Soldiers of Abu Ghraib
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1,5
Veröffentlicht am 5. Dezember 2025
Der Folterskandal und die entsprechenden Fotos aus dem Gefängnis Abu Ghraib im Irak hat ja seinerzeit für erhebliches Aufsehen gesorgt, insbesondere die in diesem Zusammenhang gemachten Fotos gingen um die Welt. Der Titel dieses Films (und auch der Klappentext) suggeriert, dass es möglicherweise um eine Aufarbeitung dieser Vorfälle geht. Leider ist das nicht der Fall. Es werden zwar direkt Misshandlungen der Insassen dort gezeigt, die erscheinen aber im Vergleich zu dem, was alles in Zusammenhang mit dem Folterskandal bekannt wurde, geradezu harmlos. Die “Verhöre” durch den Nachrichtendienst werden nicht gezeigt, es wird aber mehr oder weniger klar, dass die Insassen dort gefoltert werden. Lediglich das bekannteste Bild mit dem Menschen, der an Stromkabel angeschlossen auf einer Kiste stehen musste, taucht explizit im Film auf.

Auch findet im Film keinerlei kritische Auseinandersetzung mit den Misshandlungen, selbst der Protagonist Jack, dem wir ja 99 Minuten lang folgen, setzt sich nicht damit auseinander. Dabei rücken alle anderen Figuren mit fortlaufender Spielzeit immer weiter in den Hintergrund, ja tauchen gar nicht mehr auf. Um dem Zuschauer aber das Gefühl zu geben, Jack ist nicht der einzige Soldat dort, werden immer wieder ziemlich blöde Szenen eingestreut, die die Soldaten zeigen, in denen sie wie in einem lustigen Pfadfinderferienlager am Lagerfeuer sitzen, sich Geschichten erzählen, oder miteinander raufen wie 10-jährige oder bei sonstigen albernen Spielereien. Die Message des Regisseurs ist dabei ebenso offensichtlich wie sie platt ist und das nervt dann mehr als dass es nützt.

Stattdessen wird eine etwas seltsame, zunehmend vertraute Beziehung zwischen Jack und einem der Häftlinge (der natürlich fließend englisch spricht!) in den Mittelpunkt gerückt. Dabei zeigt sich Jack erstaunlich naiv und wenig reflektiert, aber vielleicht soll das im Drehbuch genau so sein? Er macht bei den Demütigungen und Misshandlungen der Gefangenen mit, zunächst ohne diese in Frage zu stellen, später versucht er dann (allerdings sehr halbherzig) ein paar mal leicht aufzubegehren, gibt aber sofort wieder auf. Es gibt dann nur eine einzige Szene im Film, in der er sich einmal richtig auflehnt, aber selbst das wirkt – vor allem im inhaltlichen Kontext – überhaupt sehr unglaubwürdig und auch hier gibt er wieder sofort nach.

Man fragt sich dann also (spätestens nach der Hälfte der Laufzeit): Was soll das Ganze? Wo will der Film denn eigentlich hin? Und was will uns der Regisseur sagen? Es geht hier ganz offensichtlich nicht um eine Aufarbeitung des Folterskandals in Abu Ghraib, auch geht es nicht einmal um eine kritische Auseinandersetzung mit den im Film gezeigten Misshandlungen. Am Ende haben wir hier einen Film, der das (eintönige) Lagerleben in einem von US-Soldaten geführten Gefängnis im Irak zeigt, nicht mehr. Ähnlich angelegte Filme, wie . der hervorragende “Jarhead”, die vergleichbare Inhalte präsentieren und in der Tradition der großen Antikriegsfilme laufen, konstruieren immerhin noch eine wie auch immer geartete inhaltliche Diskussion mit dem Krieg im Allgemeinen oder den dargestellten Verhältnissen im Besonderen. Aber “Soldiers of Abu Ghraib” versagt an dieser Stelle und bietet unterm Strich dann eigentlich nur müde , eine eigentlich nu blöde Buddy-Story zwischen Soldat und Insasse, hauptsächlich aber in erster Linie nur Langeweile. Somit könnte der Film genausogut auch “Soldiers of Buxtehude” oder “Soldiers of Grevenbroich” heißen, der reißerische Titel ist dann nur billige Bauernfängerei.

Lediglich in der Schlussszene wird das Thema dann doch noch einmal konkret aufgegriffen und sorgt dann zuletzt doch noch für den lang erwarteten Punch und liefert einen wirklich starken Moment. Aber das reicht natürlich niemals, um den Film auch nur annähernd aus dem Sumpf der Bedeutungslosigkeit herauszuhieven. Lange Rede, kurzer Sinn: Keine Empfehlung!
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