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3,5
Veröffentlicht am 10. August 2026
„Paris, Texas“ ist kein Film für Eilige, mit fast 2 1/2 Stunden Laufzeit entbehrt er doch nicht einiger Längen, vor allem der Mittelteil ist streckenweise ziemlich zäh. Dennoch ist Wim Wenders hier nichts Geringeres als ein Meisterwerk gelungen.
Der Film besticht vor allem durch seine Bildsprache, sein Kameramann Robby Müller hat hier wahrlich Bilder erschaffen, die man nicht wieder vergisst. Die staubige, weitläufige Wüste, dann die grell beleuchteten, aber dennoch inhaltsleeren Straßen in Houston, das Kontrastspiel der Farm rot und blau, das ist schon meisterhaft. Sehr lässig ist auch der Soundtrack, von niemand geringerem als von Gitarrenlegende Ry Cooder eingespielt. Die Musik passt perfekt zu den Bildern, die Einsamkeit und Melancholie wird erst durch den Sound richtig erfahrbar.
Leider hängt der Film aber gerade im Mittelteil ziemlich durch, die Szenen mit Travis und seinem Sohn im Auto ziehen sich arg in die Länge, ohne das dort irgendetwas Substanzielles verhandelt wird. Überhaupt ist Travis ein ziemlich sperriger Typ, vor allem zu Beginn fällt es schwer, ihm nahe zu kommen, er hält nicht nur seine Umwelt, sondern auch den Zuschauer auf Distanz.
Die letzte halbe Stunde ist dann noch einmal geradezu magisch. Der Dialog zwischen Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski über eine Einwegscheibe ist brillant geschrieben und offenbart auf geniale Weise die ganze Tragik der zerbrochenen Familie. Man muss sich aber schon auf dieses wirklich entschleunigte Erzähltempo einlassen können, um den Film wirklich genießen zu können. Falls nicht, wird man schnell gelangweilt sein, falls ja, wird man mit einem der ganz großen Kinoklassiker der 80er Jahre belohnt.
Na toll. Vielleicht war das 1984 noch nicht so aber mittlerweile gibt es wirklich bessere Familiendramen. Trotz ruhiger Aufnahmen, eindrucksvollen Landschaften kein Meilenstein.
Wim Wenders Glanzstück “Paris, Texas" gilt als ein absoluter Meilenstein der Filmgeschichte. Dieses Arthouse-Drama weiß vor allem durch seine Bilder und die schlüssige episodenähnliche Erzählweise zu überzeugen. Harry Dean Stanton spielt hier die Riolle seines Lebens und Nastassja Kinski ist einfach nur atemberaubend bezaubernd. Wer Action sucht ist hier so fehl am Platz wie Paris in Texas, aber wer eine feinfühlige, charmant in Szene gesetzte Geschichte erzählt bekommen haben möchte und ein bisschen Zeit mitbringt, dem sei “Paris, Texas" unbedingt ans Herz gelegt.
Ein Mann, er heißt Travis, ist in Texas auf der Suche. Er sucht seinen Sohn, seine Frau und eine neue Chance. Wir erfahren erst spät im Film, weswegen Travis‘ Familie auseinanderbrach, doch spüren können wir die Auswirkungen in nahezu jeder Sekunde. Weite, leere Wüstengebiete spiegeln die Einsamkeit, der Blick in die Ferne und den Eisenbahngleisen hinterher zeugt von Hoffnung. Schauspielkino ist „Paris, Texas“ obendrein, besonders wegen Harry Dean Stantons Darstellung des Travis und Nastassja Kinski als dessen Ex. Wenn sich das lange getrennte Liebespaar dann am Ende trifft, ergänzen Inszenierungskunst und Akteursleistung einander so vortrefflich, dass eine emotionale Wucht entsteht, die Wenders Roadmovie unvergesslich macht.
... ist der Film ein Meisterwerk. Ich kann mich der Analyse des Filmstarts-Kritikers nur anschließen. Ich habe den Film jetzt bei Arte noch einmal gesehen und muss sagen: Beim zweite Anschauen wirkt er sogar noch besser. Wenn ich nur neun von zehn Punkten geben, dann für den - wie in der Rezension treffend beschrieben - spröden Inszenierungsstil, der einigen Zuschauern doch ein gewaltiges Maß an Geduld abverlangt. Und die wird nicht jeder bereit sein aufzubringen.