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    Joker
    Durchschnitts-Wertung
    4,0
    528 Wertungen - 117 Kritiken
    Verteilung von 117 Kritiken per note
    53 Kritiken
    24 Kritiken
    13 Kritiken
    4 Kritiken
    11 Kritiken
    12 Kritiken
    Deine Meinung zu Joker ?

    117 User-Kritiken

    Rojan H
    Rojan H

    User folgen 1 Follower Lies die 2 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 4. Oktober 2019
    Der Film sticht besonders durch die unglaublich starke Performance von Phoenix hervor. Kameraarbeit und Score sind auch erste Klasse. Die Inspirationen aus u.a. Taxi Driver fand ich persönlich sehr geil und sehe es garnicht als negativen Kritikpunkt, wie es bei der Filmstarts Kritik der Fall war, im Gegenteil. Ich wiederhole mich gerne: Joaquin Phoenix hat meiner Meinung nach neue Maßstäbe gesetzt. Der letzte Part hat mich so gepackt wie schon lange kein Film mehr. Werde ihn mir definitiv nochmal anschauen!
    Geraldine G
    Geraldine G

    User folgen 4 Follower Lies die 44 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 10. Oktober 2019
    Der Film ist für mich jetzt schon Meisterwerk. Dramatisch, dreckig, hart. Ich kann weder die filmstartskritik nachvollziehen noch die, von Leuten die nur einen Trailer bewerten. Das ist richtig rotzig.
    Cursha
    Cursha

