Konklave
Durchschnitts-Wertung
4,0
207 Wertungen

21 User-Kritiken

5
0 Kritik
4
8 Kritiken
3
7 Kritiken
2
2 Kritiken
1
1 Kritik
0
3 Kritiken
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
Cursha
Cursha

7.500 Follower 1.067 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 11. Dezember 2024
Nach seinem großen Oscarerfolg mit „Im Westen nichts Neues“ standen die Türen für Edward Berger in Hollywood weit offen. Dabei freut es mich ungemein, dass er nun einen vollkommen anderen Weg einschlägt, im Grunde eine kleinere Geschichte erzählt, aber mit dem selben Gewicht und der selben optischen Opulenz. Mit „Konklave“ adaptiert er den gleichnamigen Roman Robert Harris.
Der Papst ist Tod. Um den Nachfolger zu wählen organisiert Kardinal Lawrence das Konklave. Dort versammeln sich die mächtigsten Kardinäle der Welt und wollen das Amt des Oberhauptes der katholischen Kirche für sich beanspruchen. Doch in all dem haben die einzelnen Männer eine ganze Menge an Leichen im Keller.
Das Thema könnte zunächst etwas tröge wirken, vor allem wenn man selbst wenig mit der Kirche zu tun hat. Doch Berger schafft es aus dem Stoff einen spannenden Politthriller zu machen, der von Beginn an fesselt und bis zum Ende diese Spannung erhält.
„Konklave“ erinnert dabei stark an ein Kammerspiel und ist auch als solches aufgebaut. Figuren stehen häufig in Ecken, tauschen Geheimnisse über Andere aus, leisten Detektivarbeit und versuchen ihre eigenen Standpunkte durchzubringen. Berger schafft es dabei aber unglaublich schöne Bilder zu kreieren, die so oft einen starken Kontrast beinhalten, der sich in Details findet oder auch in den Standpunkten der Figuren. So finden sich in den altmodischen, wenn auch wunderschönen Bauten des Vatikans, die wirken wie aus einer anderen Zeit, Bilder von modernen Kaffeemaschinen, Kardinälen die rauchend im Hof stehen auf Smartphones tippen etc., was eine durchaus komische und surreale Note in die Institution bringt, die leider häufig noch einen gesellschaftlichen Fortschritt verhindert. So musste ich auch immer wieder feststellen, dass die Rieten und Traditionen durchaus spannend sind und faszinierend, aber wirken wie aus einer Subgesellschaft oder einem ausgedachten Kult eines Films.
Berger besticht genau in diesem Punkt. Er deformiert nicht den Glauben, aber die Kirche und ihre Macht. Die meisten Kardinäle sind einzig auf diese aus und würden innerhalb kürzester Zeit sehr viel gesellschaftliche Macht erhalten und damit auch zugleich eine Gefahr für eine Vielzahl Menschen, die nicht den Bildern der altmodischen, katholischen Kirche entsprechen. Themen wie der sexuelle Missbrauch wird immer wieder mal angerissen, aber vor allem sieht man am Beispiel der Schwester Agnes, die hervorragend gespielt wird von der italienischen Größe Isabella Rossellini, welches Bild der Frau die Kirche auch im Jahr 2024 noch hat. Diese dürfen Kochen und die alten Männer bedienen, ansonsten aber still und leise in der Ecke stehen. Auch eine Intoleranz und Homophobie der Kirche wird immer wieder beleuchtet und zu wiederkehrenden Themen im Film. Diese Standpunkte werden besonders durch den sehr konservativen Italiener Tedesco und der sehr liberalen Bellini deutlich.
Berger kritisiert durchgehend die Stellung der Kirche und ihren Machteinfluss. Wie gefährlich diese sein kann und dass sich Milliarden Menschen dem Willen eines Mannes unterwerfen können, dessen Interesse nicht vordergründig der Glaube ist, sondern seine eigenen Stellung und Macht.
All dies würde mit den einzelnen Figuren stehen und Fallen. Mit Ralph Fiennes, der eine Oscarnominierung sicher hat, haben wir Kardinal Lawrence als Ankerpunkt, dem wir gerne Folgen und eine spannende und ambivalente Figur ist, die in tiefer Krise steht. Im Gegenüber Stanley Tucci als Bellini. Auch er spielt den liberalen Kardinal großartig und steht für eine Kirche der Toleranz, wodurch aber noch ein anderer Punkt im Film deutlich wird. Bellini hat ebenfalls eine Krise, diese richtet sich aber in sein Vertrauen in die Kirche. Hier finde ich es super, dass Berger nicht den Glaube an Gott kritisiert, sondern die Institution dahinter, die häufig in seinem Namen grausige Dinge tut. Man kann guten Gewissens an Gott glauben, ohne Fan der Kirche zu sein.
Auch John Lithgow als Widersacher ist ebenso gut besetzt wie die italienische Größe Sergio Castellito, der auch mal wieder den Weg nach Amerika gefunden hat und als extrem konservativer Kardinal eine immense Abneigung auslöst. Isabella Rossellini wurde bereits erwähnt.
Gerade gegen Ende kommen dann noch sehr starke Gespräche und Themen auf. Besonders kurz vorm letzten Konklave findet sich ein sehr starkes Statement eines Kardinals auf einen anderen Kardinal, welches die aktuelle Sicht der Welt gut widerspiegelt und dann auch in ein kontroverses, aber durchaus starkes, wie auch sinnbildlich starkes Finale führt, dass ich genial finde.
Es ist großartig mit anzusehen, dass Berger seinen Trumpf fortführt und einen weiteren Hit abliefert, mit großartigen Bildern, einem fantastischen Score, herausragenden Darstellern, viel Kritik und einen bärenstarken Ende, dass das Bild der Kirche schon konstruiert, aber nie den Glauben selbst angreift.
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 592 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 23. November 2024
Die Papstwahl findet hinter verschlossenen Türen statt, daher sollte man diesen Film nicht als aufwühlenden Blick hinter den Kulissen verstehen. Es ist mehr eine verfilmte Fantasie, was womöglich dort passiert und eben ein interessantes Gedankenexperiment. Hier stoßen politische Gesinnung und andere Hintergründe aufeinander die im Film und vielleicht auch danach zu guten Diskussionen führen. Ansonsten punktet der Film durch einen interessanten Soundtrack und etliche großartige Darsteller.

