Der Film ist natürlich eine Offenbarung für alle Verschwörungstheoretiker und Flat-Earther (was man teilweise an einigen Kommentaren hier erkennen kann), ist aber natürlich in jeder Beziehung fiktiv – außer der Namen wichtiger Persönlichkeiten natürlich. Nett fand ich, dass mehrfach der Name des NASA-Chefs James Webb gedroppt wird, nach dem ja inzwischen unser wichtigstes Deep-Space-Teleskop benannt ist. “Operation Avalanche” ist eine haarsträubend abgedrehte Satire, die herrlich intelligent mit dem unbedingten Wunsch der damaligen USA, den Wettlauf zum Mond gegen die UdSSR zu gewinnen, spielt. Nachdem Kennedy noch angekündigt hatte, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und zurück zu schicken, sind die USA enorm unter Zugzwang geraten. Insofern ist die Idee, die Mondlandung zu faken, gar nicht so weit hergeholt, wer weiß, vielleicht hatte man tatsächlich sowas überlegt...?
Das 60ies Flair wird hervorragend eingefangen, die Settings sind glaubhaft und wirken realistisch, man hat wirklich das Gefühl, hier in den 60er Jahren zu sein. Der Soundtrack besteht fast nur aus Songs von Creedence Clearwater Revival, was natürlich an sich schon sehr cool ist, aber auch toll in die Szenerie passt. Eine Ausnahme bildet die sehr lässige Szene, als Matt den NASA-Funktionären seinen Plan für die gefakete Mondlandung vorstellt. Dazu ertönt der Donauwalzer, was natürlich ein ShoutOut an Stanley Kubricks “2001 - Odyssee im Weltraum” ist, zumal man sich kurz zuvor an Kubricks Ideen bereichert hatte. Außerdem ist das auch noch ein cooler Verweis auf William Karels Film “Kubrick, Nixon und der Mann im Mond”, eine Mockumentary, in der es darum geht, Stanley Kubrick habe im Auftrag der NASA die Mondlandung fürs Fernsehen vorgetäuscht. Hier bietet der Film also für Kenner einige lustige und aufregende Querverweise.
Handwerklich ist der Film durchaus gut gemacht, die Schauspieler sind natürlich jetzt nicht überragend, für ein solches Found-Footage-Setting passt das aber sehr gut. Die Dramaturgie ist spannend, der ganze Film ist als Thriller inszeniert, das funktioniert alles sehr gut. Gedreht wurde mit einem Mix aus analoger 16mm-Filmtechnik und digitaler Technologie, die im Nachhinein auf 60er Jahre getrimmt wurde, gedreht. Das Material wirkt authentisch und erzeugt eine coole zeitgenössische Atmosphäre. Die Aufnahmen auf dem Gelände des Lyndon B. Johnson Space Centers sind übrigens nicht gefaked, sondern echt, die Filmemacher haben sich mit einer List den Zugang dorthin erschlichen.
FAZIT: Aufregend inszenierter satirischer Film im Found Footage-Stil, der eine sehr beliebte Verschwörungstheorie aufgreift und dabei intelligente Querverweise auf Stanley Kubrick und natürlich auch auf “Kubrick, Nixon und der Mann im Mond” liefert. Von mir gibt’s hier eine klare Empfehlung – wenn man mit dem Found Footage-Konzept zurechtkommt.