    User folgen 2800 Follower Lies die 995 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 19. Oktober 2019
    Im Vorfeld wurde bereits viel über den „Joker“- Film von DC gesprochen, der nun in den Kinos anläuft. Viele scharfe Kritik bekam der Film ab, die wie sich jetzt für mich herausstellt, absolut unbegründet ist. Ich bin kein großer Fan der bisherigen Werke von Todd Phillips, aber mit „Joker“ gelingt ihm etwas wahrhaft außergewöhnliches. Die Geschichte handelt von Arthur Fleck, der sich als Straßenclown sein Geld verdient, aber eigentlich von der großen Karriere als Stand-Up-Comedian träumt. Doch trieftet Arthur immer weiter in den Wahnsinn an, nach einer Reihe von erschütternden Ereignissen. Wenn man nicht wüsste, dass der Film auf eine Figur aus einem Comic aufbaut, könnte man diesen Film auch kaum mit einer Comicverfilmung in Verbindung bringen, denn „Joker“ fühlt sich so gar nicht wie eine solche Umsetzung an. Darin liegt gleich schon mal ein großer Pluspunkt. Der Film setzt sich sehr deutlich von den anderen Werken dieses Genre der letzten Jahre ab. Im Grunde braucht sich „Joker“ auch nicht vor der großen Vertretern dieses Genre wie „Logan“, „Watchmen“ oder auch der „The Dark Knight“ Trilogie zu verstecken, den er kann mit diesen mithalten. Das hat mehrere Gründe. Zunächst weil der Film rein optisch schon heraussticht, wie auch von seinem ganzen Handwerk. Die dreckigen, verschmutzten und abstoßenden Bilder, die Kameramann Lawrence Sher von Gotham einfängt sind atemberaubend, hinzu kommt, dass der Film ein sehr körnigen Look erzeugt, der den Film wirklich wie ein Film der 70er und 80er Jahre wirken lässt. Was vielen anderen Werken eben nicht gelingt, meistert Sher hier mit Bravur. Und auch großartig ist die mitreißend, depressive Musik der Isländerin Hildur Guðnadóttir, die mit ihrem Score zum Film eine wirklich verstörende und melancholische Abwärtsspirale geschaffen hat. So viele Bilder wirken einfach wunderschön, auf eine sehr grausame Art und Weise und alleine durch seine Handarbeit ist „Joker“ schon einzigartig in seinem Genre. Aber auch die Musik lässt, im Vergleich zu den Filmen aus dem Marvel Studios, einen bleibenden Eindruck. Aber das ist nicht das Einzige was der Film besser macht. Nein! Auch dass der Fokus einmal auf ein paar sehr wenigen Figuren liegt, ist gerade in den sich zu riesigen Ensemblefilmen entwickelten Filmen von Marvel, wieder eine glorreiche Abwechslung. Den der Fokus liegt vollkommen auf Joaquin Phoenix. Worin sich die nächsten zwei Pluspunkte finden. Zunächst ist es ohnehin spannend einen Film auch einmal über einen Antagonisten zu sehen. Davon gibt es viel zu wenige, bzw. leider bleiben die meisten Schurken in Comicverfilmung eher blass, austauschbar und vergessenswert. Glücklicherweise wird dies mit dieser Figur und dieser Interpretation nicht passieren. Allein von spannenden Gegnern möchte ich mehr sehen. Vor allem wenn sie so gezeichnet werden wie von Joaquin Phoenix. Und ich kann gleich sagen, dass sich Vergleiche mit Ledger, Nicholsen und co. Nicht lohnen, den dafür ist dieser Joker zu anders und besonders. Ich habe mich im Kino nie dabei ertappt Vergleiche aufzustellen, so war ich gefesselt von Phoenix, der etwas vollkommen eigenes daraus macht und eine neue, spannende Version des Schurken schafft. Und dabei stört mich auch der Begriff der Küchenpsychologie der in der Kritik dabei öfters viel, den ich finde, weder kommt der Film mit halber Psychologie daher, noch wird die Rolle bis in jedes noch so kleines Detail erklärt. Die Zusammenschlüsse sind logisch und machen aus dem Joker einen Menschen, der erst noch zu den wird was er ist. Dabei ist mit dieser Weg sogar sehr viel lieber, als jemand in ein Becken mit Chemikalien zu werfen und danach ist er plötzlich wahnsinnig (siehe „Batman“ von Tim Burton). Der Charakter funktioniert in sich geschlossen und bringt eine große Tragik mit sich, die mich verzaubert hat im Kino. Der Joker ist ein gebrochener Mann, dessen Motive stets logisch und nachvollziehbar sind. Nie hatte ich den Eindruck es wirkt unschlüssig. Vor allem dank Joaquin Phoenix, der wieder einmal Oscarwürdig spielt und sowohl psychisch, wie auch physisch eine Glanzleistung hinlegt. Es war wunderbar den Fokus nur auf ihn zu legen. Und noch zum Thema Gewalt, die ja stark diskutiert wurde. Ja, die Gewalt schlägt ein, aber sie ist auch so erschütternd und grausam und so weit weg von der Romantisierung, dass ich die vielen Debatten dazu nicht nachvollziehen kann. Da gab es schon problematischere Filme. Hier passt sie aber gut in den Kontext der Geschichte. „Joker“ beschäftigt sich dabei mit einer Vielzahl von gesellschaftsrelevanten Problemen, die sich auch in der Modernen finden und macht ihn daher auch zu einem sehr modernen und zeitgenössischen Film, der Genreuntypisch ist. Da wäre zum Einen, die Auswirkung der Gesellschaft auf das Individuum. Der Joker wird zu einem Produkt seiner Mitmenschen, welches schließlich seine einzige Zuflucht in der Gewalt findet. "Das schlimmste an einer psychischen Erkrankung ist, dass die Leute erwarten, das du so tust als hättest du keine". Dieses Zitat spiegelt dieses Bild wieder. Die Konsequenz dieses Theaters, welches der Joker täglich spielt um sich der Gesellschaft anzupassen führt schließlich in seinen seelischen Ruin, da niemand im Stande war, sich den Problemen und Bedürfnissen von Arthur anzupassen. Gerade wie hier mit dem Thema psychische Erkrankungen umgegangen wird, finde ich schlicht spannend. Vielleicht ein Appell an unsere Gesellschaft mehr auf unsere Mitmenschen zu achten, bevor sie sich in eine radikalere Welt flüchten. Aber auch die Gesellschaftliche Entwicklung in dem Film ist sehr spannend, gerade bezogen auf die Moderne, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer größer und unausgewogener wird. Die Anarchisten, die auf die Straße gehen, die sich von der Spitze verlassen fühlt und sich schließlich gegen sie erhebt. Das ganze Mündet schließlich in einem wunderbaren Finale, dass das ganze Dilemma in wenigen Sätzen auf den Punkt bringt und bei mir gerade am Ende pure Gänsehaut erzeugt hat. Kurz: Handwerklich perfekt! Joaquin Phoenix spielt erstklassig und schafft eine einzigartige Interpretation des Jokers, der wieder neue Facetten öffnet. In seinem Genre absolut herausragend und außergewöhnlich, ist „Joker“ ein sehr brutaler und abschreckender, wie auch sehr kritischer und zeitgenössischer Film, der das Medium Comicverfilmung wieder auf ein neues Level hebt. „Joker“ wird nicht allen gefallen, dafür ist er zu außergewöhnlich, aber er hat etwas geschafft, was immer seltener wird. Er schafft es zu polarisieren und Leute zur Diskussion anzuregen, bzw. zur Analyse einzuladen und dass ist schon einmal ein großer Verdient des Filmes, das es schaffen könnte dem Kino wieder etwas mehr Leben einzuhauchen. Für mich ein Film, den man gesehen haben muss!
    Daniel R.
    Daniel R.

