Der Goldene Handschuh
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Christoph K.
Christoph K.

172 Follower 322 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 24. Februar 2019
Der Film hat mich sehr positiv überrascht. Die Geschichte um den Mörder F. Honka ist durchweg gut erzählt. Es gibt keine Hänger oder stumpfes Abdriften in irrelevante Handlungsstränge (dieses Problem trat bei F. Akins Films "Aus dem Nichts" öfters auf). Der Goldene Handschuh ist großartiges Kino mit Tiefgang und mit Abstand Fatih Akins bester Film. Besonders beeindruckt bin ich vom sozialkritischen Unterton des Films über obdachlos gewordene Frauen. Wie diese Frauen selbst krasseste Gewalt und Erniedrigungen auf sich nehmen, nur um nicht auf der Straße schlafen zu müssen, ist etwas, was auch nach dem Film tief im Gedächtnis bleibt, berührt und zum nachdenken führt.
Auch die Schauspielleistung von Jonas Dassler und durchweg der übrige Cast (besonders der späteren Opfer) war hervorragend. Das ist Schauspielleistung auf höchstem Niveau. Ebenfalls fand ich das "Schmuddelige", "Dreckige" besonders gut gemacht. Nicht dieses ewige sterile Allerlei, sondern Kanten, Hässlichkeit, Hass. Die Ausstattung des Film im Look der 70er Jahre, ist ebenfalls hervorragend zusammengestellt. FAZIT: Ganz großes Kino! Der Film wird eines der Highlights in 2019. Auf keinen Fall verpassen!
Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 613 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 24. Februar 2019
Der Hamburger Kult-Regisseur Fatih Akin ist mit „Der Goldene Handschuh“ im Kino.

Hamburg - St.Pauli, zu Beginn der 1970er: Fritz „Fiete“ Honka (Jonas Dassler) schleppt ältere derangierte Frauen aus seiner Stammkneipe „Der Goldene Handschuh“ ab, tötet einige von ihnen und versteckt die Leichenteile in seiner Mansarde. Den Verwesungsgeruch versucht er vergeblich mit Wunderbäumen zu kaschieren.

Ein typischer Fatih-Akin-Film, denn er zeigt mit Vorliebe und so treffend die tragischen Figuren der Gesellschaft.

Und wieder hat er sich richtig Mühe gemacht. Honkas Bude und die Spelunke wurden mit viele Liebe zum Detail als Bühnenbild nachgebaut. Doch der Film entfaltet erst durch die Menschen, die in dieser Umgebung agieren, seine Wirkung. Und hier ist Fatih Akin dank seiner Erfahrung ein Volltreffer gelungen. Die für Hamburg und viele andere Städte typische Kneipenkultur wird präsentiert. Ewige Thekenhocker, meist mit Spitznamen ausgestattet, reden dummes Zeug mit Dialekt, trinken Bier und Schnaps. Fiete gehört dazu. Frauen, zunächst als hässlich erachtet, werden heiß umgarnt, wenn der Pegel stimmt und der blaue Dunst dicht genug ist. Man amüsiert sich.

Ein ausgefeilter dramaturgischer Bogen wird nicht gespannt. Die Ereignisse sind in einfacher chronologischen Abfolge dargestellt. So darf der Kinogänger eine Milieu-Studie vom Feinsten genießen.

Was sich in der DG-Wohnung von Fritz Honka abspielt, erzeugt keinen Wohlgeschmack. Obwohl Akin sich von Splatter weit entfernt bewegt und die Gewalt häufig aus der Distanz oder teilverdeckt gezeigt wird, ist der Zuschauer nach dem Abspann ordentlich bedient. Das liegt zum einen an der genialen Performance des jungen Jonas Dassler, der den erheblich älteren, dominanzgetriebenen Honka völlig ausfüllt und zum anderen an der Art der Inszenierung, die das Publikum sehr tief in die Kulisse zieht. Die Aktionen und Reaktionen Honkas vermitteln den Ekel mit allem was stinkt und verabscheuungswürdig erscheint intensiv und nahegehend. Nur in wenigen Einstellungen verstellt sich die Hauptfigur zur Karikatur. Dazu gehört auch die unpassende Fantasie über Petra (Greta Sophie Schmidt), die sich Honka als süße Fleischereifachverkäuferin vorstellt.

„Der Goldene Handschuh“ betont mit einem hohen Maß an Authentizität Fatih Akins besondere Gabe zur Beobachtung.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 22. Februar 2019
Danke Faith Akin Er hat es drauf, ein wunderbarer Film. Übrigens hat sich im Goldenen Handschuh im Jahr 2019 kaum etwas verändert. Fast wie in den 70er Jahren.
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