„The Fast and the Furious“ ist weit mehr als nur ein Actionfilm über schnelle Autos, er ist ein Zeitdokument der frühen 2000er und der unerwartete Start einer der langlebigsten Filmreihen der Kinogeschichte. Regisseur Rob Cohen verbindet klassische Undercover-Cop-Strukturen mit der damals noch jungen Streetracing-Kultur und trifft damit einen Nerv, der bis heute nachhallt.
Die Geschichte um den jungen Polizisten Brian O’Conner, der sich in die Szene illegaler Straßenrennen einschleust, mag erzählerisch vertraut wirken, doch sie lebt von ihrer Atmosphäre. Neonlichter, dröhnende Motoren, getunte Imports, der Film saugt den Zuschauer förmlich in diese Subkultur hinein. Besonders gelungen ist dabei der Fokus auf „Familie“ und Loyalität, ein Motiv, das hier noch klein, aber glaubwürdig angelegt wird.
Schauspielerisch überzeugt vor allem Vin Diesel mit einer charismatischen, ruhigen Präsenz, die dem Film emotionales Gewicht verleiht. Paul Walker bringt die nötige Nahbarkeit mit, auch wenn sein Spiel nicht immer die Tiefe erreicht, die das Drehbuch andeutet. Die Actionsequenzen sind handgemacht, roh und spürbar, weit entfernt von den physikalischen Eskapaden späterer Teile, was dem Film heute sogar zugutekommt.
Kritisch betrachtet bleibt die Figurenzeichnung stellenweise oberflächlich, und manche Dialoge sind klar im Stil ihrer Zeit verhaftet. Doch genau das macht auch einen Teil des Charmes aus.
Unterm Strich ist „The Fast and the Furious“ ein rasanter, stilprägender Actionfilm mit Herz, der sein Genre nicht neu erfindet, aber perfekt auf den Punkt bringt. Ein moderner Klassiker des Popcornkinos.