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Sebastian Schlicht7
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3,5
Veröffentlicht am 24. September 2025
Erfrischend unaufgeregt und mit einer tollen Cher!
Basierend auf dem Roman „Mermaids“ von Patty Dan, verfilmte Richard Benjamin den Stoff 1990 unter dem kitschigen Titel „Meerjungfrauen küssen besser“. Bei einem solchen Titel erwartet man eine dementsprechende Romanze ohne viel Anspruch. Doch ich hätte nicht gedacht, dass das Endergebnis nicht nur sehr unterhaltsam werden würde, sondern auch Chers schauspielerisches Können zeigt.
1963: Rachel Flax und ihre beiden Töchter ziehen von einem Ort zum anderen, weil das Leben immer wieder Enttäuschungen mit sich bringt. Der Vater ist schnell wieder abgehauen und die ältere Tochter hat sich an den christlichen Glauben verloren. Doch in der aktuellen Kleinstadt Eastport scheint die Familie neue Hoffnung zu schöpfen…
Das Buch erschien 1986 und lieferte für die Zeit eine recht feministische und moderne Sicht auf diese kleine, verrückte Familie. Auch der Film schafft diesen aufgeklärten Ansatz und es ist wirklich erfrischend, dass viele der Figuren so natürlich und frei von vielen Klischees agieren. Das Paradebeispiel ist Rachel, als selbstbewusste, aber auch rustikale Mutter. Sie ist ohne Zweifel die beste Figur im Ganzen und obendrein wird sie erstaunlich gut von Cher gespielt, der ich diese Bandbreite gar nicht zugetraut hätte. Sich hab ihr die besorgte und rational, agierende Mutter zu jeder Sekunde abgekauft! Auch ihre Beziehung im Film, der gutmütige Lou, ist größtenteils sehr bodenständig und sympathisch dargestellt. Dieser wird ebenfalls toll verkörpert vom leider verstorbenen Bob Hoskins.
Die Story ist dabei oftmals sehr unaufgeregt und erzählt eine simple Geschichte über eine kleine, aber kraftvolle Familie, die ihren Weg in der Welt finden will und dabei immer wieder auf Hindernisse stößt. Das größte Drama bringt die älteste Tochter Charlotte mit. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Gott und der jungen Liebe. Eigentlich eine solide Entwicklung für diese Figur, die nicht selten die Position der Protagonistin annimmt. Leider ist dieser Teil der Geschichte nicht immer so kraftvoll erzählt und wirkt immer mal etwas zu forciert. Hier kommt der erwartete Kitsch in den Film und hätte gut und gern deutlich subtiler angegangen werden können, nicht zuletzt, weil Wynona Ryder nicht immer die beste Leistung zeigen kann… Dafür ist die noch sehr kleine Christina Ricci sehr unterhaltsam in ihren kurzen Momenten.
Visuell ist der Film unaufgeregt, aber solide gefilmt mit einer hübschen Auswahl an passenden und zeitgenössischen Songs aus der Zeit.
Fazit: „Meerjungfrauen küssen besser“ ist ein schönes und teilweise sehr Klischee-freies Werk, welches solide zwischen Romantik und Drama wechselt. Noch dazu ist es ein toller Film, den man zwischen Halloween und Weihnachten schauen kann. Das Highlight ist für mich aber Cher in einer wirklich tollen Performance!
Wer emotionalen Kindesmissbrauch gerne sieht, wird diesen Film mögen.
Eine abgenudelte, kettenrauchende, trinkende, egoistische, alternde Narzisstin zieht mit Ihren zwei Kindern von zwei unterschiedlichen Vätern quer durch Amerika. Sie zieht jedes Mal um, wenn der jeweilige verheiratete Mann, mit dem sie eine Affäre hat, etwas macht, was sie nicht will. Dann packt sie die armen Kinder und schleppt sie irgendwo - willkürlich auf der Karte ausgewählten Ort - hin und die Kids müssen dort nochmal neu anfangen und in einer neuen Schule beginnen, neue Freunde finden, etc.
Alles dreht sich um den Egoismus dieser Frau. Ein Dialog gibt Aufschluss: ein verheirateter Mann, mit dem sie eine Affäre hat, fragt sie was sie macht, wenn sie älter wird, und sie sagt, sie wird nicht älter, sie läuft einfach davon. Dann steckt sie noch der ersten Liebe Ihrer Tochter, einem 15 Jahre jüngeren Mann, die Zunge in den Hals, da sie das lustig findet.
Das jüngere Kind stirbt sogar beinahe, aufgrund der Vernachlässigung der Mutter, die lieber auf eine Party mit einem verheirateten Mann geht, als auf Ihr Kind zu achten. Die narzisstische Mutter versucht, die Straftat der älteren, noch minderjährigen, 15 Jahre alten Tochter anzuhängen. Rechtlich ist es die vernachlässigte Aufsichtspflicht der Mutter, die beinahe zum Tod des kleinen Kindes geführt hätte.
Also kurz gesagt: ein Film, den man sich ansieht, wenn man keine narzisstische Mutter hat, um sich zu freuen, dass die eigene Mama kein so großes A" ist. Oder um zu sehen, dass andere Mütter auch schrecklich sind. Oder um zu sehen, dass man solche Kinder zur Adoption freigeben sollte, statt sie bei so einer Mutter zu lassen.
Kurze Frage: wo ist das Jugendamt in dem Film? Das gabs ja auch schon in den 60ern in den USA.
Für alle psychisch gesunden Menschen da draußen: lasst es sein. Dieser Film kann weder inhaltlich noch schauspielerisch was.