daran aber vorbei, weil es zwei Dinge gibt, die mich persönlich störten, ersteres weniger, zweites aber sehr: Einmal ist die christliche Symbolik zwar dezent im Hintergrund, was ja an sich gut ist. Doch sie wird am Anfang und am Ende des Films eigentlich doch wichtiger und hätte hier vielleicht ein wenig aktiver parat sein sollen, gerade bei der Rolle des Priesters, der ein entscheidener Punkt im ganzen Film ist. (Seine Rolle an sich ist aber ausreichend berücksichtigt.) Zweitens jedoch: Die Szene mit spoiler: Joy im Krankenhaus: Sie mag ja noch unter den Nachwirkungen der Drogen stehen, und Keller weiß was sie meint, aber ich empfand die Art wie Verwirrung durch die Rückblende mit einem jagenden Keller gezeigt wurde als eine ziemlich billige, dem sonstigen Film nicht gerecht werdene Masche.
Schließlich könnte man noch anfügen, dass Loki sich ab und an einige Patzer leistet, die wie Anfängerfehler wirken und daher gar nicht zu seiner Figur passen.
Fazit: "Prisoners" ist ein genial-düsteres Krimidrama, welches unter die Haut geht - denn es schafft eine fesselnde Story mit moralischen Fragen zu vermischen und den Zuschauer dabei immer wieder an verschiedene Fronten zu stellen. Definitiv einer der besten Filme 2013 und in diesem Genre auf zukünftigen Bestenlisten zu finden!
niman7
niman7

