Opulent ausgestattetes und bunt aufwändig bebildertes Biopic, das sich aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen einige Freiheiten in der Darstellung der historischen Geschehnisse nimmt. Die Handlung selbst ist so völlig ohne Vorwissen auch nicht so leicht verdaulich, es erfordert schon die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers, um am Ball zu bleiben, wer jetzt hier mit wem und warum intrigiert. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, zumal das Ganze auch nur leidlich spannend inszeniert wird, denn bei diesem Film stehen offenbar ganz andere Dinge im Vordergrund.
Und das sind die atemberaubenden visuellen Eindrücke. Was hier so an Masken, Kostümen, Kleidern und Setpieces aufgefahren wird ist unfassbar. Dadurch ergeben sich tolle und geradezu berauschende Bilder, die dann aber auch ein ums andere Mal vom Inhalt ablenken. Somit kann man sich den Film auch anschauen, wenn man nicht so genau der Handlung folgt, und sich einfach nur an den tollen Bildern erfreuen. Insgesamt macht das Ganze dann aber einen etwas unausgegorenen Eindruck, vor allem, weil sich der Film dann doch etwas in die Länge zieht – wenngleich manche historischen Ereignisse ziemlich schnell abgehandelt werden, da wirkt der Film dann eher gehetzt.
Immerhin kann man auch einiges an großartiger Schauspielkunst hier sehen, allen voran natürlich Cate Blanchett, die zum Drehzeitpunkt gerade mal 28 Jahre alt war aber hier schon ihr enormes Talent zur Schau stellt. Auch alle anderen wichtigen Personen sind prominent besetzt, besonderes beeindruckend sind Christopher Eccleston, Joseph Fiennes und vor allem Vincent Cassel. Richard Attenborough wird für mich immer John Hammond, der Erfinder des Jurassic Park bleiben, selbst wenn er wie hier ein cooles Kostüm anhat. In einer kleinen Rolle ist kurz sogar der junge Daniel Craig zu sehen.
FAZIT: Visuell beeindruckendes, inhaltlich etwas zu wirres Historienepos mit einer fantastischen Cate Blanchett im Zentrum. Als Biopic nur eingeschränkt tauglich, als Augenschmaus taugt der opulente Kostümfilm aber allemal!