Bambi
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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5,0
Veröffentlicht am 29. Juli 2025
„Love is a song that never ends!“

Walt Disneys Lieblingsfilm „Bambi“ (Regisseur David Hand drehte 1937 bereits „Schneewittchen“) gilt einerseits als klassischer „Knuddel“-Film, andererseits als traumatisches Ereignis für viele, wegen dem Tod einer bestimmten Figur (wills nicht vorwegnehmen, auch wenn sicherlich die meisten wissen, was gemeint ist!). Doch in meinen Augen ist da so viel mehr. „Bambi“ (1942) ist ein Disney-Werk, das sich nicht so einfach in schwarz-weiß betrachten lässt, ebenso wie etwa „Fantasia“. Und deswegen empfinde ich „Bambi“ auch als Meisterwerk, ein Film, der eine recht simple Geschichte nimmt und sie auf eine künstlerische, expressionistische Art erzählt. Basierend auf Felix Saltens gleichnamigen Buch von 1923, wurde „Bambi“ einer der erfolgreichsten und populärsten Filme Disneys.

Als der kleine Hirsch Bambi geboren wird, erleben wir seine wichtigsten Momente im Leben. Er lernt seine Freunde aus dem Wald kennen, lernt laufen, seine Mutter erzählt ihm von all den Gefahren, die auf ihn lauern und natürlich die erste Liebe…

Wie kaum ein anderer Disney-Film hat mich „Bambi“ berührt. Klar, wir haben hier an vielen Stellen den bekannten Disney-Kitsch mit süßen Tierchen, die das Leben genießen, aber in meinen Augen sind diese Momente absolut gerechtfertigt durch die dunkleren Momente. Und „Bambi“ enthält einige äußerst düstere Szenen. Der Tod einer Hauptfigur im Besonderem, aber auch die Szene mit dem Fasan fand ich als Erwachsener nicht ohne. Kein Wunder, dass viele Kinder damals auf diese Szenen mit Angst und Trauer reagierten. Für Disney war das damals alles andere als typisch. Seitdem wurde das Thema Tod zu einem deutlich salonfähigeren Element in späteren Disneyfilmen und gilt mittlerweile als ausgelutschtes Klischee. Aber „Bambi“ ist auch noch nach fast 80 (!) Jahren kraftvoll.
In meinen Augen ist es eh wichtig Kindern eine gewisse Portion Angst und Trauer nahezubringen, gerade in Filmen. Das ist heutzutage sicherlich für viele Eltern eine nicht akzeptable Ansicht, aber Kinder müssen lernen, wie die Welt funktioniert. Und wie passend, dass wir dabei über „Bambi“ sprechen, ein Film, dessen Kernaussage in großen Teilen auf dieser Ansicht beruht.

Was „Bambi“ für mich aber besonders hervorhebt, ist die ausdrucks- und bildstarke Präsentation. Technisch ist der Film ohne Frage ein Meisterwerk (die Restaurierung hat dem Film sehr gut getan), die Animationen sehen auch heute noch atemberaubend gut und realistisch aus, da die Animateure damals echte Tiere als Vorlage nahmen. Doch gerade das Farbenspiel ist fantastisch. Da wechselt der Himmel plötzlich in ein bedrohliches rot, weil zwei Hirsche um die Gunst eines Weibchens kämpfen. Und fast alle Geräusche des Waldes (wie etwa Regen oder auch ein großes Feuer) werden durch musikalische Klänge erzeugt. Hier sei auch der starke Soundtrack erwähnt: Edward H. Plumb komponierte einen starken Score, während Frank Churchill wundervolle, opernhafte Songs schrieb.

Auch andere kreative Entscheidungen sind überraschend stark, wie etwa die völlige Abwesenheit der Menschen und nur ihre Schüsse haben eine Präsenz. So wird der Mensch noch gefährlicher und unheimlicher dargestellt, als er ohnehin schon ist. Auch die Abwesenheit von klaren zeitlichen Sprüngen macht „Bambi“ in meinen Augen zeitloser und griffiger.

Fazit: „Bambi“ ist für mich ohne Frage einer von Disneys besten Filmen! Eine universelle Geschichte vom Leben und was es für Konsequenzen mit sich bringt. „Bambi“ zeigt dabei die schönen, aber auch schweren Momente und erzählt das alles kunstvoll durch die Sicht eines Hirsches. Ein Meisterwerk!
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