Nette Teenie-Lovestory, die eigentlich ziemlich tragisch daherkommt. Drei junge Menschen treffen sich im Krankenhaus, leiden an der gleichen Erkrankung und müssen daher immer etwas Abstand zueinander halten. Da passt es natürlich nicht so gut, wenn sich das Mädchen in den Jungen verliebt... Diese Konstellation bietet schon Einiges an wuchtig-dramatischem Potenzial. Leider verbringt Regisseur Justin Baldoni die allermeiste Zeit damit, die Lovestory zu etablieren und romantisch auszuschmücken, ein etwas intimerer Blick auf die grundsätzliche Tragik der Geschichte (nämlich dass 17-jährige mit einer unheilbaren und potenziell tödlichen Erkrankung, die lebenslange Therapie bedarf zurechtkommen müssen!) zu werfen. Das ist schade und nimmt dem Film am Ende ziemlich viel von der emotionalen Fallhöhe.
Zwar ist es schön, die beiden sich verlieben zu sehen, vor allem Haley Lu Richardson liefert eine eindringliche Performance und zeigt uns auch ihre verletzliche Seite. Grundsätzlich ist sie aber ein eher positives und lebensfrohes Mädchen und es macht unheimlich Spaß, ihr beim Bewältigen des Krankenhausalltags zuzusehen. Demgegenüber ist Cole Sprouse als Will dann doch eher steif und wirkt in vielen Szenen unbeholfen und fahrig. Das liegt zum Teil am Drehbuch, die Figur bietet nicht wesentlich mehr, aber auch am begrenzten Talent von Cole Sprouse. Haley Lu Richardson gleicht das aber locker aus, ihre Figur ist einfach so sympathisch und lebensbejahend, da mag man es den beiden gönnen, und es erscheint auch nachvollziehbar, dass sie den Abstand, der drei Schritte (im englische sind es fünf Fuß) betragen soll, immer ein klein wenig geringer machen wollen.
Die Geschichte rund um Stellas Schwester wirkt hier natürlich schon arg konstruiert und auch nicht besonders glaubwürdig, liefert aber zumindest nochmal ein paar Momente, um die fröhliche Liebesgeschichte etwas abzubremsen und immer mal wieder auf den Boden zurückzuholen. Ich hätte mir da allerdings wie gesagt noch etwas mehr Mut des Regisseurs gewünscht, auf eben die Erkrankung an sich einzugehen. Ich habe selbst zwei 17-jährige Töchter, die zum Glück keine zystische Fibrose haben, aber ich mag mir kaum vorstellen, wie das für so einen Teenager sein muss, mit einer unheilbaren Erkrankung konfrontiert zu sein. Selbst wenn heutzutage die Behandlungsmöglichkeiten ganz gut sind, erfordert es doch lebenslange Behandlung und immer wiederkehrende Krankenhausaufenthalte, ja sogar eine Lungentransplantation muss dann mal sein. Hier geht Justin Baldoni für meinen Geschmack etwas zu nonchalant drüber weg, es gibt zwar einige berührende Szenen, auch ein Todesfall kommt vor, aber da sehe ich auch etwas verschenktes Potenzial.
Aber ich will nicht so viel meckern, unterm Strich ist “Drei Schritte zu dir” doch eine gelungene und teils durchaus dramatische Teenie-Romanze, die auch sicher nicht Menschen wie mich als primäre Zielgruppe hat, mir aber dennoch gut gefallen hat. Es ist vor allem Haley Lu Richardson, die mit ihrem fantastischen und überzeugendem Schauspiel diesen Film deutlich aus dem Mittelfeld hieven kann.