Wow, ich bin ein absoluter Fan von Dieter Hallervorden, der im echten Leben nicht gerne als "Didi" angesprochen werden möchte, das war damals halt sowas wie sein Künstlername.
Das hier ist der erste Dieter Hallervorden Film, bei dem ich nach einer Pause überlegt hatte, ob ich den Film überhaupt noch weiterschauen möchte. Ist mir noch nie passiert und ich kenne alle seine Filme. Die waren alle Selbstläufer, selbst der grummelige Typ in "Rock my Heart" hatte schon von Anfang an etwas sympathisches.
Aber hier? Hier ist irgendwie alles anders. So hab ich ´Didi´ ... ... sorry, Dieter Hallervorden noch nie gesehen. Der ist hier ja wirklich unsympathisch. Bis man in seiner Rolle einen kleinen Funken Sympathie entdeckt, vergehen mindestens 30 Minuten. Und die ersten 30 Minuten sind nicht wirklich einfach. Nämlich langweilig.
Diese Langeweile muss man aushalten und dann spürt man irgendwann, dass sich in irgendeiner Art und Weise eine Spannung aufbaut. Ganz heimlich und still und leise schleicht sich in den ersten 30min irgendetwas ein und versteckt sich ganz heimlich irgendwo in der Handlung.
Das merkt man nicht. Erst ab Minute 30 merkt man, dass sich da irgendwo irgendwas heimlich reingeschlichen hat, was für die Handlung noch relevant sein könnte. Man braucht ein bischen Geduld. Und man sollte nicht "frühstück bei monsieur henri" gesehen haben, denn dann würde man denken, dass dieser Film genauso ist, aber dieser film ist besser, man muss ihm nur genug Zeit geben.
Didi spielt hier in meinen Augen eine völlig neue Rolle und macht das großartig und ihm als Gegenpart Alwara Höfels direkt vor die Nase zu setzen, auweia, wenn ich Regisseur wäre hätte ich mich das nicht getraut. Auweia, das kann doch nur schiefgehen. Aber es klappt und die beiden spielen sich quasi gegenseitig an die Wand.
Sowas muss man vom Casting erstmal hinkriegen. Langweilig am Anfang, man muss dem Film etwas Zeit geben und dann dürfte da was wirklich unterhaltsames bei rauskommen.