House Of Gucci
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FILMGENUSS
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2,5
Veröffentlicht am 22. Dezember 2021
MADE IN ITALY
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

Ridley Scott, der momentan damit hadern muss, dass alle Welt seinen letzten Film (nämlich The Last Duel) nicht versteht, macht gelegentlich auch mal was anderes als nur Science-Fiction oder Weltgeschichte. Womit er ebenfalls liebäugelt, das sind gesellschaftsrelevante Skandale, die in ihrer akuten Phase so viel PR angelockt haben, um später noch kinotauglich zu sein. Wir erinnern uns: Christopher Plummer als Inkarnation von Dagobert Duck hatte in Alles Geld der Welt für die entführte Verwandtschaft keinen einzigen Cent übrig. Dieses Jahr zirkuliert die Lire im Norden Italiens, genauer gesagt in Mailand rund um feines Leder und noble Kleidung. Es geht um Gucci – eine jede und ein jeder kennt die Marke, auf schicken Flaniermeilen lässt sich das eine oder andere Monatsgehalt für Taschen in bekanntem Muster erstehen, auch sonstiges ledernes Accessoire und natürlich auch Schuhe mit – wenn’s hochkommt – Blattgoldeinsatz für den dekadenten Geschäftsmann. Hier ist Reichtum keine Schande, die Gier danach aber auf jeden Fall. Dabei hat alles so begonnen wie in einer klassischen Seifenoper: Ein Mädel aus dem Hemdsärmel-Business trifft in einer Bar den schicken Sprössling nämlichen Modehandels – und wittert natürlich ihre große Chance. Sie verliebt sich (oder auch nicht, das weiß man nicht so genau), lässt nicht locker, bezirzt den phlegmatischen Lulatsch, bis der klein beigibt und beide heiraten. Patricia, so heißt sie, ist nun eine Gucci, sehr zum Leidwesen des Schwiegervaters, jedoch zur Freude des charismatischen Onkels, der das Geschäft mehr oder weniger im Alleingang führt, und stets darauf achtet, dass sein eigener exzentrischer Sohn mit seinen kreativen Allüren den Geldhahn nicht verstopft. Dabei entgeht ihm, wie Patricia drauf und dran ist, sich das Familienunternehmen gänzlich unter den eigenen Nagel zu reißen

Für diesen etwas anderen, aber wuchtigen Familienfilm hat Ridley Scott sogleich Fashion-, Stil- und Popikone Lady Gaga nach Mailand einfliegen lassen, hat die doch sowieso italienische Wurzeln und hört nicht selten auf den Namen Stefani Germanotta. Als längst gefragte und tatsächlich höchst talentierte Schauspielerin schlüpft sie in die schillernde Rolle der Gucci-Mörderin Patricia Reggiani mit allen nur erdenklichen Jetset-Attitüden einer Möchtegern-Neureichen, die mit gehörig Feuer im Hintern die alten Geschäftshasen auf die Ersatzbank verweisen will. Der üppigen Matrone, die ihre Kurven ins Gefecht führt und auf High Heels dahergestelzt kommt wie keine andere, verleiht Lady Gaga ein Temperament, wie es seinerzeit Angela Channing in Falcon Crest hatte. Nur statt Wein ist es diesmal Leder, und einer wie Al Pacino ist da gleich ganz abgelenkt, wobei der Alt-Pate keinesfalls darauf vergisst, seinen ebensolchen europäischen Ursprung, verbunden mit seinen gewohnten, gern gesehenen Manierismen zu verbinden. Die Rechnung geht auf: seine Rolle als Onkel Aldo Gucci ist ein durchgetaktetes Vergnügen und die Darstellung eines weltgewandten, aber stark traditionsverbundenen Lebemanns, der noch lange vor trendigen NLP-Strömungen mit Wortgewandtheit den Laden schmeißt. Jared Leto versucht das auch, gerät aber zur Witzfigur. Auch das kann authentisch sein, Witzfiguren gibt es in der Geschichte genug, nur bleibt immer noch seltsam, wieso sich durchs Tragen eines gänzlich anderen Gesichts die Qualität eines Schauspiels definieren soll.