    User folgen Lies die 4 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 11. Oktober 2019
    Über 220.000 Bewertungen bei Imdb und einen Bewertungsschnitt von 9/10 haben mich veranlasst heute ins Kino zu gehen und diesen Film zu schauen. Und ich muss sagen, ich sah ein Meisterwerk. In Zeiten in denen Bücherverbrennungen kein probates Mittel mehr sind, um bestimmte Gedankenrichtungen zu unterbinden, wird heute viel subtiler auf den Konsumenten eingewirkt. Es wird NegativIert und absichtlich kritisiert, obwohl das Schauspiel einmalig brillant ist. Ich kann die Angst bestehender Machtstrukturelemente und deren Helfer in Form von Medien verstehen. Und mir ist hier wieder einmal klar geworden, dass Filmstarts ganz klar ein Instrument derer (geworden) ist, die lenken und manipulieren wollen. Dieser Film ist ein Meisterwerk, weil er auf brutalster Weise daran erinnert, wie wenig emphatisch, wie zerfressen und zerklüfteter Menschen in kapitalistischen Systemen werden. Da treffen sich Reiche im Kino um gemeinsam über einen Film zu lachen, während die, die in der Gesellschaft ganz am Rande stehen gegen Armut, Ratten und Müllverschmutzung demonstrieren. Der Film hat schon fast etwas von reportagenhaften Elementen. Wer die Wohnbehausungen vieler Obdachloser in den USA kennt, weiß wovon ich spreche. Vor allem aber zeigt dieser Film, was eine Gesellschaft, die nur auf Konsum, Macht und MEHR aufgebaut ist, aus Menschen machen kann. Die Angst dass dieser Film weitere Ausgestoßenfühlende dazu veranlassen kann, ein Massaker auszuüben, ist deshalb so real, weil er alle Elemente beinhaltet, die dazu geführt haben, dass es unzählige dieser Massaker schon längst gegeben hat. Soll heißen, der Film bietet nicht den Anstoß, sondern die Erklärung dafür. Ich bin froh, dass es solche Filme in die Kinos schaffen und ein Joaquín Phönix mit ganz großer Wahrscheinlichkeit auch den Oskar als bester Schauspieler bekommen wird (muss).
    niman7
    niman7

