Black Panther 2: Wakanda Forever
Durchschnitts-Wertung
3,3
303 Wertungen

45 User-Kritiken

5
6 Kritiken
4
8 Kritiken
3
9 Kritiken
2
7 Kritiken
1
13 Kritiken
0
2 Kritiken
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
vodkamartini
vodkamartini

6 Follower 24 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 13. November 2022
Katzenwäsche - Wakanda geht baden

Trauerarbeit führt häufig zu Schwermut, innerer Leere und Orientierungslosigkeit. Das gilt um so mehr, wenn der Tod völlig unvermittelt eintritt und einen jungen Menschen trifft. So geschehen bei Chadwick Boseman, dem vor allem aufgrund des phänomenalen Erfolgs als Marvel-Held Black Panther eine große Zukunft vorausgesagt wurde. Man durfte also sehr gespannt sein, wie das unvermeidliche Sequel ohne ihn auskommen würde. Der pompöse Titel „Wakanda Forever“ gab bereits einen ersten Fingerzeig auf die tonale Ausrichtung des Films. Buchstäblich wie Phoenix aus der Asche würde ein neuer Panther aufsteigen und die gloriose Geschichte des Königreichs fortschreiben. So zumindest die geschürte Erwartungshaltung.

Satte 160 Minuten nimmt sich Regisseur Ryan Coogler Zeit, um diese Wiederauferstehung in Szene zu setzten. Die Zeichen stehen also auf Epik. Eine längere Laufzeit nickten die Marvel-Bosse jedenfalls lediglich beim großen Superhelden-Finale „Avengers: Endgame“ ab, ein gutes Omen dachte man wohl, denn auch dort herrschte anfangs eine bleierne Tristesse ob der Auslöschung der halben Erdbevölkerung. „Black Panther 2“ beginnt mit einer ähnlichen Stimmung, aber damit hören die Parallelen schon auf. Denn während „Endgame“ es scheinbar spielend schafft den Zuschauer in die emotionalen Untiefen seiner trauernden Helden zu ziehen, lässt einen das Schicksal der ebenso hart vom Schicksal getroffenen Wakandaner seltsam kalt.

Hier zeigt sich bereits die Hybris der Verantwortlichen, die offenbar angenommen hatten, dass der riesige Erfolg des Originals seine Figuren ähnlich im kollektiven Bewusstsein verankert hätte wie zuvor die kunterbunte Rächer-Truppe. Aber während Captain America, Black Widow, Thor, Bruce Banner alias Hulk und Tony Stark alias Iron Man über Jahre und zahlreiche Filme zu popkulturellen Ikonen gereift waren, waren die Mitstreiter und Verwandten des wakandanischen Königs lediglich mal mehr mal weniger im Fokus stehende Nebenfiguren eines singuläreren Superheldenabenteuers. Konkret gemeint sind damit T´Challas Schwester Shuri, seine Mutter Ramonda, seine frühere Geliebte Nakia sowie Okoye, die Generalin der königlichen Garde. Dieses Quartett soll nun die Lücke schließen, die der Tod des Königs hinterlassen hat. Dass dies nur in Einzelszenen gelingt, beraubt den Film seines emotionalen Kerns, was angesichts des emphatischen Primats eine enorme Hypothek darstellt.

Aber es kommt noch schlimmer. Denn während Avengers: Endgame mit dem Zeitreise-Kniff, sofern man diese Prämisse schluckt, nicht nur frischen Wind durch die Tristesse der gebeutelten Helden bläst und auch bewusst humorvollere Töne anschlägt, verweilt Coogler deutlich länger bei der Trauerbewältigung seiner Protagonisten und streut nur zwei kurze Actionsequenzen ein, die die narrative Schleichfahrt bestenfalls ein wenig anschubsen. Das wiegt umso schwerer, da ein Antagonist vom Format des Planeten verschlingenden Thanos schmerzlich vermisst wird. Der Jahrhunderte alte Unterwasser-Prinz Namor ist ein müder Abklatsch des DC-Wassermannes, dessen wieder einmal bemühte Unkaputtbarkeit ähnlich enervierend ist wie sein fehlendes Charisma. Wenn man während der Kampfszenen zwischen den Wakandanern und Namors Meeres-Kriegern ständig daran denkt, dass man hier der sich bereits aufbauenden Flutwelle des Blockbuster-Königs James Cameron zuvorkommen wollte, dann ist etwas faul im Staate Marvel. Dass der vor dem Film gezeigte Trailer von „Avatar 2" schonungslos die CGI-Schwächen der Wasserszenen entlarvt, kommt in diesem Zusammenhang einer Eisberg-Kollision gleich.

