“Bone Tomahawk” ist ein echter Slow-Burner, der sich in seinen 137 Minuten sehr viel Zeit für seine Figuren und deren Konstellation nimmt. Der auslösende Konflikt ist dabei relativ schnell etabliert, dann machen sich die drei so unterschiedlichen Männer auf ihre Reise. Diese fällt dann auch eher unspektakulär aus, es gibt wenig Action, die Dynamik zwischen den drei Charakteren steht im Vordergrund. Während diese sehr glaubhaft und dramaturgisch sehr ausgefeilt und intelligent erzählt wird, schafft der Film gleichzeitig eine zunehmende Atmosphäre der Bedrohung. Der Zuschauer ahnt, dass gleich irgendetwas Unheilvolles über diese Gruppe hereinbrechen wird, ohne dass klar ist, was genau das sein könnte. Etwas vage ist zuvor von “Troglodyten” die Rede, den Rest muss man sich selbst zusammenreimen.
Zum Schluss geht dann die Action nochmal ordentlich ab, es wird streckenweise richtig heftig und richtig fies, sogar etwas unheimlich. Besonders hervorzuheben ist aber natürlich der fantastische Cast, der ganz wesentlich von einem großartigen Kurt Russel, Patrick Wilson und auch Richard Jenkins getragen wird. Alle drei passen hervorragend in ihre Rollen und vor allem Kurt Russel spielt so gut wie nie, er ist der Hauptgrund, warum es auch bei der langen Laufzeit nicht langweilig wird.
FAZIT: Ein echter Slow-Burner, der langsam kommt, dafür aber am Schluss umso krasser reinschlägt. Wer einen wilden Western-Actioner erwartet wird ebenso enttäuscht werden wie derjenige, der einen brutalen Horror-Schocker erwartet. Dennoch ist “Bone Tomahawk” absolut sehenswert!