Ernüchternd blass bleibt hingegen Adam Driver, der momentan überall heiß gehandelt wird. Vielleicht, weil er Teamgeist hat, was für den Dreh durchaus von Wert sein kann. In seiner Performance greift er auf Routine zurück und geht sogar so weit, seiner schwer verwechselbaren Erscheinung zu genügen. Herumstehen reicht trotzdem nicht, und Lady Gaga spielt ihren Partner an die Wand. Was also in Erinnerung bleibt, ist das energisch vibrierende Dekolletee einer wandelbaren Künstlerin, die leider allzu oft eine True Story tragen muss, die sich bei einer Spieldauer von zweieinhalb Stunden reichlich ausdünnt. Deutlich zu lang ist Scotts Neuzeitwerk. Der Schwanengesang für ein Unternehmen, dass sich selbst ins Aus schießt, wäre in knappen neunzig Minuten ausreichend durchgesungen.
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Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 12. Dezember 2021
"House of Gucci" ist das neue Filmdrama des 84-jährigen Regisseurs Ridley Scott. Der Film behandelt von den 70ern bis in die 90er Jahre den Werdegang der italienischen Familie Gucci, Eigentümer einer weltbekannten und sündhaft teuren Modemarke.
Innerhalb der Familie entbrennt ein Machtkampf darum, von wem und wie das Unternehmen geführt werden soll. Dabei werden immer hinterhältigere Intrigen gesponnen, bis hin zu einem schockierenden Mord.
Die schauspielerischen Leistungen wirken bei fast allen Darstellern sehr gut. Fast alle zeigen: Sie sind entweder gut ausgebildet oder sehr begabt oder sehr engagiert. Die meisten sind alles gemeinsam. Besonders die beiden Hauptfiguren Maurizio Gucci (Adam Driver) und Patrizia Reggiani (Lady Gaga) schlagen in ihrem Zusammenspiel eine emotionale Brücke zum Zuschauer, ihre Geschichte ist am interessantesten. Warum, das muss jeder selbst sehen.
Die Musik hat mir ausgesprochen gut gefallen. Viele Superstars der 80er Jahre sind zu hören, z. B. The Eurythmics. Keine Musikdekade liebe ich mehr als diese. Die Kulissen, Requisiten, Kostüme, Frisuren usw. passen stets gut in das gerade dargestellte Jahrzehnt.
Kritikpunkte:
Bei fast drei Stunden Länge wird der Film nach ca. zwei Dritteln anstrengend. Die ein oder andere Einstellung hätte man sicher kürzen oder streichen können; man hätte die Handlung trotzdem noch verstanden.
Außerdem fehlen leider mehrmals Jahresangaben, was die zeitliche Orientierung erschwert.
Schließlich scheint sich der Film zwischen zwei Extremen zu bewegen.
Die erste Hälfte ist humorvoll-parodisch, stellenweise fast lächerlich, in der zweiten wirkt der Film oft so ernsthaft und deprimierend, dass man als Zuschauer mehrmals peinlich berührt wird.
Fazit: Trotzdem fühlt man sich am Ende gut unterhalten. Man bekommt einen Einblick in die Ränkespiele von Großunternehmen und ahnt, wie sehr Geld, Macht, Ehrgeiz und Stolz Beziehungen für immer zerstören können.
Geeignet für Zuschauer, die folgendes mögen: Kraftvolles Schauspiel, üppiges Setdesign und kultige Musik. - Zumindest einmal Ansehen lohnt sich. Punktzahl: 6,5, Note 3 bis 3+ .

Jennifer Wälken
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 12. Dezember 2021
Lady Gaga und auch der männliche Schauspieler haben ihre Rollen wunderbar besetzt. Ob der Film der Wahrheit entspricht, sei mal dahin gestellt, aber ich fand den Film wirklich gut gelungen. Leider war er wirklich sehr langatmig. Obwohl man nicht sagen kann dass man hätte was weglassen können.
Michael K.
Michael K.