    User folgen 390 Follower Lies die 616 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 10. Oktober 2019
    In den letzten Jahren häuften sich Fälle von Gewaltverbrechen durch Menschen, die entweder in einer Menschenmenge hinein rasten oder wild um sich schossen. In der Regel wird schnell danach ein psychologisches Bild des Täters erstellt. Fragen nach dem Motiv werden aufgeworfen und vor allen Dingen: was bewegt einen Menschen zu diesen schrecklichen Taten? Hangover-Regisseur Todd Philipps möchte dieser Frage auf den Grund gehen und bedient sich hierbei an der Vorlage des wohl größten Bösewicht´s aller Zeiten- dem Joker! Gotham in den 80er Jahren: der Talent lose Einzelgänger Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) verdient sein Brot damit in dem er verkleidet als Clown Werbeschilder durch die Gegend schwingt. Dabei träumt Arthur eigentlich von einer Karriere als Komiker. Nachdem er von einer Jugendgruppe in einer Gothamer Gasse zusammengeschlagen wird, erhält er von einem Kollegen eine Pistole, um sich bei zukünftigen Zwischenfällen verteidigen zu können. Der nächste Zwischenfall kommt früher als gedacht und Arthur wird von 3 halbstarken Schnöseln in einer U-Bahn attackiert. Ungewollt erzeugt Arthur damit eine Welle der Demonstrationen und Gewalt... Auch wenn Philipps sich hier bei einer Comic Vorlage bedient, sollte man den Film tunlichst nicht als Blockbuster oder gar als Superheldenfilm sehen. Seine "Joker" Version ist ein Psycho-Drama über einen gebrochenen Mann- dem keine Aufmerksamkeit geschenkt wird und nur Gelächter widerfährt. Das heikle Thema umschifft hier Philipps gekonnt und schlägt sich niemals auf die Seite von Terroristen oder dergleichen labilen Menschen, die nur Unheil mit sich bringen. Auch wenn er sich nicht auf die Seite von Arthur positioniert, erzeugt rasch eine Sympathie für die Figur des Arthur Fleck. Beispielsweise wenn er einfach nur jemanden zum Reden sucht aber seine Therapeutin ihm nicht nur ignoriert, sondern Sage und Schreibe 7 (!) Arzneimittel verschreibt und obendrein selbst von der Wirkung nicht überzeugt ist. Arthur Fleck ist ein gebrochener Mann, der wie jeder andere seinen Träumen nachgeht, aber eben von der Gesellschaft gemieden wird. In einer Szene sagt er, dass ein riesen Wirbel um tote Schnösel gemacht wird, aber sich niemand darum schert, wenn er halbtot auf der Straße liegt. Arthur leidet ebenfalls unter einer Krankheit: er kann sein Lachen nicht steuern und fängt unkontrollierbar an zu lachen. In einer anderen Szene sagt Arthur, ihm wurde gesagt, er solle seine Krankheit unterdrücken und versuchen, sich normal zu verhalten. Damit und mit vielen weiteren Szenen hält Philipps der Gesellschaft ein Spiegel vor Augen. Auch wenn die Figur einem Comic entsprungen ist, ist sie so real und aktuell, wie es nur geht. Er präsentiert uns einen offensichtlich gebrochen Mann (seelisch und körperlich), dem nicht geholfen wird und man so unfreiwillig in ihm eine böse Saat sät... Ja, Philips hat offensichtliche Anspielungen auf Taxi Driver, King of Comedy und GoodFellas eingebaut. Teilweise 1:1 nachgedreht. Ist das schlimm? Nein, ganz im Gegenteil. Er vereint diese kultigen Meisterwerk wunderbar in einem und verbindet all die verschiedenen Elemente gekonnt in seinem Psychodrama. Teilweise hat es mir sogar Spaß bereitet auf Anspielungen zu achten. Ein Drama funktioniert nur, wenn die Schauspieler die Tragik überbringen. In der Vergangenheit gab es famose Interpretationen des verrückten Clowns. Wohl jeder Schauspieler muss sich an Nicholson und Ledger messen lassen. Joaquin Phoenix reiht dem Joker eine weitere Facette ein. Er nimmt dieses anarchische aus dem Comic komplett weg und gibt ihm einen gewaltigen Schuss Trauer und Ernsthaftigkeit hinzu. Phoenix Spiel ist durchgehend überwältigend. Wenn er von einer Sekunde auf die andere in Gelächter ausbricht und dann wiederum einen plötzlich eiskalt in die Augen schaut, gefriert das Blut in einem. Er ist herrlich durchgeknallt und trotzdem empfindet man mit diesem Mann so viel Mitleid. So viel Empathie. So sehr wünscht man sich, dass er und seine Nachbarin ein Paar werden und diesen dürren, kranken Menschen, endlich jemand etwas Liebe schenkt. An dieser Stelle verdient auch Phoenix´ Synchronsprecher Tobias Kluckert eine Erwähnung. Er macht seine Arbeit gewohnt hervorragend- Schauspiellegende Robert De Niro (spielte einst alle Filme nachempfundenen Filme selbst) kann hier als Talk Show Moderator Murray Franklin brillieren. Von ihm kommt ein bissiges Kommentar nach dem anderen und im späteren Verlauf spielt auch er eine Schlüsselrolle für den Joker... Auch auf der technischen Seite braucht der Film sich nicht zu verstecken. Die fiktive Stadt Gotham (könnte das New York aus Taxi Driver sein) versinkt in Schmutz und Anarchie. Müllsäcke türmen sich bereits, in den Nachrichten ist die Rede von Riesenratten, Gewalt an jeder Ecke, gefühlt kein Bauwerk ohne Graffiti und als Zuschauer ist man schier endlos abgeschreckt von diesem hässlichen Grau. Auch der Soundtrack überzeugt hier auf ganzer Linie. Die depressiven Töne ziehen einem nur weiter in den Sog und Kinosessel wird sehr ungemütlich. Das Einzige, was am Film stört, ist die Kameraführung. Auch wenn diese 80er Jahre Optik perfekt eingefangen wurde, ist sie und da, doch zu wackelig. Besonders in den dunklen, engen Räumen von Arthurs Wohnung, stört es ungemein. FAZIT: Ein Film, der einen von Anfang in seinen deprimierenden Sog zieht. Ein Psychodrama, was viele Fragen aufwirft. Philipps Film fühlt sich so erschreckend echt an. Joaquin Phoenix dürfte mit seiner Monster-Leistung seinen endlich hochverdienten Oscar in der Tasche haben.
    nada n
    nada n