Dennoch gibt es auch positive Ansätze. Vor allem zu Beginn des Films finden sich ein paar kluge Ideen. Der globale Wettstreit um das lediglich in Wakanda vorkommende Vibranium weist erschreckende Parallelen zu aktuellen weltpolitischen Spannungsfeldern auf. Auch die schrittweise Eskalation des Konflikts zwischen Wakanda und dem Unterwasserreich Talokan, obgleich beide keinen Krieg wollen, verweist auf beunruhigende Gegenwartsbezüge. Leider bleibt es beim bloßen Aufwerfen dieser Themen, eine differenzierte Auseinandersetzung oder gar dramaturgische Zentrierung findet nicht statt. Im Fokus stehen Selbstfindung und Reifeprozess der wakandanischen Prinzessin Shuri, die letztlich nur deutlich macht, wie wenig Letitia Wright dem Charismatiker Chadwick Boseman das Wasser reichen kann.

Was bleibt also vom von so vielen sehnsüchtig erwarteten zweiten Panthersprung? Leider ernüchternd wenig, was angesichts des super erfolgreichen Vorgängers, der marvelschen Blockbuster-Expertise sowie der kaum vorhandenen Eventfilm-Konkurrenz einigermaßen verblüffend ist. Jedenfalls dürfte kaum jemand eine Wette drauf abgeschlossen haben, dass man den unmittelbaren DC-Rivalen „Black Adam“ qualitativ lediglich leicht - wenn überhaupt - übertreffen würde. Sieht man Trauerarbeit als einen sehr schmerzhaften und langwierigen Prozess, dann ist „Black Panther 2“ genau der richtige und passende Film. Hat man allerdings ein weiteres Spektakel mit einem zwar neuen, aber sehr präsenten Wakanda-Helden erwartet der kräftig die Krallen ausfährt, dann wird man trauernd das Kino verlassen. Am Ende heißt es in bewährter Bond-Manier „Black Panther will return“. Das kann man bei entsprechender Sympathie nur hoffen, allerdings sollte diese vollmundige Ankündigung dann deutlich offensiver umgesetzt werden als in „Wakanda Forever“.
das Odeon
das Odeon

14 Follower 140 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 10. November 2022
ein black panther film ohne einen black panther? kann ja nix werden.
o.k., in der letzten halben stunde gibt es einen neuen. was immernoch zwei stunden film ohne einen black panther bedeutet.
worum geht es in zwei stunden "black panther 2" ohne einen black panther? keine ahnung. weiss ich auch nicht.
kurz zusammengefasst ist es so: "avengers" meets "iron man" meets "avatar" meets "aquaman" meets "star trek" meets "x-men" meets nochmal "iron man" und dann kann man noch eine prise von "captain marvel" und "guardians of the galaxy" mit reinstreuen. und irgendso´n anderen superheldenfilm hab ich gerade vergessen. "spiderman" und "batman" wahrscheinlich.
schaut euch die trailer von den oben genannten filmen an und ihr könnt euch das geld fürs ticket sparen.
die handlung von black panther 2 ist science fiction, schwer nachvollziehbar, man hat das alles schon mal irgendwo gesehen und man merkt ihr an, dass sie noch schnell unter sehr ungünstigen bedingungen (der tod des schauspielers von black panther) nochmal neu zusammengeschustert werden musste. oder eher blind zusammengewürfelt. das trifft es wohl besser. kaum etwas ergibt einen sinn und so gut wie gar keine einzelteile der handlung passen zusammen, in dem sinne dass sie sich ergänzen und mehr daraus wird, als nur einzelteile. der film mäandert nur vor sich hin. wem das egal ist, und 2,5 std eine show und dingsbums und bilder und noch mehr dingsbums haben möchte, ist hier richtig. da kriegt man schon was für sein geld. ´ne show, etwas action und bilder. die handlung musste ja leider betriebsbedingt gekündigt werden. kleiner tip: ein gutes nachtsichtgerät mit ins kino nehmen, damit man überhaupt etwas erkennt.
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 10. November 2022
Der feuchte Traum von neoliberalen Kapitalisten.
Ein Privatstaat bzw. eine Pribatstadt ohne demokratischen Strukturen und ohne demokratische Kontrolle.