60 Follower 295 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 9. Dezember 2021
Die gute Mischung aus Seifenoper, Dokumentation und Krimi, gepaart mit starken Figuren, macht diesen Film sehenswert. Insbesondere passt Lady Gaga hervorragend auf die Hauptrolle, das ist ganz erstaunlich. Die Imszenierung ist grell und sehr explizit, und das hilft über etwaige Längen in der Story spielend hinweg. "House of Gucci" ist insgesamt recht spannend und hat sogar Tiefgang - eine klare Empfehlung!
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 7. Dezember 2021
Handwerklich gut gemacht, oK. Ridley Scott hat Erfahrung und ist ein guter Filmemacher. Das Filmset aus den 70ern und 80ern ist echt toll, die Klamotten Atemberaubend. Kameraarbeit, na ja, das meiste ist mit Steadycams aus der Augenperspektive gedreht und das verleiht dem Film so ein TV-Feeling. Da wünsch ich mir mehr Perspektivenkreativität. Gut ist das Colorgrading, die Schnitte und die Nachbearbeitung. Gutes Filmteam - Respekt. Aber warum bin ich nach 100min. aus dem Kino gegangen? Ich bin echt ein Fan von gut gemachten Erzähl Kino, aber ich konnte einige Schauspieler allen voran Jaret Leto und Al Pacino nicht mehr ertragen. Man spürte regelrechtes Desinteresse sich in die Geschichte einzuarbeiten. Ich kann mir vorstellen das sich Herr Scott wiedermal mit Schauspielern umgeben hat, die ständig versuchten Ihren eigenen Stil durchzudrücken. (Das ging ja mit Gladiator auch schonmal schief) Wahrscheinlich wurde deshalb auch auf eine etwas detailliertere Charakterisierung dieser Zwei verzichtet. Adam Driver hingegen gefiel mir gut und Lady Gaga mausert sich immer mehr zur ernstzunehmenden Schauspielerin. Jeremy Irons hat für mich am besten gespielt.
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 7. Dezember 2021
Ein solider Film über Macht, Geldgier, das Modegeschäft und Familienclans, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber die Szene sehenswert überzeichnet und damit der Wahrheit und den Charakteren wahrscheinlich ziemlich nahe kommt.
Ein bisschen verliert der Film den Fokus, woher kommt eigentlich so plötzlich die Nebenbuhlerin von Patricia daher?, aber was soll's. Lady Gaga und Adam Driver überzeugen und auch der Rest der Familie kommt spielfreudig daher.
Im Gegensatz zu vielen Kritiken finde ich den Film durchaus sehenswert
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 7. Dezember 2021
Einfach nur wow!!! Aber kleines Minuspunkt ist die deutsche Synchronisation. Unbedingt auf englisch angucken im Orginal
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 5. Dezember 2021
Ein sehr langweiliger Film. Das Al Pacino überhaupt in so einem schlechten Film mitspielt wundert mich.
Petra Schönberger
Petra Schönberger

31 Follower 195 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 5. Dezember 2021
„House of Gucci“ ist aus der Feder von Ridley Scott und präsentiert ein Kinoerlebnis der besonderen Art mit hochkarätiger Starbesetzung. Neben Adam Driver brilliert auch Lady Gaga als rachsüchtige Ehefrau und Al Pacino als geschäftstüchtiger Onkel. Die Geschichte beruht auf wahren Ereignissen des ikonischen Modeimperiums. In dem fesselnden Thriller geht es um Familiengeheimnisse, Verrat und einen schockierenden Mord…
Ridley Scott hat die Geschichte um das Modeimperium so fesselnd inszeniert, dass der Film keine Minute langweilig wird und das bei einer Länge von fast 3 Stunden. Zudem entführt er die Zuschauer in die abgründig düstere Modewelt der 70er-, 80er- und 90er-Jahre. „Gucci“ ist eine weltbekannte Marke, die Geschichte dahinter noch nicht…
Ein Film, der in die Welt der Schönen und Reichen einlädt, aber auch die Abgründe von Macht, Intrigen, Verzweiflung und Ängsten thematisiert.
„House of Gucci“ ist eine wunderschöne Geschichte um Macht, Reichtum, Armut und tolle Kleider.
Der Humor ist nicht zu kurzgehalten und die Geschichte sagt aus, dass man einen Menschen nicht ändern kann. Außerdem geht es in der Botschaft darum, dass die Familie wichtig ist. Es geht aber auch um Intrigen und Erniedrigung.
Alles in allem eine rührende Familiengeschichte um Versöhnung, Liebe und Hass. Es geht um Gier und Größenwahn und zeigt deutlich, wie es sich anfühlt, wenn einer nicht genug bekommen kann und deshalb sogar über Leichen geht.
Wunderschöne Aufnahmen beim Skifahren in den Schweizer Alpen treffen auf einen grandiosen Soundtrack.
Es ist aber auch eine Geschichte um Freundschaft und Eifersucht und nicht zuletzt geht es um Tradition und Familienehre, wie sie in Italien ganz großgeschrieben wird.
Ein besonderes Highlight im Film ist der italienischer Akzent, der besonders in der englischen Originalfassung ganz deutlich zu hören ist.
Jede Geschichte hat einen Anfang und ein Ende…
Wunderschöne italienische Musik rundet die Geschichte ab und sorgt für ein rundum gelungenes Filmhighlight! Im Abspann gibt es dann noch ein paar wichtige Details über das Modeimperium, die man auf alle Fälle noch mitnehmen sollte, um z. B. zu erfahren was heute aus dem Imperium geworden ist.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 4. Dezember 2021
Großartige Schauspielleistung und beeindruckende Kulissen. Meiner Meinung nach ein super Film, der sich um die Modedynastie und die Familientragödie der Guccis dreht. Vorallem Lady Gaga ist in ihrer Rolle fantastisch.
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