Lilian arbeitet als Gefängnispsychologin und begegnet beruflich Menschen mit gewaltvollen Biografien. Nach außen wirkt sie kontrolliert und distanziert, geleitet von Beobachtungsgabe und Intellekt, Emotionen lässt sie kaum an sich heran. Worte sind für sie nebensächlich, Entscheidungen trifft sie präzise und ohne Zögern, häufig in unbewegter Haltung und im Trenchcoat. Der Tod ihres entfremdeten Vaters zwingt sie zur Rückkehr nach Bulgarien. In der Wohnung, die er ihr hinterlässt, übernimmt sie nicht nur sein Eigentum, sondern auch seine Schulden. Dort stößt Lilianauf ein lange unterdrücktes Begehren, das sie durch ein selbst auferlegtes Zölibatsversprechen kontrolliert hat.