Elegant gefilmt mit einem opulenten und durchaus realistischem Setdesign.
Hinzu kommt eine ganze Riege großer Stars, allen voran natürlich Bern Kingsley und Kate Beckinsale.
Aber all das ist eigentlich vergebens, denn der Film, der immerhin fast 2 Stunden Laufzeit hat, hat uns im Grunde nichts zu erzählen. Ja, da sind halt ein paar psychisch Kranke ("Verrückte") in einer Anstalt ("Irrenanstalt") um die vorletzte Jahrhundertwende. Selbst wenn die Umgebung und die Behandlungsmethoden (Drehstuhl, kalte Wasserduschen, usw.) durchaus korrekt dargetstellt werden, so lässt der Film auch einfach kein Klischee aus. Die obligatorischen Elektroschocks - besonders barbarisch exponiert - dürfen natürlich nicht fehlen, ebensowenig wie der Typ, der sich für ein Tier hält (diesmal ein Pferd).
Psychisch Kranke sind alle irgendwie gleich und haben nichts weiter im Sinn, als kreischend und lachend durch die Gegend zu laufen und nur Blödsinn zu machen. Das ist die Message, die hier im Subtext transportiert wird und das hilft natürlich nicht wirklich dabei, psychische Krankheiten in unserer Gesellschaft ankommen zu lassen und vor allem die Schizophrenie endlich mal zu entstigmatisieren. Statt dessen werden hier nur die allerbilligsten und urältesten Klischees und Stereotypen bedient - schlimm!
Naja, man könnte darüber hinwegsehen, wenn wir denn zumindest auch einen interessanten Film dafür bekommen würden. Aber das ist leider nicht der Fall. Die Geschichte ist vollkommen belanglos und uninspiriert. Inhaltlich bietet sie Stoff für vielleicht einen 20-Minuten-Kurzfilm, das Ganze wird hier aber aufgebläht auf fast 2 Stunden und ist dabei schlichtweg nur langweilig. Im Grunde passiert nicht viel, außer dass unfassbar viel gelabert wird. Da kann auch ein Schauspieler von der Größe eines Ben Kingsley nichts ändern. Kate Beckinsale ist eigentlich auch hauptsächlich nur damit beschäftigt, entweder besorgt oder hübsch dreinzuschauen. Brendan Gleeson hat kaum mehr als 3 Minuten Screentime und auch Michael Caine wird zum sinnlose Sätze aufsagenden Statisten degradiert.
FAZIT: Sehr stylisch und opulent ausgestatteter Psychiatrie-Film, der aber vollkommen inhaltsleer daherkommt und zudem auf lächerlichste Art und Weise sämtliche billigen Klischees bedient. Die namhaften Schauspieler können den Film in keinster Weise aufwerten oder gar vor dem Absturz retten. Belangloser und lahmer kann ein Kinofilm kaum sein. Schade eigentlich.