Ein weiterer Film aus meiner Jugend, den ich als Kind unzählige Male gesehen und sehr geliebt habe. Jetzt, vielleicht 45 Jahre später funktioniert der Humor natürlich nicht mehr so, wie damals, der Film ist aber dennoch ungemein unterhaltsam!
Der Film besteht eigentlich aus zwei Teilen, das eigentliche Rennen findet erst im zweiten Teil statt. Der erste Teil stellt uns die Teilnehmer vor, die alle so ihre (zugegebenermaßen sehr klischeehaften) Eigenheiten haben. Besonders auffällig ist natürlich Gert Fröbe als preußischer Oberst (“Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!”), der sein Flugzeug von den Soldaten im Stechschritt auf die Piste schieben lässt und den Morgen erst einmal mit deutscher Musik beginnt. Wenn er nicht weiter weiß, verweist er zielstrebig auf die Dienstordnung oder das Bedienungshandbuch! Und wenn grad kein Grammophon zur Hand ist, macht er Beatbox-mäßig seine Marschmusik einfach selbst – herrlich! Dann gibt es noch eine etwas abstruse Liebesgeschichte um den amerikanischen Cowboy, der dem englischen Offizier die Geliebte ausspannt. Dazu gesellen sich natürlich ein Italiener und ein Franzose, sowie zahlreiche weitere internationale Akteure. Sogar aus Japan kommt ein Flieger extra angereist (und scheidet leider auch zu schnell wieder aus).
Dann gibt es eine kleine Pause, die damals bei einem Film dieser Länge (fast 2 1/2 Stunden) notwendig war und die lustigerweise auf der DVD beibehalten wurde. So bleibt der Bildschirm für 4 Minuten einfach schwarz und wir hören etwas Musik – unter anderem das großartige Titellied, ein Ohrwurm, der dich tagelang nicht mehr loslässt!
Der zweite Teil befasst sich dann mit dem tatsächlichen Rennen und ist nicht mehr ganz so wild und aufregend wie die erste Hälfte, aber weiterhin verdammt unterhaltsam. Das Fliegen vor dem Bluescreen sieht für heutige Verhältnisse natürlich maximal unrealistisch aus, passt aber großartig zu den 60ies Vibes, die der Film eh in jeder Sekunde versprüht. Das Herzstück des Films bilden aber natürlich neben den zahlreichen wunderbar skurrilen Charakteren die ebenso skurrilen und im wahrsten Sinne des Wortes fantastischen Flugmaschinen. Dabei ist besonders beeindruckend, dass für den Film wirklich echte Fluggeräte aus der Zeit nachgebaut und fliegen gelassen wurden. Das gibt dem Film einen tollen authentischen Anstrich!
FAZIT: Eine tolle, aufregende und verdammt unterhaltsame Zeitreise ins Jahr 1910, als die Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte. Und gleichzeitig eine Zeitreise zurück in die 60ies, als die Komödien noch so herrlich politisch unkorrekt waren und einfach nur Spaß machten. Und eine Zeitreise zurück in meine Jugend, als ich als kleiner Junge besonders von den abenteuerlichen Flugmaschinen begeistert war und diesen Film schnell zu einem meiner Lieblingsfilme auserkoren hatte. Und das ist auch heute noch so!