Bullet Train
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vodkamartini
vodkamartini

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4,0
Veröffentlicht am 4. August 2022
Morde im Japan-Express

Pack ein paar Leute mit bösen Absichten in einen Zug und schon hast du ein fest gezurrtes Spannungspaket. Agathe Christie wusste das, Alfred Hitchcock wusste das und unter anderem Sean Connery, Gene Hackman, Liam Neeson und Steven Seagal bekamen es zu spüren. Der begrenzte Raum und die bestenfalls kurzen Gelegenheiten auszusteigen machen die Insassen zu Jägern und Gejagten, zu Tätern und Opfern. Das sorgt für atemlose Spannung, unliebsame Überraschungen und heftige Zusammenstöße. Ein klassischeres Action-Thriller-Setting dürfte kaum zu finden sein. Je nach Ausrichtung dominiert mal das eine, mal das andere, am Ende bedingen sie sich gegenseitig.

Bei David Leitch ist man sofort geneigt, den Primat der körperlichen Aktion zu vermuren, schließlich hat sich der Mann jahrzehntelang als Stuntman verdingt und mit dem Wechsel ins Regiefach lediglich Andere für sich schießen, prügeln und metzeln lassen. Sein Portfolio liest sich dann auch wie die Haute Cuisine des modernen Badass-Kinos. "John Wick", "Atomic Blonde", "Deadpool 2" sowie "Hobbs & Shaw" sprechen jedenfalls alle dieselbe Sprache, bestehend aus derben Sprüchen, noch derberem Humor und den derbsten Taten, die der Mainstreamfilm gerade noch so durchwinkt. Wenn dieser Schaffner zum Einsteigen ruft, dann ist völlig klar, dass nur sehr wenige Fahrgäste den Zug wieder verlassen werden. Also lebendig verlasen werden.

„Bullet Train“ funktioniert genau nach diesem Motto, aber wer hier mit auf die Reise geht, der bekommt noch sehr viel mehr geboten. Denn das besaget Gefährt ist nicht irgendein x-beliebiges Schienenfahrzeug ohne Identität und Schick. Hier dürfen wir in einem ultramodernen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug von Tokio nach Kyoto brausen. Und auch unsere Mitreisenden haben mit normalen Zugpassagieren in ungefähr so viel gemein wie John Wick mit Hercule Poirot. Nicht weniger als 5 Auftragskiller haben eine Fahrt gebucht und jeder einzelne von ihnen hätte beste Chancen bei einem Tarantino-Figuren-Contest aufs Treppchen zu kommen. Manchmal ist deren selbstreferentielle Coolness ein wenig redundant, aber die meiste Zeit sorgt sie für beste Laune inmitten dieser kunterbunten, grotesken Actionfarce.

Fixpunkt ist ganz klar der nur als Ersatzmann angeheuerte Ladybug (Brad Pitt), der seit einem Therapeutenwechsel seine neue Mitte gefunden zu haben glaubt und für den vermeintlichen Routinejob nicht mal eine Waffe mitnimmt. Auf die Idee würde das ungleiche „Zwillings“-Brüderpaar Tangerine (Aaron Taylor-Jonson) und Lemon (Brain Tyree Henry) nie kommen, schließlich ist ihr enormer Bodycount mit den bloßen Händen kaum zu bewältigen. Etwas subtiler gehen da schon die beiden Killer Damen „Der Prinz“ (Joey King) und „Die Wespe“ zu Werke, wobei sie in punkto Psychopathen-Baromter ebenfalls im tiefroten Bereich zu verorten sind. Jedenfalls erweist sich der banale Auftrag einen silbernen Aktenkoffer sicher zu stellen schnell als brandgefährliches Himmelfahrtskommando, bei dem auch noch ein mexikanischer Gangster und ein russischer Yakuza kräftig mit mischen.

Leitch lässt dieses schräge Ensemble in verschiedenen Konstellationen und Eskalationsstufen aufeinander prallen und entwickelt dabei mehr Situationskomik und kinetische Energie als eine ganze Tom & Jerry-Staffel. Pitt und Taylor Johnson landen dabei die meisten Treffer und das nicht nur, wie sie sich auch gegenseitig nichts schenken. Dazu kommt ein verzwickter Plot, der erst nach und nach enthüllt wird und ebenfalls Cartoon-verdächtige Haken schlägt. Die derbe Komik und die teilweise saftig splittrige Action erinnert natürlich an Deadpool, aber anders als der dauerquasselnde Marvel-Held wirkt Ladybug trotz einer ähnlich angelegten Tollpatschigkeit und Unkaputtbarkeit immer noch irgendwie geerdet, was auch den Unterschied zwischen der Bandbreite Brad Pitts und derjenigen Ryan Reynolds deutlich macht, oder zumindest nutzt.

Die Stuntarbeit und Actionchoreographie bewegt sich auf gewohnt hohem 87Eleven-Niveau und ist eine Freude für die von all der Marvelschen Actionweichspülung arg gebeutelten Actionfangemeinde. Möglicherweise wäre eine Version des zunächst vorgesehen Antoine Fuqua noch deutlich grimmiger ausgefallen, aber Leitch drückt dem wilden Szenario seinen unverkennbaren Stempel auf und der harmoniert bestens mit dem im Kern ja völlig grotesken Szenario.
Der „Bullet Train“ ist also mehr Rollercoaster als Geisterbahn und definitiv mehr Seagal als Hitchcock. Style over Substance wäre unfair, aber Style over Suspense keine Beleidigung. Optisch sowie in Sachen Ideenreichtum, Anlage und Präsentation wird der unzimperliche Actionfreund jedenfalls bestens bedient und fährt in diesem Shinkansen definitiv erste Klasse. Eine Zugreise ist eben noch ein Erlebnis, bei dem man auch was zu sehen kriegt, gegen ein paar Turbulenzen sollte man aber dennoch gefeit sein.
BrodiesFilmkritiken
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11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 3. August 2022
Der digitale Killerzug: in rasend schnellem Tempo erfahren wir zu Beginn wer so alles in diesem Zug sitzt, was ihn hergeführt hat und was derjenige so angestellt hat. Da droht man recht schnell die Übersicht zu verlieren, da aber die meisten Handlungsfetzen über kurz oder lang wieder zusammenlaufen ist dies nicht schlimm. Brad Pitt spielt einen Auftragsmörder in einem Zug voller schräer Killergestalten deren Wege sich mehrfach kreuzen und dann in nackte Gewalt ausarten. Trotzdem stgeht über allem die Markierung Comedy, denn trotz fetten Spaltermomenten und fiesen Gewaltspitzen liegt ein grundlegend witziger Ton über dem Film. Nur eben muß man sich damit abfinden daß alles drumherum aus dem Computer kommt: der Zug, die Actionszenen darin und daan und einige Umgebungen besitzen eine starke Künstlichkeit. Das passt aber dazu daß es eine eigene Welt ist, in der mitreisende sich icht dran stören wenn Leute in Abteilen kämpfen oder Leichen offen rumliegen dürfen. Mit hohem Tempo und Spaßfaktor eine der besten Gute Laune Nummern des Jahres!

Fazit: Am Anfang etwas überladen, spitzt sich aber auf einen großartigen Actionspaß zu!
Riecks-Filmkritiken
Riecks-Filmkritiken

34 Follower 212 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 3. August 2022
David Leitch hat wieder zugeschlagen und schließt nahtlos an das an, was wir von ihm kennen: spektakuläre Action, überragende Stunts und denkwürdige Kampfsequenzen. Völlig überdreht und abgehoben bietet er dem Publikum auch in BULLET TRAIN wieder eine ganze Menge lauter und aufdringlicher Unterhaltung, die erst im letzten Drittel anfängt, ein wenig einschläfernd zu werden. Schmerzhaft und amüsant präsentiert das Werk die geballte Ladung guter Laune und lässt selbst Tarantino manchmal alt aussehen. Voll mit Referenzen an fantastische Genrehighlights sowie einem glamourösen Cast, der um viele namhafte Gastauftritte ergänzt wird, braucht sich der Film definitiv nicht verstecken und sollte unbedingt im Kino genossen werden. Dennoch solltet ihr gewarnt sein, dass die Grenzen der Erträglichkeit vollkommen ausgekostet werden und gerade das Finale doch einige Male über die Stränge schießt.

Die gesamte Kritik gibt es auf riecks-filmkritiken.de/bullet-train
Breite Masse im Hintergrund
Breite Masse im Hintergrund

12 Follower 87 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 21. Juli 2022
Bullet Train ist genau das, was auf dem Poster steht und sogar ein bisschen mehr. Eine actionreiche, etwas verworrene, witzige und teilweise überharte Actionkomödie mit ordentlich Starpower.

Der Profikiller Ladybug möchte nach einer kleineren Pause, die er zur Selbstfindung genutzt hat, eigentlich nur einen leichten Job in Japan erledigen. Dazu soll er lediglich einen Koffer aus dem namensgebenden Bullet Train in Japan klauen und beim Kunden abgeben. Nichts leichter als das, wenn da nicht bloß noch 9 andere Killer im Zug sitzen würden, die alle während der Fahrt mehr oder weniger miteinander zu tun haben werden.

Bullet Train erinnert stark an einen Guy Ritchie Film mit einer Prise aus Edgar Wrights Baby Driver und wahrscheinlich will er auch genau das sein. Im ersten Akt werden die zahlreichen Protagonisten ausführlich vorgestellt und warum sie genau jetzt in diesem Zug sitzen, was mit schnellen Schnitten und konträrer Musik einher geht. Im Zweiten werden dann die entstehenden Konflikte im wahrsten Sinne ausgefochten, um sich dann im finalen Akt in einem krachenden Finale aufzulösen. Also eigentlich ganz klassisch. Das ist auch der Grund, warum ich nicht an die 4 Sterne rangehe.

Dennoch hat der Film gut unterhalten und war um längen besser als der kürzlich gestartete Ambulance, was an der Spielfreude des Cast liegt und das sich der Film bewusst nicht zu ernst nimmt. Es tut dem Film sehr gut, dass der Fokus nicht allein auf Brad Pitt liegt, sondern dass auch die anderen Protagonisten ähnlich viel Leinwandzeit erhalten wie der große Star des Films. Hinzu kommen noch ein paar Cameo Auftritte von bekannten Schauspielern, die das ganze schön aufgelockert haben. Die FSK 16 ist mehr als berechtigt und man bekommt ordentlich was fürs Geld geboten. Keine Enttäuschung, aber ich bezweifle, dass er am Ende des Jahres in einer der Top Listen auftauchen wird, weder auf den positiven, noch auf den negativen.
Abraham
Abraham

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4,5
Veröffentlicht am 30. November 2021
Ich weis schon jetzt das der Film der Kracher wird, da Logan Lerman(Mein Lieblings Schauspieler)und Joey King(Von White House Down) und Brat Pitt(natürlich auch einer der grössten Hollywood Stars)und Michal Shannon(Von Knives Out-Mord ist Familien Sache) der Film Bullet Train ist bestimmt voller Action und Spannung einer gelungenen Story. Ob es dann wirklich so unbeschreiblich cool ist und sich meine Kritik gelohnt hat erfährt man ab dem April 2022. Ich bin zuversichtlich und hoffe auf das Beste.
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