Marie-Line (Louane Emera), eine junge Kellnerin, kämpft sich mühsam durch ihren Alltag. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund verliert sie nicht nur ihren Job, sondern wird auch zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Der zuständige Richter Gilles (Michel Blanc), kurz vor der Pensionierung und in sich gekehrt, sieht in ihr mehr als nur eine Akte. Kurzerhand bietet er ihr an, ihn einen Monat lang als Fahrerin zu begleiten – sein Führerschein wurde ihm kürzlich entzogen. Marie-Line nimmt das Angebot an, ohne zu wissen, wie sehr diese Aufgabe ihr Leben verändern wird. Zwischen der energiegeladenen jungen Frau und dem distanzierten Richter entsteht allmählich eine besondere Verbindung. Durch ihre täglichen Begegnungen kommen sich die beiden näher und beginnen, sich mit den eigenen Lebensbrüchen auseinanderzusetzen. Was als Zweckgemeinschaft beginnt, wird zu einer Begegnung, die neue Wege eröffnet.
Das humorvolle Spiel mit Gegensätzen zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten hat in Frankreich eine lange Tradition. Das gilt fürs Theater – mindestens seit Molière – ebenso wie für den Film. So gehört auch Jean Renoirs ikonische Komödie „Die Spielregel“ von 1939 in diese Reihe. Zu den Highlights der letzten Jahrzehnte zählen sicherlich „Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss“ (1988), natürlich „Ziemlich beste Freunde“ (2011) und vielleicht sogar „Die brillante Mademoiselle Neïla“ (2017), der unter dem Titel „Contra“ von Sönke Wortmann als deutsche Version neu aufgelegt wurde. Das Strickmuster ist dabei immer dasselbe: Sehr unterschiedliche Menschen aus verschiedenen sozialen Klassen begegnen sich möglichst unerwartet und nähern sich langsam an, bis sie schließlich erkennen, dass (Achtung, wichtige Erkenntnis der Französischen Revolution, die aber gern mal vergessen wird!) tat