BESSER ALS WICKED JE SEIN KÖNNTE
Dorothy ist 14, lebt in Kansas und wird samt Haus von einem Tornado ins zauberhafte Land Oz geschleudert. Kaum angekommen, erschlägt ihr Haus eine böse Hexe. Um wieder nach Hause zu kommen, soll Dorothy den Zauberer von Oz finden. Auf dem Weg sammelt sie neue Freunde ein, während die böse Hexe des Westens ziemlich angepisst ist, weil ihre Schwester jetzt Flachware ist.
Der Zauberer von Oz geht ca. 100 Minuten und ist ab 0 Jahren freigegeben und ja, der Film funktioniert immer noch.
Natürlich sieht man ihm sein Alter an. Kulissen, matte Hintergründe, Kostüme, bei denen man heute „Theater-AG mit Budget“ sagen würde, aber genau das macht den Charme aus. Wenn man den Kontext der Zeit mitdenkt, ist das hier erstaunlich rund. Die Figuren sind der eigentliche Star. Dorothy ist glaubwürdig, sympathisch und trägt den Film mühelos. Die Vogelscheuche, der Blechmann und der Löwe funktionieren ebenfalls wunderbar, ohne jemals zu nerven.
Die Hexen sind großartig. Die böse Hexe ist ikonisch, bedrohlich und prägt bis heute, wie eine Filmhexe auszusehen hat. Die gute Hexe dagegen ist… nun ja… Plot in Glitzerform. Nett, aber immer genau dann da, wenn das Drehbuch kurz Hilfe braucht.
Musikalisch überrascht der Film positiv.
Die Songs sind klar, verständlich und eingängig und ja, alle singen besser als das, was Wicked teilweise abliefert. Einzige Ausnahme, der Munchkin-Song.
Der Farbwechsel von Kansas (schwarz-weiß) zu Oz (Farbe) ist bis heute ein fantastischer Kniff. Humor ist trocken, manchmal überraschend bissig und der Einfluss des Films ist überall zu spüren, von Popkultur über Musikvideos bis hin zu moderner Animation.
Das Finale ist simpel: Hexe + Wasser = erledigt. Warum zufällig Wasser rumsteht, fragt man besser nicht. Danach gibt’s Heimweg, Moral und den berühmten Satz, der bis heute funktioniert.
Unterm Strich bleibt ein zeitloser Klassiker, der mit Figuren, Ideen und Charme überzeugt. Nicht alles ist perfekt, manches ist sehr seiner Zeit geschuldet, aber genau das macht ihn so sehenswert.
8/10 Punkten. „Nirgends ist es so schön wie zu Hause.“ und Onkel Henry denkt sich währenddessen: "Jetzt zieht sie nie aus.“