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ToKn
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3,5
Veröffentlicht am 2. Februar 2020
Für mich, weit über Durchschnitt. Habe mich keine Sekunde gelangweilt, auch wenn der Film mittig ein bisschen in die Länge geht. Passt aber, da die Thematik doch ein bisschen Schwere und Langatmigkeit braucht. Schauspielerisch eine solide Ensembleleistung, es muss aber auch keiner über sich hinausgehen. Franco Nero allerdings ohne viel Text, genau der Richtige in seiner Rolle. Elyas M'Barek zeigt, das er auch ernsthaftes Kino kann, auch wenn es mir dank seiner Film-Vita anfänglich schwer gefallen ist, ihn in seiner Rolle glaubhaft wahrzunehmen. (Schwere ernste) Musik finde ich absolut passend und das Filmhandwerk, vor allem in den Außenaufnahmen, absolut überzeugend. Kann so manch eine negative "Fachkritik" nicht ganz nachvollziehen.
Im Kino habe ich mir diesen Film verkniffen, dazu sah er mir zu farblos und viel zu sehr nach einer besseren TV Film Variante aus: ein Gerichtsfilm um einen merkwürdigen Mord; mit Elyas M. Barek läuft obendrein ein eher farbloser Protagonist herum. Nach Sichtung des Films im Heimkino sind meine Bedenken aber etwas weniger geworden: der Film hat eine hässliche Beleuchtung und ein steriles Umfeld, aber durchaus einen sehr krassen Background. Um diesen zu erkennen muß man allerdings ein Weilchen durchhalten da die Hintergründe der Tat erst im letzten Drittel stetig Gestalt annehmen, dann schockt einen der Film allerdings sehr. In seiner Gesamtheit ist der Film wonach er ausschaut, ein deutscher Film mit zahlreichen bekannten Darstellern die aber eher emotional unterkühlt spielen, bei genauer Betrachtung jedoch und Kenntnis des Hintergrundes ist der Film durchaus seine Zeit wert.
Fazit: Eher durchschnittliches Drama welches zum Ende hin einen echt krassen Sprung macht!
"Der Fall Collini" von Marco Kreuzpaintner ist eine sehr gelungene Verfilmung des Romans von Ferdinand von Schirach. Es wurden zwar im Vergleich zum Buch ein paar Änderungen vorgenommen, die aber stimmig sind und zur Figurenzeichnung und zur Handlung passen. Das ist ja nicht oft der Fall, dass eine Literaturverfilmung mit der Vorlage mithalten kann, erst recht nicht, wenn etwas geändert wurde. Die Schauspieler machen ihre Sache ausgezeichnet und Elyas M'Barek zeigt, dass er nicht nur das Komödienfach beherrscht. Kurz: Der Film lohnt sich!
Vom Gott der Literatur zur Göttin der Justiz: unlängst noch als flapsiger Schulchaot in Fack ju Göthe zu sehen, jetzt als Yuppie-Anwalt in einer Literaturverfilmung, die ganz andere Töne anschlägt als die mit ihm gewohnten Komödien. Elyas M’Barek, spätestens auch in Österreich durchwegs bekannt als Pay-TV-Testimonial, auf der Streaming-Couch chillend und durch das großzügige Angebot zappend, will also endlich mal wirklich ernst genommen werden. Weg vom schmachtanfälligen Jungromanzen, weg von Screwball-Blödeleien unterhalb der Gürtellinie. Die Probe aufs Exempel war es wert – M’Barek spielt, als ging es um die zukünftige schauspielerische Existenz und dem Vereiteln einer deterministischen Genre-Zuordnung. Der fesche Publikumsliebling lässt alle Späße außen vor und gibt sich gewissenhaft. Das gelingt ihm. Tatsächlich ist seine Verkörperung des Anwalts Caspar Leinen eine glaubwürdige Interpretation. Allerdings ist der Talarträger so knochentrocken wie manche seiner Gesetzbücher, die er zitiert. Und manchmal auch päpstlicher als der Papst. Das ist ja mal per se nicht schlecht in diesem Job. Alles genau unter die Lupe zu nehmen zeichnet einen guten Rechtsvertreter doch wohl aus, oder nicht? Was stört da schon ein möglicher Verdacht auf Befangenheit, der sich in der Kanzlei des Newcomers breit macht – denn der Mörder, den Leinen zu vertreten gedenkt, hat den Opa seines besten Freundes auf dem Gewissen, ein Krösus unter den Wirtschaftern, fast so was wie Hans Peter Haselsteiner oder Frank Stronach. Einer, der viel Geld und Macht gehabt hat. Und der Leinen in jungen Jahren immer sehr gern mochte. Schwierig, hier trotzdem die Gegenseite zu vertreten. Aber Anwalt ist Anwalt, und Fall ist Fall, das will professionell sein. Also stürzt sich Leinen ins rechtliche Getümmel – und beißt bei seinem Mandanten vorerst auf Granit.
Weiterlesen auf FILMGENUSS auf https://filmgenuss.com/2019/05/27/der-fall-collini/
Sehr gut gespielter bewegender Film, Zeitgeschichte und schockierende Wahrheiten gegen das Vergessen. Selten erlebt dass die Zuschauer noch auf den Plätzen blieben während dem Nachspann. Auf jeden Fall anschauen.
Einer der besten deutschen Filme, die ich gesehen habe. Der Film ist spannend und gleichzeitig traurig. Den geschichtlichen Hintergrund und das damit verbundene Motiv des Täters war nicht vorhersehbar.
spoiler: Ein Stück dunkler Geschichte nach der dunkeltsten Geschichte Deutschlands wird hier gnadenlos aufgedeckt. Stellenweise etwas schleppend entschädigt das Finale die Längen des Films. Gut: Elyas M'Barek in einer ernsten Rolle als Anwalt Nostalgisch: Franko Nero als angeklagter Mandant
Sehr guter und emotional packender Film. Ich fand die erste Hälfte keineswegs langatmig, sondern dramaturgisch schlüssig. Elyas M'Barek und Heiner Lauterbach als Kontrahenten spielten überzeugend. Alexandra Maria Lara fiel dagegen etwas ab. Vor allem die Schlussszene zwischen ihr und M'Barek hat mich nicht überzeugt - das war auch dem Drehbuch geschuldet. Franco Nero faszinierte fast ohne Worte. Die Filmmusik gefiel mir, war aber etwas zu aufdringlich. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren finde ich leichtfertig, es waren doch sehr bedrückende Szenen dabei. Am Schluss hatte ich ein paar Tränen in den Augen. Empfehlenswert finde ich den Film auch für Oberstufenschüler im Geschichts- oder Politikunterricht, besser als alle "graue Theorie".