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Jimmy v
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4,0
Veröffentlicht am 22. Februar 2012
Wie immer ein guter und saumäßig witziger Allen, der hier schön absurd ist. Besonderheit ist eben die Wandlung der Handlung von Krimikomödie zur Gesellschaftssatire. Letztere kommt mir nur etwas zu kurz bzw. wirkt schnell wieder vorbei, als es doch etwas zu spät losgeht, die Ansichten der Charaktere ausgewertet sind und man schnell ahnt wie es ausgeht. Fazit: Gute Kost, aber es geht auch besser bei Allen. Er ist in erster Linie jenen zu empfehlen, die den Regisseur auch am liebsten in der Hauptrolle sehen.
Etwas abseits der üblichen dialoglastigen RomCom erzählt uns Woody Allen hier eine relativ straighte Räuberpistole rund um eine liebenswerte Clique von Möchtegernganoven, wobei die Story dann aber eine unerwartete Wendung nimmt. Zu Beginn habe ich mich sehr an “Ladykillers” erinnert gefühlt, aber zum Glück lassen die Jungs bald von ihrem Bankraub-Plan ab und werden stattdessen zu Keksmillionären. Das liest sich nicht nur völlig bekloppt, sondern ist es dann im Film auch: Allerdings wird diese Geschichte hier so herzerwärmend und so wunderbar skurril erzählt, dass man völlig vergisst, die Logik und Sinnhaftigkeit des Ganzen zu hinterfragen.
Und der Film lebt ganz überwiegend von seinen herrlich schrägen Figuren, die Woody Allen hier um sich herum versammelt hat. Da ist zum Beispiel seine ständig nörgelnde Frau Frenchy, wunderbar gespielt von Tracey Ullman, mit der er sich wiederholt sehr bissige und zuweilen richtig böse Wortgefechte liefert. Auch die übrigen Rollen sind hervorragend besetzt, sogar Hugh Grant, den ich (außer neuerdings in “Heretic”) eigentlich gar nicht mag, spielt stark und passt großartig in seine Rolle.
FAZIT: Sehr unterhaltsamer, satirischer und gleichzeitig sehr smarter Film über eine chaotische Truppe von sprichwörtlichen Schmalspurganoven, wobei man ständig schwankt, ob man eher Mitleid mit den Figuren haben oder sie eher bewundern soll. Der Woddy Allen-typische Wortwitz ist wie immer bissig, die Dialoge herrlich on-point. Sehenswert!