Mit „Thunderbolts*“ gelingt dem Marvel Studios-Universum ein erfrischender Ansatz: weg vom reinen Superhelden-Spektakel hin zu einer Geschichte über Antihelden, Schuld, Trauma und Zusammenhalt. Das Ergebnis ist unterhaltsam, gelegentlich überraschend tiefgründig – und zeigt, dass das MCU noch Potenzial für anderes Superheldenkino hat.
Was besonders gut funktioniert:
Die Figuren stehen im Mittelpunkt; insbesondere Yelena Belova (gespielt von Florence Pugh) erhält eine bedeutsame emotionale Reise, in der ihre Vergangenheit und ihr Verlust spürbar sind.
Der Ton ist dunkler und ruhiger als bei vielen anderen MCU-Filmen: Hier geht es nicht nur um spektakuläre Kämpfe, sondern auch um innere Kämpfe.
Die Dynamik im Ensemble aus „Randfiguren“, die kaum mehr in den Rampenlicht-Heldenmodus passen wollen oder können, wirkt frisch. Die Idee, ein Team weniger gefeierter Figuren ins Zentrum zu stellen, zahlt sich aus.
Der Film zeigt Momente, in denen die Stimmung stimmt: klare Action, gute Charakterarbeit und eine Prise Substanz.
Wo Schwächen bleiben:
Der Einstieg schwächelt etwas: Der Anfang mit politischen Konferenzen und Rückblenden wirkt eher typischer MCU-Mechanismus denn originell.
Visuell und dramaturgisch erreicht der Film nicht durchgehend Spitzenwerte: Einige Szenen bleiben stilistisch etwas flach oder vorhersehbar.
Da viele Figuren bereits aus vorherigen Serien oder Filmen bekannt sind, könnte für Zuschauer ohne MCU-Vorwissen einiges an Kontext fehlen.
Fazit:
„Thunderbolts*“ ist kein perfekter Marvel-Film – aber einer der besseren in der jüngeren Ära des MCU. Er zeigt, dass das Franchise bereit ist für andere Schwerpunkte: nicht nur Helden-Mythos, sondern auch verletzliche Menschen in Superheldenkostümen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man ein unterhaltsames, emotionaleres Stück Superheldenkino mit Charakteren, denen man ein Stück mehr Schicksal abnimmt.