Eigentlich wollte ich nur eine kurze Rückmeldung auf meinen Kinobesuch „The bitter Taste“ machen.
Nach dem Verriss auf dieser Plattform kann ich aber nicht umhin, zunächst einiges über die Art der offiziellen Kritiker, den selbsternannten "Fachleuten" zu sagen:
Kritiker sollen Filme rezensieren, um dem potenziellen Kinobesucher eine Einschätzung zu geben über das, was ihn erwartet und worauf er neugierig ist, denn er spielt ja mit dem Gedanken, sich diesen oder jenen Film anzuschauen.
Kritik ist wichtig, um aus Fehlern zu lernen, wenn sie denn konstruktiv ist. Destruktive Kritik ist weder hilfreich noch zielführend, sie ist schlichtweg zerstörend.
Destruktive Kritik, ein Rundum-Verriss, kann die Motivation für einen Neubeginn erschweren, sie kann potenzielle Förderer neuer Projekte abschrecken, sie kann vor allem die Psyche der engagierten Autoren und Macher empfindlich verletzen. Besonders bei low-budget Projekten, bei denen von den Urhebern meist alles, was an finanziellen, zeitlichen und psychischen Ressourcen zur Verfügung steht, eingesetzt wurde, ist eine so genannte Kritik, die aber als Rundum-Verriss daherkommt, nicht etwa nur ver-störend, es ist schlichtweg zer-störend.
Haben diese Kritiker den Film tatsächlich gesehen? Bei manchen der äger beschleicht einen das Gefühl, dass dies nicht der Fall war. Hatten Sie tatsächlich den Gedanken, eine KRITIK schreiben zu wollen? Was da zu lesen und zu hören ist, ist in weiten Teilen verletzend, von oben herab, pauschalisiert, schlecht oder gar nicht recherchiert.
Und nun mein Eindruck:
THE BITTER TASTE ist ein wunderbares Machwerk aus Horror, Action und Fantasy. Den Drehbuchautoren Guido Tölke und Julia Dordel ist es raffiniert gelungen, mit den heimlich-offensichtlichen Parallelen zu The Evil Dead und A Cure for Wellness zu spielen, und dem eingeweihten Kinobesucher zuzuzwinkern. Was dabei herausgekommen ist, ist auf der technischen Seite einfach gekonnt: rasant, geradezu akrobatisch, gezielte Schnitte... Ein Kameramann mit Erfahrung, der auch als Drehbuchautor weiß, was er will.
Die Besetzung: Dass es hier neben der Bedienung des Genres auch gnadenlos um Frauen-Power geht, ist unübersehbar. Julia Dordel verkörpert die Figur der Marcia konsequent, manchmal in ihrem Tempo Atem-beraubend, sympathisch - eine starke Identifikationsfigur.
Auch die weiteren Rollen sind überzeugend besetzt, vor allem auch der Diener, der in seiner Stummheit spannend und bedrohlich den Gegenpart zu den explosiven, blutigen Szenen bildet. Eindrücklich auch die gräfliche Gegenspielerin mit den vielen Gesichtern, der man die Blutherrschaft bedingungslos abnimmt.
Nur schade, dass der eigens für diesen Film komponierte SoundTrack „The seven ways to die“ von Mando Diao erst im Nachspann zu hören war...
Nein, auf diesem Anwesen der rachsüchtigen Untoten möchte man nicht um’s Überleben kämpfen müssen, und ja: dort möchte man sich noch einmal gruseln. Nichts wie hin!!