Das funktioniert natürlich sehr viel besser...zumindest für diejenigen, die Geld mitbringen. Interessant, dass das ausgerechnet in einer schwarzen community angesiedelt wird.

Auch wenn es sich um einen Unterhaltungsfilm handelt, könnte man das in einer Filmkritik mal problematisieren.
Allerdings scheint es vielen Kritikers schwer zu fallen, diese Muster zu kernnen. Zu viel bzw. zu wenig Diversity, dieses Muster ist bekannt und daran kann sich jeder Schuljunge abarbeiten.
Riecks-Filmkritiken
Riecks-Filmkritiken

34 Follower 212 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 10. November 2022
Black People of Color werden diesen Film lieben, denn Coogler versäumt es nicht, atmosphärisch und inhaltlich die Aufmerksamkeit im großen Stil auf die Community zu lenken und ihnen in einem Multimillionen Dollar Projekt eine markante Stimme zu verleihen. Insbesondere Frauen bekommen dabei viel Aufmerksamkeit gezeigt und werden facettenreich und elementar dargestellt. Doch die Begeisterung über die Relevanz dieses Films täuscht schnell über die mangelnde Qualität im Storytelling und der technischen Umsetzung hinweg. Viel hilft nicht immer viel. Und so werden nach einem unmittelbaren Einstieg ohne Vorspann, die 161 Minuten Spieldauer teilweise zu einer langwierigen und nervtötenden Tortur, auch wenn die Zeit wie im Fluge vergeht. Rund 50 Minuten hätte BLACK PANTHER: WAKANDA FOREVER wohl eingekürzt werden können, ohne dabei inhaltliche Verluste zu erleiden. Sehr gerne hätten ich es gesehen, wenn die PoC Community nicht nur einen relevanten Streifen bekommt, sondern auch noch einen fabelhaft inszenierten und durchdachten.

Die gesamte Kritik gibt es auf riecks-filmkritiken.de/black-panther-wakanda-forever
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 9. November 2022
Hier greifen Realität und Fiktion unglücklich ineinander. Der Tod von Chadwick Boseman führt dazu, dass man auch seine Figur des Black Panther sterben lässt. Dramaturgisch macht das Ende einer so gut etablierten und belebten Figur keinen Sinn, insofern bleibt die Welt und die Hinterbliebenen Figuren völlig ratlos zurück, wie auch der Zuschauer und die Dramaturgie. Ebenso ist eine Planlosigkeit beim Inhalt des Films festzustellen, der einfach nur eine vollkommen neue Bedrohung auf die Leute aus Wakanda loslässt, die vorher nie erwähnt wurde . Da dieser Film aber der Abschlussfilm für Marvels Phase 4 ist, ist es hochgradig unbefriedigend das keine schließende verbindende oder sonst wie geartete Handlung aufgemacht wird. Es gibt auch keine Hauptfigur, sondern diverse Figuren die vorher in Nebenrollen zu sehen waren und nun wechselnd ins Zentrum treten. All das mit einer epischen Lauflänge von 160 Minuten und einem Blei schweren Grundton fordern schon einiges ab. Aber es gibt auch großartiges: die konsequente Ernsthaftigkeit tut geradezu mal gut und es sind zahlreiche Szenen von optischer Schönheit, insbesondere gibt es eine Reihe Szenen die unter Wasser spielen und einem regelrecht Lust auf den neuen Avatar Film machen. Marvel hat hier wohl das Beste gemacht, was man nach dem Tod von Chadwick boseman hinkriegen konnte aber dennoch stellt Black Panther wohl nicht das Highlight dieses Franchises dar.

Fazirt: Bleischwer, überlang und emotional erdrückend mit einem unfassbar bleichen Antagonisten
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme