Bugonia
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,5
Veröffentlicht am 4. Januar 2026
„I know who you are. I know what you are.“

Giorgos Lanthimos erobert die Indieszene in Hollywood und ist für mich gerade einer der besten Regisseure, die wir aktuell bewundern dürfen! Spätestens seit „The Favorite“ und „Poor Things“ hat Lanthimos die Filmlandschaft beeinflusst und jeder neue Film von ihm überrascht mich immer wieder. Während man bei einem Wes Anderson weiß, was man bekommt, ist ein Lanthimos-Werk immer eine filmische Wundertüte. Seit „Poor Things“ (2023) haut der Gute Filme am laufenden Band raus. 2024 kam sein düsterer Episoden-Horror „Kinds of Kindness“ und in 2025 sein neustes Werk: „Bogonia“. Ein Remake der südkoreanischen Sci-Fi-Komödie „Save the Green Planet!“, welches jedoch deutlich anders an das Grundkonzept heran geht. Lanthimos inszeniert einen makabren und absurden Thriller, der sich nicht nur um durchgeknallte Verschwörungstheoretikern dreht.

Teddy und sein Cousin Don entführen die bekannte Pharma Chefin Michelle Fuller, weil sie vermuten, dass sie ein Alien ist. Der Plan der beiden: Fuller soll Kontakt mit dem galaktischen Imperator aufnehmen, um die Welt wieder zu verbessern…

Und wie immer sollte man nicht mehr wissen, um den Film in vollen Zügen genießen zu können! Auch wenn der Film recht bekannte Elemente aus anderen Thrillern oder Horrorfilmen hat (zum Beispiel „Misery“ oder „Martyrs“), so ist „Bugonia“ etwas, was ich so noch nie gesehen habe! Lanthimos gibt dem Ganzen wieder seinen einzigartigen Touch, eine Portion Wahnsinn und absurde Momente, doch dahinter verbergen sich faszinierende Ideen und tragische, spannende Figuren. In diesem Kammerspiel sind es eigentlich nur drei Charaktere, mit zwei Nebenfiguren. Das Ganze hat mich immer wieder an ein Theaterstück erinnert.

Gleich vorweg: Wer mit Folter oder psychischer Gewalt nicht umgehen kann, sollte vorsichtig sein! Der Film hat zwar einen subtilen schwarzen Humor von vorne bis hinten, dennoch sind einige Momente sehr hart. Lanthimos zelebriert jedoch nie gewaltsame und menschenverachtende Handlungen, sondern lässt sie vor allem in unseren Köpfen entstehen.

Die intensivsten und spannendsten Momente sind jedoch die Szenen, in denen Michelle versucht aus den Fängen von Teddy und Don zu entkommen. Es ist faszinierend zu beobachten, welche Taktik sie wann anwendet. Gleichzeitig ist besonders die Figur des Teddy absolut spannend anzusehen. Ein Mensch, der sich so in seiner Wahnvorstellung verloren hat, dass er in einer ganz anderen Welt zu leben scheint!

Der Verweis auf aktuelle Gruppierungen, die ähnliche oder fast schon identische Ansichten teilen, ist klar erkennbar. Und auch wenn es leicht fällt sich über diese Menschen lustig zu machen, so ist es nicht nur die reale Gefahr, die von solchen Leuten ausgeht, die einem die Kehle schnell zuschnüren kann: Es ist vor allem die Tatsache, dass jemand wie Teddy ein ganz armseliges Leben führt. Und selbst jemand wie er wurde durch bestimmte Ereignisse in seinem Leben dazu geführt, dass er bereit ist eine Frau zu entführen.

Sowohl Michelle als auch Teddy tragen diesen Film, was besonders an den großartigen Darsteller*innen Emma Stone und Jesse Plemons liegt. Stone ist eh eine der besten Schauspielerinnen unserer Zeit geworden und sie ist hier wieder fantastisch! Gerissen, manipulativ und teilweise sogar diabolisch. Der Star für mich ist jedoch Plemons mit der Rolle seines Lebens: Nicht nur, dass er optisch kaum zu erkennen ist, er verwandelt sich komplett in einem anderes Wesen. Und während er als Teddy Michelle als Alien betitelt, ist er es doch, der nicht mehr auf dem Planeten Erde lebt, sondern in einer fiktiven Realität.

„Bogonia“ ist wieder mal großartig gefilmt von Robbie Ryan, der wohl jetzt Lanthimos‘ Stamm-Kameramann geworden ist, genauso wie Jerskin Fendrix, der bereits zu „Poor Things“ und „Kinds of Kindness“ die Musik komponierte. Sein Score zu „Bugonia“ ist überraschend orchestral, aber nicht minder absurd. Ein abermals starker Soundtrack!

Fazit: „Bugonia“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres und auch für mich einer von Lanthimos‘ besten Filmen. Nicht nur die Darsteller*innen sind grandios, auch die Thematik hat mich gepackt. Dazu eine facettenreiche Inszenierung, die aus einem objektiven Thriller ein vielschichtiges und schockierendes Kunstwerk macht!
blubb3
blubb3

4 Follower 52 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 14. Dezember 2025
Was für einen Mist habe ich denn da bitteschön gesehen? Sorry, ich kann dem Film nichts abgewinnen und das Ende war wirklich nicht so überraschend, wie man vllt glauben mag.
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 511 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 19. November 2025
"Bugonia" von Yorgos Lanthimos ist ein schräger Film über zwei Verschwörungsgläubige, die eine CEO entführen, weil sie sie für eine Außerirdische halten. Sie wollen sie zwingen, ihr Mutterschiff zu kontaktieren, damit sie mitgenommen werden. Das Ganze läuft überhaupt nicht nach Plan und eskaliert komplett. Dabei spielt der Film permanent damit, ob die Verschwörung wahr ist oder die beiden Cousins kolossal einen an der Marmel haben.

Fazit: Unterhaltsam, kann man sich gut angucken. Großartigen Tiefgang oder Gesellschaftskritik sollte man hier aber nicht erwarten.
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 13. November 2025
Was für ein starker Film, der durch die schauspielerische Leistung der Darsteller, allen voran Emma Stone, brilliert.
Eher ein Kammerspiel, als ein SiFi-Spektakel, in dem die handelnden Personen versuchen die Oberhand über ihren Gegenspieler bzw. ihre Gegenspielerin zu gewinnen. Das ist alles spannend und überzeugend inszeniert, ein tolles Kinoerlebnis.
herausragend
David Willson
David Willson

1 Follower 106 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 5. November 2025
Nehmen wir Verschwörungstheorien im Extremsten, eine Firma in der Forschung des ewigen Lebens, die von einer dynamischen, hochdisziplinierten Frau geführt wird und die gekidnappt wird, um Kontakt mit dem außerirdischen Übermächt zu verschaffen, gemischt, durchgeschuttelt und als Masse ausgekippt - Voila - Bugonia. Leidenschaftlich dargestellt, Hochleistung Intensität visuelle als auch in Hintergrund Ton und Musik. Sei gefasst auf eine überdimensionale, witzige, traurige, verwirrende Darbietung, die ansatzweise die Gebrochenheit der Menschheit und die Welt irgendwie widerspiegelt.
Lemmiblog
Lemmiblog

2 Follower 113 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 5. November 2025
MANCHMAL LÄUFT EINE SPEZIES AUS

Michelle Fuller ist CEO eines milliardenschweren Konzerns, hat Macht, Stil und wahrscheinlich mehr Aktien als Freunde. Teddy und Don sind zwei Cousins, die überzeugt sind, dass die Welt längst von Aliens übernommen wurde und entführen Michelle, weil sie sicher sind, sie ist eine Andromedanerin.

Bugonia geht ca. 120 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und serviert uns ein schwarz humoriges Sci-Fi-Kammerspiel mit Emma Stone und Jesse Plemons, das irgendwo zwischen Nope, Don’t Look Up und einem Telegram-Chatroom pendelt.
Der Einstieg ist zäh, weil Teddy erst mal minutenlang Schwurbel PowerPoint hält, während Michelle in High Heels durch die Szene klickt (was sie aber exzellent kann). Doch dann fällt der Groschen, das hier ist keine reine Entführungsstory, sondern eine clevere Satire über Diversität, Verschwörungstheorien und Work-Life-Balance. Beweisen das man ein Alien ist, klar wieso nicht, was gibt es leichteres oder?
Die Dynamik zwischen Stone und Plemons ist grandios, ihre Dialoge sind wie Tennismatchs mit Schlagabtauschgarantie scharf, absurd, brillant getimt.
Der Humor sitzt meist perfekt, weil er gleichzeitig auf Esoterik, Management Blabla und Internet Hysterie zielt.
Leider trägt sich die Handlung nicht ganz über zwei Stunden, in der Mitte wird es leider langatmig. Dafür entschädigt das Finale da es herrlich abgedreht ist, völlig überzogen und genau so, wie mans bei dieser Prämisse hofft, leider mit Plotbegünstigungen da es sonst nicht funktionieren würde.

Unterm Strich bleibt ein Werk, das Spaß macht, wenn man sich darauf einlassen kann. Der Schwurbel ist köstlich, die Darsteller top und das Ende so wild, dass selbst Fox Mulder nicken würde.

