"Sommer 85" ist schon ein interessanter Film. Optisch und musikalisch schafft er es ähnlich wie das Meisterwerk "Call Me By Your Name" das Gefühl der 80er Jahre authentisch aufzugreifen. Eine Seltenheit, die viele moderne Filme versuchen zu rekonstruieren, aber kläglich scheitern. Was aber bei "Sommer 85" ein wenig herauszieht ist die unpassende Tonalität. Im einen Moment ist der Film eine klare Romanze, die auch sehr glaubhaft vermittelt wird gerade von Felix Lefevre hervorragend gespielt ist, aber im nächsten Moment weichen dann urkomische Momente, sehr depressiven Momenten, die tonal nicht recht zusammenpassen. Zwar ergibt das ganze am Ende ein vernünftiges Gesamtbild, dem aber immer wieder ein paar skurrile Momente anhaften, die ein wenig herausreisen. Und einzelne Szenen sind auch super, die Witzigen, wie die Depressiven, aber sie passen hier nicht zusammen. Filme wie "Three Billbords Outside Ebbing, Missouri" haben diese Gradwanderung besser geschaffen.
"Sommer 85" ist ein guter Film, der auch berührt und die Beziehung ist echt, aber leider fällt er im ganzen etwas ab, weil er kein perfektes Gesamtbild schaffen kann.