Remember - Vergiss nicht, dich zu erinnern
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14 Follower 1.578 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 14. Juli 2026
Der Film gehört Chsristopher Plummer. Er spielt seinen Zev Guttman gleichzeitig würdevoll und verletzlich, immer gezeichnet von einer ständigen Angst, wieder zu vergessen. Das ist schon beeindruckend, wie souverän Plummer hier mit ganz feinen Gesten und leichter Mimik agiert und sein Spiel sorgt mehr als einmal für wirklich bewegende Momente. Seine Reise ist aufregend, manchmal richtiggehend spannend und die Story schlägt doch noch den einen oder anderen Haken. Aber wenn man denkt, okay, jetzt ist alles klar, dreht der Film im Schlussakt noch einmal alles bisher Dagewesene komplett auf links und lässt dich mit offenem Mund zurück. Vielleicht hätte man den Twist ahnen können, mich jedenfalls hat der kalt erwischt.

„Remember“ ist mehr als ein Film über Demenz, auch mehr als ein Film über einen Holocaust-Überlebenden. „Remember“ ist ein Film, der nachdenklich macht, der unbequeme Fragen zu Schuld, Verantwortung, Verdrängung und letztlich auch zu Identität aufwirft. Unbedingt anschauen!!
Michael S.
Michael S.

301 Follower 415 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 8. Juni 2016
Ein Film, der als leises Drama über das Altwerden beginnt. Dieser Eindruck setzt sich bis zur Mitte fort, danach wird klar, dass hier wohl eher eine Art Psychothriller vorliegt. Angesichts des dennoch gemäßigten Erzähltempos können die Szenen, in denen Zev die Verdächtigen mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihre Wirkung erst richtig entfalten. Das verlangt manchen Zuschauern sicher Geduld ab, es lohnt sich aber nichtsdestotrotz, bis zum Ende dranzubleiben, denn nur dann versteht man die eigentliche Aussage und Intention des Films. Für genaue Beobachter kündigt sich das am Rande bereits an, gegebenenfalls lohnt es sich, den Film ein zweites Mal anzuschauen.
Neben den erschütternd gut aufspielenden Altstars Plummer und Landau dürfen deutschsprachige Darsteller wie Bruno Ganz und Jürgen Prochnow (mit etwas zuviel Latexrunzeln) als mutmaßliche Ex-Nazis auftreten. Das mag zwar Type-Casting nach Herkunft sein, sie machen ihre Sache aber durchaus gut. Direkte Rückblicke in Zevs Vergangenheit wurden zumindest visuell ausgespart, in Form von kunstvoll eingeflochtenen Soundeffekten (Bomben und Sirenen) finden sie in einigen beklemmenden Szenen dennoch ihren Platz. Warum das so ist, wird später deutlich.
Die immer verzweifeltere Suche des oft verwirrten Zev, der sich nur dank eines Briefes überhaupt an den Plan und die Geschehnisse der Vergangenheit erinnern kann, zeigt, wie nachhaltig die nationalsozialistischen Verbrechen das Leben der Holocaust-Überlebenden zerstören. Themen, wie die Begeisterung nachfolgender Generationen für die Untaten ihrer Väter, aber auch der amerikanische Waffenfetischismus werden ebenfalls angesprochen, bleiben insgesamt aber Randerscheinungen. Was bleibt ist eine meist ruhige aber gerade deshalb intensive und zudem exzellent besetzte Charakterstudie.
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