    User folgen Lies die Kritik

    5,0
    Veröffentlicht am 16. Oktober 2019
    Diesen Film so unneutrale zu Bewerten wie Filmstarts 2/5 ?! Tut diesmal einfach Weh, Der Film hat nicht nur unglaublich Spaß gemacht, die Rollen waren großartig besetzt, joaquin phoenix in Höchstform(jede Szene ist eine Phoenix -Szene!!), tolle aufwendige Bilder , guter Look, handgemachte Effekte. Der beste Film seit Jahren. Viel Spaß an jeden!!
    Dailydead
    Dailydead

    User folgen 7 Follower Lies die 32 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 14. Oktober 2019
    Joker ist ein sehr düsterer Film und zeigt auf eine realistische Art und Weise einen erfolglosen, gebrochenen und labilen Mann, der zunehmend von den Menschen in seiner Umgebung ausgelacht, gedemütigt oder beschimpft wird, bis er sich letztlich nur noch mit Gewalt zu helfen weiß. Die teils recht brutalen Taten vom Joker im Film kann man natürlich nicht gut heißen, sie sind aber glaubwürdig aufgearbeitet worden und wirken daher nachvollziehbar, wenn man sich in die Lage des Jokers hineinzusetzen versucht. Joaquin Phoenix als Joker liefert eine hervorragende Performance ab und die zwei Stunden verfliegen im Nu, man hat Gänsehaut von Anfang bis Ende. spoiler: Der kleine Bruce Wayne hat auch einen kurzen Auftritt in wenigen Szenen. Das ist netter Fan-Service, Bruce Wayne Jr. aus der Serie "Gotham" ist aber schauspielerisch deutlich überlegen und auch die Szene, als Bruce's Eltern ermordet wurden, fühlen sich im Film nur oberflächlich eingebaut an. Fazit: Auch wenn es mitunter kleinere Mäkel im Detail gibt, bleibt Joker ein würdiger Film für alle Fans des Gotham Universums.
    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 184 Follower Lies die 440 Kritiken

