Mit South Park – Der Film: Größer, länger & ungeschnitten brachten Trey Parker und Matt Stone ihre anarchische Animationsserie auf die große Leinwand – und lieferten nicht nur einen der bissigsten Zeichentrickfilme aller Zeiten ab, sondern auch einen Musicalfilm, der sich mit aller Kraft gegen Zensur, Heuchelei und politische Überkorrektheit stellt.
Inhaltlich bleibt der Film der DNA der Serie treu: Als die Grundschüler Stan, Kyle, Cartman und Kenny einen kanadischen Schmuddel-Film sehen, beginnen sie, hemmungslos zu fluchen. Daraufhin geraten die USA und Kanada an den Rand eines Krieges – und alles, was sich an prüder Moral, politischer Paranoia und medialer Doppelmoral in den 90er Jahren angestaut hat, wird zur Zielscheibe gnadenloser Satire.
Was den Film besonders macht, ist seine Kombination aus respektlosem Humor und intelligenter Gesellschaftskritik. Die Dialoge sind absurd vulgär, aber nie sinnfrei. Der Witz trifft zielsicher auf Themen wie Kriegspropaganda, religiöse Bigotterie und Doppelmoral in der Kindererziehung. Besonders Cartmans legendärer „Schock-Halsband“-Monolog oder das Musical-Stück „Blame Canada“ sind längst Kult.
Apropos Musik: South Park – Der Film hat es nicht nur thematisch in sich, sondern auch musikalisch – und landete dafür sogar im Guinness-Buch der Rekorde für die „meisten Schimpfwörter in einem animierten Film“. Die Songs, darunter „Uncle F***er“, „La Resistance“ oder „What Would Brian Boitano Do?“, parodieren auf brillante Weise klassische Broadway-Strukturen – und wurden völlig zu Recht für einen Oscar nominiert.
Fazit:
South Park – Der Film ist ein hemmungslos provokantes, musikalisch überraschend starkes und in seiner Satire zielsicheres Stück Popkultur. Wer sich von derber Sprache und bitterbösem Humor nicht abschrecken lässt, erlebt einen Film, der nicht nur unterhält, sondern auch treffend den moralischen Irrsinn der Gesellschaft karikiert. Ein Klassiker des Animationskinos – vulgär, subversiv und erstaunlich klug.