Fazit: Redseliger Film zwischen diversen Genres mit leichtem Humoreinschub und gutem Schlußtwist!
CineMoenti
CineMoenti

21 Follower 200 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 20. Dezember 2024
Anmerkung. filmstarts-Kritiker Fey scheint im letzten Satz seiner Kritk den Film mit sich selbst zu vergleichen.
Ich kann das immer wieder lesen: es ergibt keinen Sinn.
Davki90
Davki90

49 Follower 340 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 3. März 2025
Ein Kammerspiel im Vatikan. Sehr theatralisch, sehr gut gespielt. Eine Kritik gegen die katholische Kirche, wo Frauen immer noch nichts zu sagen haben. Es ist auch ein Einblick, wie Wahlkämpfe und Wahlen, heute generell funktionieren. Obwohl eigentlich viel nur in Dialogen passiert, ist man doch immer gespannt, wie es weiter gehen könnte. Das Ende, gehört zu den besten, was ich jemals gesehen habe und legt noch einmal einen drauf.
Craftnight405
Craftnight405

5 Follower 138 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 3. Januar 2025
Der Papst ist tot. Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes) soll das Konklave leiten. Das Konklave ist die Wahl des Papstes. Es gibt verschiedenste Kandidaten, verschiedenster Nationalitäten. Doch einige Kandidaten, versuchen mit verschiedensten Mitteln die Wahl zu gewinnen. Und viele haben Leichen im Keller und Kardinal Lawrence versucht diese herauszufinden. Die Frage ist, wer wird Papst.

