Das Setting und die Inszenierung sind an sich schon ziemlich geil und hat mich sehr angesprochen. Wir verfolgen die Handlung komplett und ausschließlich (!) und in Echtzeit (!!) über den Bildschirm von Blaire, die somit auch ein bisschen als emotionaler Anker dient. Die Figurenexposition ist relativ kurz aber effektiv, zumindest zu Beginn sind alle Figuren auch einigermaßen sympathisch. Dass jeder von ihnen irgendein Geheimnis hat, steht auf dem DVD-Cover, aber man kann es sich auch so schon denken.
Die sich dann entspinnende Horrorstory wird an dem Suizid einer Mitschülerin aufgehängt, die offensichtlich Opfer von Cybermobbing geworden ist und dadurch in den Tod getrieben wurde. Heute, 2025 weiß man, dass das nicht bloß Horrorfilmdrehbuchschreiberutopie ist, sondern tatsächlich bittere Realität, Cybermobbing ist längst im Schulalltag angekommen, nicht nur in den USA. Die Atmosphäre schlägt relativ bald um in eine sehr beängstigende und unheimliche, der Horror kommt erst schleichend, dann immer fieser und krasser. Die Jumpscares sind rar, sitzen aber 100%, der Film lebt aber eher vom gruseligen Ambiente.
Schauspielerisch ist wie bei solchen Filmen üblich nicht allzuviel, los, es reicht aber für das Setting. Die Effekte sind bedingt durch das Setting nicht massiv, aber effektiv. Die üblichen Found Footage-Fehler (in gewisser Weise ist das hier ja ein FF-Film!) tauchen natürlich wie immer auf, da muss man – ebenfalls wie immer – drüber hinwegsehen, sonst verdirbt man sich den ganzen Spaß!
FAZIT: Fieser kleiner, sehr effektiver Cyber-Horror-Streifen, der ein cooles Setting und eine spannende Prämisse anbietet und hauptsächlich von seiner hervorragend gruselig inszenierten Atmosphäre lebt. Für Genrefans sicher einen Blick wert, für Found Footage-Fans eine klare Empfehlung!