"Wir alle sehnen uns nach Liebe, wir alle wünschen uns mehr Zeit, wir alle haben Angst vor dem Tod."
Was auf den ersten Blick wie ein super-platter Kalenderspruch daherkommt, trägt so unfassbar viel Wahrheit in sich und wird hier in einen ganz wunderbaren Film mit einem unfassbar tollen Schauspieler-Ensemble präsentiert. Na klar, ist die ganze Geschichte so extrem konstruiert, Zufall reiht sich an Zufall, all das erscheint uns so vollkommen unrealistisch. Aber, hey, was soll das ganze Gefasel um konstruierte Zufälle und unglaubwürdige Koinzidenzen? Es geht doch um die Message, um die Nachricht, die dieser Film uns überbringen will. Aber es braucht bei jeder Nachricht halt auch einen Empfänger, der bereit ist, sie entgegenzunehmen. Und man muss sich halt auf diesen Film hier einlassen können, man muss bereit sein, die zugegebenermaßen hanebüchene Prämisse zu schlucken, sonst wird man keine Freude haben mit diesem Film.
Aber es lohnt sich! Die Geschichte, die hier erzählt wird - naja, eigentlioch sind es mehrere Geschichten gleichzeitig - ist so wunderbar und so unverkennbar schön. Natürlich geht es nicht darum, eine "verborgene Schönheit" im Tod eines Kindes zu sehen - wenn ein Kind stirbt, ist da nichts Schönes! Es geht aber darum, nach so einem schrecklichen Ereignis - was könnte schlimmer sein, als sein eigenes Kind beerdigen zu müssen? - wieder zurück ins Leben zu finden und nicht die Liebe zu verlieren. Howard ist hier vollkommen aus dem Leben katapultiert, vegetiert nur noch vor sich hin und ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Am Ende erfährt er dann aber doch noch seine Katharsis und doch aus eigener Kraft, vielleicht hat er nur einen minmalen Anstoß von außen gebraucht, so wie jede der drei anderen Figuren, die ebenso ihre eigenen Sorgen haben und auf ihre ganz eigene Art auf der Suche nach Erlösung sind. Somit zeigt uns der Film, dass es doch immer einen Weg gibt, der nach vorne führt und dass selbst eine solche Tragödie wie die, die Howard hier widerfährt, überwunden werden kann.
Getragen wird das Ganze von einem enormen Staraufgebot, allen voran natürlich Will Smith, der hier (vor allem im letzten Drittel) eine unglaubliche Performance hinlegt! Und das sage ich, obwohl ich ihn eigentlich nicht mag. Wunderbar auch (wie immer) Helen Mirren, ebenso grandios Edward Norton. Etwas blass dagegen Kate Winslet und auch Jeremy Pena bleibt etwas im Schatten. Aber man braucht schon solch großartige Schauspieler, um so eine vogelwilde Story denn auch glaubhaft rüberzubringen und uns das Alles auch glaubhaft zu verkaufen.
Und ein letzter Satz noch, ich wollte es eigentlich vermeiden, aber es muss dochb gesagt werden. Als Vater hat mich der Film dann doch nochmal auf einer ganz anderen Ebene berührt. Vor allem die letzten 7 Minuten brachten mir zum einen eine heftigen WTF-Moment (nein, den Twist hab ich nicht kommen sehen!) und zum anderen hat mich die Szenerie so tief im Herzen berührt, dass ich (nach langer Zeit) bei einem Film wieder geweint hab. Unfassbar, Will Smith' und Naomie Harris' Performance!!!!! Ich glaube tatsächlich, dass man, wenn man selbst Kinder hat, den Film ganz anders sieht, als andere Zuschauer.
FAZIT: Ein zutiefst bewegendes und dennoch sehr positives, lebensbejahendes Drama, das sich um eine fantastisches Schauspieler-Ensemble herumgruppiert. Für mich definitiv einer der besten Filme, die ich seit Jahren gesehen habe! Uneingeschränkte Empfehlung von mir!