Neueste Kritiken: Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) - Seite 3
Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
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Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 28. Februar 2015
Ich hatte sehr große Erwartungen in den Film. Ich freute mich seit Wochen auf diesen Film. Ich war beeindruckt von dem Moment an als die Leinwand auf und wieder zu gehen. Hier mal die 3 Gründe warum dieser Film 5/5 Punkten verdient. 1. Die Story. Diese Story ist atemberaubend. Die Dialoge sind genial. Sie sind teils witzig aber auch teils lassen sie offene fragen über die man danach mit Freunde diskutieren. 2. Die Schauspieler. Diese Schauspieler zeigen teilweise die besten Leistungen ihrer Karrier(z. B. Michael Keaton). Und 3. Die Kamera. Der Film kommt mit nur einem Schnitt aus und die Kamera läuft ruhig und flüssig. Das alles zusammen ist ein starker 5\5 Punkte Film.
Gerade erst gesehen, kann sich meine Meinung noch etwas nach oben oder unten bewegen. Im Grunde bin ich mit "Birdman" aber recht zufrieden. Seine Oscars hat der Film völlig verdient erhalten. Es ist eine ziemlich coole Geschichte über die Suche nach Bedeutung seiner Selbst, ziemlich typisch für unsere Zeit, und damit mehr als nur eine Hollywoodsatire. Das wäre für mich aber gleich der erste Kritikpunkt: Ja, im Groß geht die Satire auf. Im Kleinen aber haben die Dialoge hier immer ein paar kleine Ausfälle. Mir wirkt vieles zu sehr nach name-dropping, auch wenn es manchmal lustig ist. Und auch den Soundtrack fand ich dann doch etwas zu eindimensional. Anfangs noch cool, wirkt ein Dauer-Schlagzeug einfach nervig, zumal es so oft auftaucht. Es passt aber. Und so passt in "Birdman" eigentlich alles recht gut zusammen: Die Enge des Theaters mit den schnittlosen Bewegungen; die wunderbaren Darsteller, allen voran Keaton und Norton. Sowie auch das mehrdeutige Ende. Und sogar die Laufzeut: Regisseur Iñárritu hat mir in seinen vorherigen Filmen immer zu langatmig gearbeitet. Besonders "Bituiful" fand ich sehr, sehr enttäuschend, da viel zu langatmig. Hier ist das zum Glück anders! Fazit: Nahe an der Grenze zum Meisterwerk; thematisch mehr als nur eine Satire. Kleinere Schnitzer verhindern für mich die 5 Sterne.
Langweilig. Nur ein "oh, seht her wie selbstkritisch wir Filmleute doch sind"-Film. Die wirklich guten Schauspieler können den mangelnden Plot und den fehlenden Tiefgang auch nicht wettmachen. Schade drum. Weniger pseudokritischer Kunstkitsch hätte gut getan. Die Figuren bleiben oberflächlich, die Dialoge wirken gestelzt.
Selten, nein, noch nie vorher, habe ich eine so große Diskrepanz zwischen meinem Eindruck von einem Film und den professionelle Kritiken bis hin zum 'Oscar' erlebt. An dem hochgelobten Oscar-Siegerfilm 'Birdman' hat mich wirklich nichts überzeugt. Die Figuren und Dialoge wirken gekünstelt und unecht, die Dialoge zudem wie abgelesen, von Humor oder gar Satire war nach meinem persönlichen Eindruck nichts zu sehen. Die zugrundeliegende Geschichte vom Superheldendarsteller, der es im selbsternannt seriösen Theater versucht (und dort natürlich auf Vorbehalte stößt), hat wirklich Potential für ein Drama, eine subtile Charakterstudie oder auch eine Komödie. Meine Kritik bezieht sich hier ganz eindeutig auf die Umsetzung, die auf mich weder dramatisch noch ironisch-witzig oder gar im positiven Sinne komödienhaft gewirkt hat, sondern uninspiriert und wirr. Dadurch fehlt es an Identifikation mit den Figuren, das Ganze wirkte auf mich seltsam beiläufig und ganz und gar nicht authentisch. Das ist das blanke Gegenteil dessen, was ich von einem Film dieses Schlages erwarte. Ich bin aus dem Film vorzeitig herausgegangen (bereits im ersten Drittel), ich bin mir zu wirklich 100% sicher, dass ich für meinen Geschmack da gar nichts verpasst habe. Was die Oscar-Jury z.B. an der Kameraführung hier findet, ist mir ein Rätsel. Für mich hat dieser 'Ein-Szenen-Dreh' geradezu unprofessionell und seltsam effekthascherisch gewirkt. Angesichts der inhärent geringen Dynamik der Geschichte halte ich es für völlig deplaziert, durch fehlende Schnitte noch mehr Langatmigkeit hereinzubringen, aber genau das ist hier geschehen. Es gibt natürlich noch Luft nach unten, aber etwas erstaunt bin ich schon, mir ist es völlig schleierhaft, warum dieser Film den Oscar gewonnen hat.
