Okay, ich räume ein, es gibt einige deutliche Logiklöcher, die man nicht wegdiskutieren kann. Dabei muss man bedenken, dass das Buch, auf dem der Film basiert, von 1956 ist und zu der Zeit Science Fiction ganz anders gedacht wurde, als heute. Dennoch hat mir der Film gut gefallen. Immerhin werden hier ganz existenzielle Fragen aufgeworfen und diskutiert, ohne dass eine Lösung wirklich angeboten wird. Was würdest du tun, wenn du wüsstest, du bist für immer in diesem Raumschiff gefangen, ohne Hoffnung und ohne Aussicht auf Rettung?
Der Film zentriert sich zwar überwiegend auf die Mimaroben (stark: Emelie Garbers!), zeigt uns aber auch im Verlauf von 6 Jahren, wie unterschiedlich die einzelnen Menschen mit dieser Situation umgehen. Und das wird durchaus glaubhaft und überzeugend inszeniert. Das Ende, die sprichwörtlich letzte Szene ist da nochmal so richtig krass und hinterlässt ein unwohles Gefühl. Letztlich zeigt uns der Film ja auch, wie unbedeutend wir Menschen im Angesicht des Universums sind. Der Vergleich mit dieser Luftblase wird im Film auch kurz gebracht, im Buch aber häufiger thematisiert. Selbst wenn das Raumschiff sehr, sehr schnell unterwegs ist (die Strecke von der Erde zum Mond in 3 Wochen!), reicht doch eine minimale Abweichung oder ein kleiner Zwischenfall, dass die Menschen einfach gnadenlos verloren sind. Der nächste Himmelskörper ist nicht ein paar Wochen oder Monate oder Jahre entfernt, sondern selbst bei dieser Geschwindigkeit Millionen von Jahren – wenn überhaupt!
FAZIT: Etwas finsteres, aber hochspannendes und sehr intelligentes SciFi-Drama, das ganz grundlegend existentielle Fragen aufwirft und am Ende doch nur wieder zeigt, wie bedeutungslos der Mensch im Angesicht des unfassbar riesigen Universums ist. Mich konnte der Film auf jeden Fall erreichen, ich gebe eine vorsichtige Empfehlung für Fans der anspruchsvollen SciFi-Unterhaltung.