    3,0
    Veröffentlicht am 11. Oktober 2019
    Todd Phillips, bekannt durch „Hang Over“, hat sich an einer Figur aus der DC-Comicwelt versucht. Der geisteskranke Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) möchte so gerne ein berühmter Comedian werden. Doch er lebt in erbärmlichen Verhältnissen mit seiner Mutter Penny (Frances Conroy) im Gotham der frühen 1980er. Als ihm die Medikamente aus Kostengründen gestrichen werden, ist es schlecht um Arthur bestellt. Für Todd Philips ist es ein Versuch geblieben. Zum Abspann ist nicht klar, was der Filmemacher eigentlich wollte. Die Charakterstudie versinkt anteilig in einem theatralischen Aufzug nebst dem völlig überladenen Score. Andere Parts wirken reell. Diverse Situationen werden mit Horrorelementen durchmischt, leider nicht konsequent. Damit sind nicht die blutigen Gewaltausbrüche gemeint (diese kommen übrigens ohne große Effekthascherei oder splatterige Nahaufnahmen aus). Aber muss Arthur im Gespräch mit der Psychologin düster beleuchtet sein und mit einem künstlich erzeugten Funkeln in den Augen auf die Dame einreden? In anderen Momenten ist dies offensichtlich nicht notwendig. Unter dem Inszenierungsdurcheinander leidet auch die gesellschaftskritische Komponente. Klar, Todd Phillips möchte irgendwie den großen Wunsch des Arthur Fleck nach Glanz und Ruhm visuell unterbringen. …und dazu ein bisschen Comic; das Überraschungsei ist letztendlich nicht adäquat. Folglich geht der Zugang zum Joker schon recht früh abhanden. Für den Genuss einer meisterhaft guten Charakterstudie ist „The Master“ (2012 von Paul Thomas Anderson) zu empfehlen. Hier spielt wiederum Joaquin Phoenix einen psychisch kranken Kriegsheimkehrer. Keine Pillen, mehr Durchdreh, mehr Werkzeuge, desto tot. Das ist zu einfach, zu hollywoodlike und nur wegen Joaquin Phoenix zu ertragen. Zudem muss das Gemüt des Arthur noch ganz schön gesund werden, wenn der Joker später umfangreiche Verbrechen planen möchte, oder?! Obwohl, in der DC-Comicwelt herrscht gar keine Einigkeit darüber, wie der crazy Clown bürgerlich heißt. Vielleicht wird ein anderer der große Batman-Gegner, schätzungsweise ein jüngerer, denn der Altersunterschied zwischen Arthur und dem kleinen Bruce Wayne (Dante Pereira-Olson) ist doch beträchtlich. Darf’s noch ein bisschen Schizophrenie sein? Gern, das funktioniert prima mit einer schnittig untergejubelten Taschenspielertrickauflösung, damit sich der Zuschauer ein Aha denken kann. „Joker“ ist schon weit fortgeschritten, als die Traumatisierung des kleinen Arthur wie eine Offenbarung überreicht wird. Warum das denn? Nun ja, aus dramaturgischen Gründen, Phillips muss ja erst die Vaterfrage klären. Zugegeben, viele Passagen sind isoliert betrachtet sehr ansehnlich - vor allem aufgrund des aufopfernden Spiels des niedergehungerten Hauptakteurs (auch stark: Zazie Beetz) - und Langeweile kommt wegen der Fülle der Ereignisse gar nicht erst auf, aber ein gutes Werk muss als Komposition glänzen. Die One-Man-Präsentation des Joaquin Phoenix ist gelungen, „Joker“ lediglich als Stückwerk.
    Ferothewizard
    Ferothewizard

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    5,0
    Veröffentlicht am 31. Oktober 2019
    Der Film ist ein absolutes Meisterwerk und ein Ausnahmefilm. Ich habe selten (bis nie) einen so dermaßen gesellschaftskritischen, kapitalismuskritischen Film gesehen wie "Joker". Und ich habe selten bei einem Film so viele Emotionen durchmachen müssen wie bei "Joker". Man kann absolut nachvollziehen, warum Arthur Fleck (alias Joker), völlig erniedrigt, ausgestoßen von der Gesellschaft, als total ausgegrenzter Außenseiter irgendwann zur Waffe greift und sich an seinen Peinigern (die Gesellschaft) rächt. Und hier wären wir auch bei Joaquin Phoenix. Seine Leistung ist undiskutabel, er liefert in diesem Film wahrscheinlich die Rolle seines Lebens ab (alleine das völlig absurde Lachen in unangebrachten Situationen, einfach nur genial !!). Joaquin Phoenix spielt nicht den Joker, er IST der Joker, eine absolute Meisterleistung. Ich habe den Film gestern in der Abendvorstellung gesehen und bin immer noch dabei, ihn zu verdauen. "Joker" ist definitv einer der besten Filme der letzten Jahre. Ein Spiegel, der einer Gesellschaft vorgehalten wird ,die pausenlos Verlierer produziert um sich dann " unschuldig" zu wundern, das diese Menschen ausrasten. Die Kritik von 2 Sternen seitens Filmstarts ist mir deswegen absolut unverständlich.
    Roger T
    Roger T

    User folgen Lies die 25 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 16. Oktober 2019
    Ein emotional ungemein packender Film mit einem Joachim Phoenix, dessen schauspielerische Leistung hier einfach einzigartig ist - eindeutig oskar-reif. Er erzählt die Geschichte einer gequälten Kreatur, die irgendwann nicht mehr anders kann, als die Gewalt, die ihr angetan wurde, wieder nach außen zurück zu geben. Diesen Prozess mitzuerleben ist ein packendes und schmerzliches Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Unvergessen die Szene, in der der Joker auf der Haube eines Autos steht als der König der Gedemütigten und Entrechteten.
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