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3,0
Veröffentlicht am 10. Oktober 2013
In Denis Villeneuve Film "Prisoners", geht es um um die Familie Dover und Birch. Während einer fröhlichen Thanksgiving Feier, verschwinden die 2 kleinen Mädchen der Familien. Keller Dover (Hugh Jackman) macht sich schnell auf die Suche und klappert die ganze Nachbarschaft ab. Doch ohne Erfolg. Nachdem Hinweis seines Sohnes, wird schnell ein Wohnmobilfahrer festgenommen. Der Fahrer ist Alex Jones(Paul Dano). Ein Mann mit dem IQ eines 10 jährigen. Obwohl Keller festdavon überzeugt ist, dass Alex was mit dem verschwinden seines Sohnes zutun hat, kommt Alex frei da er geistig nicht im Stande für so etwas ist. Keller nimmt nun die Sache selbst in die Hand und entführt Alex. Währendesen versucht der junge Detektive Loki (Jake Gyllenhaal) den Fall zu lösen...
"Prisoners" geht stolze 2 1/2 Stunden lang. Was sehr ungewöhnlich für so einen Film ist. Und damit hat sich Regisseur Villeneuve selbst eine Falle gestellt. Aufgrund der Länge, gelingt es dem Film nie so richtig Spannung aufzubauen. Kommt erreicht der Film einen Höhepunkt, sinkt er auch gleich wieder weil wieder jede menge Zeit für andere Sachen draufgehen. Gegen Ende des Filmes, wird eine Art Labyrinth eingeführt. Ein solches Labyrinth ist auch der Film. Es werden Figuren und Dinge eingeführt und schnell wieder abgehackt. Die Handlung bewegt sich durch dieses labyrinthartige Muster auf der Suche nach einem Ende. Was es letztendlich nicht findet. Dabei hätte man dies leicht vermeiden können. Einfach auf die beiden Familien eingehen und Loki die Arbeit machen lassen. So werden viele Baustellen geöffnet aber nicht zu Ende erzählt. Sie scheinen wichtig zu sein, sind es aber im Endeffekt doch nicht. Hier verlangt Denis Villeneuve höchste Konzentration vom Zuschauer ab und das die vollen 2 1/2 Stunden über! Zurück lehnen und Jackman´s Wutausbrüche genießen- geht nicht! Jedes Detail könnte der Schlüssel sein. Was mich ebenfalls am Film gestört hat, ist die Tatsache, dass die Familie Birch ebenfalls eine Tochter verloren hat. Trotzdem ist die andere Familie eindeutig im Vordergrund! Man sieht auf dem Poster auch nur Jackman und nicht Jackman/Howard! Gegen Ende wird das ganze so eindeutig, dass Howard sammt Familie zur Randnotiz degradiert wird! Ebenfalls gefiel mir die Figur des Loki nicht. Loki sieht cool aus. Ein Anti-Polizist wie er im Buche steht. Tattoos an Armen, Fingern und Nacken, nach hinten gegelte Haare und ein bis oben zuggeköpftes Hemd. Obendrein pfeift er auf seinen Vorgesetzen. Mit anderen Worten: Loki wird richtig interessant vorgestellt, bleibt aber auf der Strecke liegen! Man denkt die ganze Zeit über da kommt noch was! Es passiert jedoch nichts. Bei so einem Drama sollte die Musik normalerweiße eine wichtige Rolle spielen. Sie soll den Zuschauer in die Lage versetzen. Hier tut sich das aber leider nicht. Mal ist sie zu leise, mal viel zu laut. Nichts, was einem jetzt großartig im Ohr hängen bleibt.
Kommen wir zu den positiven Dingen des Filmes. Als erstes muss ich gleich Jackman erwähnen. Er beweist hier wirklich, dass er mehr kann als mit seinen klaunen sich durch zuwälzen. Hätte ich wirklich nicht von ihm gedacht. Dabei hätte ich das gar nicht von ihm gedacht. Hut ab! Das selbe kann ich aber auch über den Synchronsprecher sagen. Meisterleistung!! Es ist auch eine One Men Show. Die anderen haben entweder zu wenig Spielzeit oder kommen einfach nicht an. So auch der enttäuschende Terrence Howard. Ich würde sogar so weit gehen und ihn als Schwachpunkt des Filmes bennenen. Er ist das Gegenteil von Jackman´s Keller. Er ist moralisch sehr geprägt und hat immer wieder mit seinem Gewissen zu kämpfen. Wenn es um die traurigen Szenen geht, sieht er eindeutig schlecht aus! Das hab ich ihn kein Stück abgekauft. Hier ist es aber auch ein wenig das Drehbuch dran schuld da es ihm kaum solche Szenen ermöglicht. Jake Gyllenhaal macht seine Sache ganz solide. Er versucht hier von seinem Milchbubi Image wegzukommen. Was ihm auch beinahe gelungen wäre! Trotz Bartstuppeln, konnte ich ihn einfach nicht ganz ernst nehmen. Obwohl hier und da ziemlich laut wird und rustikal zur Sache geht. Man hat einfach immer wieder den Cowboy aus Broke Backmountain oder sein Donnie Darko vor sich. Bemerkenswert ist die Leistung von Melissa Leo! Die Oscarpreisträgerin erkennt man sogar kaum in ihrer Rolle. Einfach klasse Leistung! Klasse ist auch die Leistung von There will be Blood Star Paul Dano. Sein Alex gefiel mir auch sehr gut. Ich hab ihm wirklich abgekauft, dass er nur ein IQ eines 10 jährigen hat.
Das Thema Selbstjustiz wurde relativ gut behandelt. Ich hätte mir da mehr inneren Zwist zwischen den anderen Figuren gewünscht. Abgesehn von Howard und Jackman gibt es das eig. kaum bis gar nicht.
FAZIT: Ich bin von Prisoners leider enttäuscht. Der Trailer versprach mir einen spannenden Film. Ein Film der mir die Kehle zuschnürrt und mich immer wieder vor die Frage stellt was ich in dieser Situation getan hätte. Der Film schafft das auch in manchen Stellen aber aufgrund der extremen länge, verfällt dieser Gedanke auch schnell wieder da die Zeit mit unnötigen Dingen gestopft wurde.
Jerrybalotelli
Jerrybalotelli

2.406 Follower 1.009 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 6. März 2014
"Prisoners" ist ein richtig geiler film. absolut spannend bis zum ende! schauspieler spielen sehr gut! die story ist vielleicht nicht ganz neu,aber so extrem wurde sie selten inszeniert!
Jesspaces
Jesspaces

18 Follower 88 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 31. Oktober 2013
Film gesehen weil so viel positive Kritik gegeben wurde und er als bester Film des Jahres von den meisten bewertet wurde. Ich bin da anderer Meinung, komische Schnitt und gleich zu Anfang kann man schon Ahnung schöpfen wer dahinter steckt. Paul Dano hat hier allerdings eine klasse Schauspielleistung erbracht, Hugh Jackman dieses Mal in der Rolle als Vater sehr real und Jake Gyllenhaal der in seiner als Polizist nicht wirklich ermittelnd rüber kommt. Fazit für zwischendurch okay aber richtig überzeugend nicht.
Alex M
Alex M

135 Follower 262 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 22. März 2019
Eine schmerzliche Odyssee in die finstere Dunkelheit menschlicher Abgründe, famos besetzt, überragend gefilmt und zum niederknien spannend in Szene gesetzt. Denis Villeneuve glätzt in seinem Hollywoodeinstand mit einer unvergleichlichen Intensität 10/10
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