Edward Berger hat hier Regie geführt. Dieser hatte schon mehrere Oscars bekommen für den Film Im Westen nichts Neues. Hiermit zeigt er, dass er ein guter Regisseur ist. Konklave muss ein Oscar Kandidat werden. Unter anderem die Kostüme, das Drehbuch und Ralph Fiennes muss endlich seinen längst verdienten Oscar bekommen. Man glatt glauben, dass dieser Film eine Doku ist, weil alle überragend spielen, aber vor allem Ralph Fiennes. Der Film ist ein Thriller und ist spannend erzählt. Die Traditionen werden hier gut gezeigt, wie es abläuft, wenn der Papst stirbt. Ebenfalls die traditionelle Kleidung ist hervorzuheben. Konklave lägt sehr auf Dialoge und wer Filme nicht mag, wenn zuviel geredet wird, kann mit dem Film nichts anfangen. Man muss auch nicht gläubig sein, um den Film zu verstehen oder zu mögen. Es wird bestimmt eine bestimmte Gruppe geben, die den Film hassen werden. Dazu zählen Leute die andere Religionen oder Vielfalt nicht tolerieren.

Konklave ist ein sehr guter Thriller der mit guten Dialogen glänzen kann.
Könnte ein Film werden der mindestens 5 Oscarnominierungen bekommen wird.


9/10
Levelgig
Levelgig

9 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 28. November 2024
Ordentlich, aber auch nicht mehr…denn das haben wir alles schon zu oft gesehen. Macht, Korruption, Gier…und dass diese Attribute leider nur zu oft in hohen Rängen anzutreffen sind.

Die Bildsprache ist ordentlich, aber mehr auch wieder nicht. Das Schauspiel ordentlich, aber mehr auch nicht. Die Grundidee ordentlich, mehr aber auch nicht.

Kann man sich sparen, finde ich.
The Dark Knight
The Dark Knight

2 Follower 120 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 12. August 2025
Irgendwie passiert nichts in dem Film. So wird es vermutlich auch im richtigen Leben sein. Das Ende ist doch dann aber wieder lustig
elbomode
elbomode

3 Follower 24 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 6. Mai 2025
Der Papst ist tot – das Konklave tritt zusammen, um einen Nachfolger zu wählen. Aktueller könnte ein Film kaum sein.
Zwar handelt es sich bei der Papstwahl im Film um ein fiktives Szenario, doch gerade im Kontext der realen Ereignisse bietet er eine willkommene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Konklaves zu werfen – oder etwa doch nicht?

Viele Details des Ablaufs wirken durchaus authentisch, doch der Film schafft es nie, so immersiv zu sein, dass man den Eindruck gewinnt, einer echten Papstwahl beizuwohnen. Stattdessen bleibt er ein politisch gefärbter Spannungsfilm – aber ein gelungener. Mit einem hervorragenden Cast und einem klug konstruierten Spannungsbogen weiß er zu überzeugen. Stilistisch punktet der Film besonders durch den durchdachten Einsatz von Sprache, einer interessanten Erzählperspektive und der bewussten Abschottung der Öffentlichkeit, die die hermetische Atmosphäre des Konklaves stimmig einfängt.

+ Spannender Politthriller
+ Starke schauspielerische Leistungen
+ Stilistisch überzeugend
+ Angemessene Filmlänge

– Eher ein klassischer Spielfilm als ein authentischer Einblick
– Für mich persönlich war das Ende zu klischeehaft und unbefriedigend
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 5. Dezember 2024
Der Film hat mich ein wenig enttäuscht, vielleicht weil ich mit zu hohen Erwartungen reingegangen bin.
Konklave bietet einen wohl authentischen Einblick in das Prozedere einer Papstwahl und der Film brilliert mit tollen Bildern. Schauspielerisch überzeugt Ralph Fines in seiner Rolle als Lawrence. Allerdings werden dann doch ein paar Dinge zu viel behandelt, wodurch dem Film der Fokus verlorengeht. Das Intrigenspiel zwischen den Kardinälen wäre Thematik genug gewesen, aber das Ausscheiden der Anwärter und Favoriten wird dann doch ein bisschen wie "Die Reise nach Jerusalem", mit einem nicht ganz glaubwürdigen Happy End.
Trotzdem durchaus sehenswert
JepGambardella
JepGambardella

8 Follower 74 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 24. August 2025
Interessante Ausgangslage und Einblicke hinter die Kulissen einer Konklave. Geschichte ist allerdings in die Länge gezogen, nicht sorgfältig entwickelt und das Ende macht keinen Sinn.
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?