7/10 Punkten. Warum Michelle eine Glatze bekommt? Nun ja wenn Rolf55 im Internet bestätigt, was FlotteBiene69 über Aliens behaupt muss man dies für bare Münze nehmen.
Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 31. Oktober 2025
DIE WESENTLICHKEIT DER BIENEN

Teddy (Jesse Plemons) arbeitet bei einem Pharmakonzern als Paketpacker. Seine Chefin Michelle (Emma Stone) hält der Hobbyimker für ein Alien, das er von der Erde entfernen möchte. Einzig sein geistig zurückgebliebener Cousin Don (Aidan Delbis) hält zu ihm.

Yorgos Lanthimos inszeniert das Remake von „Save the Green Planet“ (2003, R: Jang Joon-hwan) auf seine Art als schwarze Komödie mit jeder Menge Messages. Autor Will Tracy, in der Kinofilmbranche nicht sonderlich erfahren, hat das Drehbuch des koreanischen Originals überarbeitet.

Der griechische Regisseur versammelt eine große Fangemeinde um sich, eine Fangemeinde, die auf gut angeschrägte Geschichten mit fantastischen Ebenen, Parabeln, Metaphern usw. steht. Der vielseitige Texaner Jesse Plemons stand unlängst bei „Kinds of Kindness“ vor der Kamera, Emma Stone ist von Lanthimos wohl als Muse entdeckt worden, „Bugonia“ ist bereits die 4. gemeinsame Arbeit. Ergebnis: Das filmpreisüberhäufte Ausstrahlungsphänomen aus Arizona trifft in jeder noch so einfallsreichen Einstellung, schick, glatzköpfig, verschwitzt, blutüberströmt, abgelichtet vom irischen DOP Robbie Ryan, der ebenfalls schon länger an der Seite von Lanthimos arbeitet und für Größen wie Ken Loach sowie Andrea Arnold die Visualisierung des jeweiligen Stoffs möglich machte. Die seltsam passende Filmmusik von Jerskin Fendrix rundete neben dem aktuellen Werk „Poor Things“ und „Kinds of Kindness“ ab.

Ideologien prallen aufeinander, ein unübersehbarer Fokus. Wenn sich die Protagonisten durch Selbstherrlichkeit wie Verbohrtheit in sehr direkte Konversationen begeben, die nicht gewaltfrei bleiben, ist das Publikum längst in die irre komische Welt des Lanthimos eingesaugt worden. Von der Verlorenheit der Einzelgänger via Standesdünkel bis Zoologie gibt’s viele weitere Themen zu entdecken, die in die anschließende Filmbesprechung mitgenommen werden können.

Lanthimos-Filme sind so erfreulich reich an Inhalt, die letzten 3 umgesetzt von einem eingespielten Team, so auch „Bugonia“. Man muss sich nur darauf einlassen, mit allem rechnen und das Finale schlucken.
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 582 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 27. Oktober 2025
Yorgos Lanthimos kann die Kamera vermutlich auf Alles richten, er wird Zuschauer finden, die es zu Kunst erklären. Und obwohl ich mit den meisten Sachen, die ich von ihm geschaut habe, nicht wirklich viel anfangen konnte, hat mir Bugonia gefallen. Emma Stone und Jesse Plemons sind unter ihrem Stammregisseur wieder in Bestform, die Handlung setzt Impulse in alle Richtungen (ist alles wahr? Oder doch nicht?) und in den letzten Minuten dreht der Film absolut frei. Obendrein hat man hier wieder die Lanthimos-typische Kamera, die dann und wann mal zum Fischaugenlook neigt.

Fazit: Thriller, Komödie plus absurde Ideen und einen absolut freidrehenden Schluß!
Breite Masse im Hintergrund
Breite Masse im Hintergrund

12 Follower 86 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 16. Oktober 2025
Bugonia...ja, war okay. An Lanthimos grandiose Werke wie The Favorite und vor allem Poor Things kommt er aber nicht ran.

Emma Stone spielt eine hoch-disziplinierte Top-CEO, die von zwei Verschwörungstheoretikern entführt und beschuldigt wird, einer außerirdischen Spezies anzugehören. Freiheit gibt es nur gegen die Zusage, dass sie ihren Status als Alien anerkennt und ein Treffen mit dem Imperator der Aliens klarmacht, damit deren Rückzug von der Erde verhandelt werden kann.

Wie gesagt, insgesamt war er nicht schlecht, aber das gewisse etwas hat gefehlt in der Geschichte. Das Spiel von Emma Stone und Jesse Plemons ist großartig, das allein reicht aber nicht.

spoiler: Vielleicht lag es aber auch einfach am Ende, das wenig überraschend daherkommt, wenn man die Filme von Lanthimos kennt. Man sitzt im Saal und denkt sich "Ja, natürlich ist es so." Wahrscheinlich wäre ein nüchternes Ende fast schon besser gewesen, wer weiß.


Aber wie gesagt, Bugonia ist keine Enttäuschung, nur halt auch nicht der große Kracher, den man erwartet hat
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