Birdman ist eine nicht ganz typische Hollywoodproduktion, die durch eine etwas ungewöhnliche und zugleich humorvoll erzählte Story zum Nachdenken anregt, während die Bilder im Kopf bleiben. Der Film besticht durch eine einzigartige Kameratechnik (so gut wie kein Schnitt sichtbar), hervorragende schauspielerische Leistungen und witzige Dialoge mit Tiefgang. Fazit: Ein echtes Kunstwerk, bei dem es einen wundert, dass es selbst nach 2 Wochen Laufzeit und 4 Oscars hierzulande nur in kleinen Kinos läuft.
Ein Meisterwerk von mir gibt es 10 von 5 Sternen dieser Film schlägt alles für mich nach the Wolf of Wall Street der beste Film seit 2007 (vorher würden die Hannibal Filme es einfach zu sehr runter reißen ^^)!
Selten erlebe ich, dass während der Vorstellung immer wieder Zuschauer den Saal verlassen - hier war es mehrfach der Fall und auch auch hatte den Impuls, nun endlich zu gehen, der Film war entschieden zu lang. Die überschwänglichen Kritiken zu diesem Film kann ich nur sehr begrenzt verstehen: ja, der Hauptdarsteller Michael Keaton macht einen guten Job, die Kameraarbeit ist exzellent. Aber darin erschöpft sich für mich auch bereits das Positive. Der Plot, ein ehemaliger Action-Star versucht als Theaterschauspieler und -regisseur noch einmal ein Comeback um seine Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste in den Griff zu kriegen ist, naja sagen wir OK. Die Darstellung des "wilden" Lebens und Treibens, einschl. (verbaler) sexueller Freizügigkeiten der Darsteller hinter den Papp-Kulissen einer drittklassigen Broadway-Theaterbude mag ja den US-Durchschnittszuschauer und Theaterliebhaber faszinieren: ja, so sind sie - das wilde Künstler- und Theatervölkchen. Ich hingegen finde das alles reichlich klischeehaft und gestanzt, tausend mal gesehen, oft besser. Am grauenhaftesten sind die bemüht tiefsinnigen Selbstfindungs-Dialoge von der Preislage "Ich war ein schlechter Vater - aber nun will ich das gut machen!". Da haut man sich das ganze, vermeintlich schief gelaufene Leben und die vielen Versagensmomente um die Ohren. Und man weiß, am Ende wird dann doch alles gut - auch die Theaterpremiere wird natürlich ein Erfolg. Insgesamt trifft vieles, dass die Theater-Kritikerin an Gift gegen den Hauptdarsteller verspritzt, durchaus auf diesen Film zu!
Ich war jedenfalls ganz froh, als es endlich vorüber war und auch das verbliebene Publikum schien mir ziemlich ratlos.
Für mich schon einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Von Musik bis "Schnitt" und Schauspiel und Cinematographie stimmt hier alles. Kein Wunder das der Film für 9 Oscars nominiert wurde.
Es geht um einen Schauspieler, welcher in seinen frühen Zeiten als "Birdman" viel Erfolg feierte, doch jetzt nur noch ein unbedeutendes Licht am Broadway ist und mit seinem Stück wieder Ruhm erlangen möchte.
Ob jetzt Michael Keaton, Norton oder Emma Stone, jeder spielt seine Rolle ziemlich gut und überzeugend. Der Film nimmt einerseits das Massenpublikum und deren Erwartungshaltung zu Kinofilmen auf die Schippe und zeigt perfekt wie zerrütet Schauspieler sein können und wie hart das Showbiz sein kann. Durch die fließenden Schnitte wirkt der Film wie eine einzige lange Plansequenz, was ziemlich entspannt zu gucken ist. Vor allem bietet die musikalische Begleitung fast nur ein Schlagzeug, gewöhnungsbedürftig aber ziemlich gut, was neues.
Wer gerne mal mehr Dialog mag und ästehtische Szenen liebt bzw. mal etwas anderes Kino sehen möchte, unbedingt angucken! 10/10
Für mich hat dieser großartige Film wenig mit dem Mystery Genre zu tun, welches von vielen Popcorn-Kino-Fans hier konsequent abgewunken wird.
Wenn einmal erkannt ist, dass sich die übernatürlichen Begebenheiten nur in der Vorstellung der Hauptfigur abspielen, gibt es weiterhin keine großen Interpretationsspielräume - wäre da nicht die Schlussszene, welche nach Inception Vorbild den Zuschauer auch nach Filmende beschäftigen soll (wirkt hier etwas aufgesetzt).
Der Film saugt einen förmlich auf und lässt einen an dem drohenden Realitätsverlust teilhaben, bis man - die hektischen Kamerafahrten unterstützen diesen Effekt - wirklich nicht mehr weiß wo hinten und vorne ist.
Und neben der Generalschelte gegenüber der Film/Theater/Kritiker/Zuschauer-Welt finden sich einige gehaltvolle Wahrheiten wie " 'Beliebt sein', die kleine nuttige Schwester von Wertschätzung".