Amrum
Durchschnitts-Wertung
3,6
50 Wertungen

12 User-Kritiken

5
5 Kritiken
4
3 Kritiken
3
2 Kritiken
2
1 Kritik
1
1 Kritik
0
0 Kritik
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 590 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 5. April 2026
Das muß ein Film erst mal schaffen: es gibt eine bewegende und ultraspannende Sequenz, bei der es nur darum geht, ein Glas mit Zucker durchs Meer zu transportieren, ebenso hat es fast tödliche Konsequenzen, als es um eine Schale Butter geht.. Grundsätzlich mag das Thema banal erscheinen, bewirkt aber maximale Anteilnahme: ein kleiner junge will kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs für seine Mutter ein Weißbrot mit Butter und Honig organisieren. Dies führt zu einer langen Reise voller Probleme und emotionalen Tiefpunkten, die der Film in gerade mal 90 Minuten kurzweilig und doch dramatisch abhandelt.

Fazit: Bitter, aber emotional und mitreißend!
Lemmiblog
Lemmiblog

2 Follower 115 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 16. März 2026
PASS AUF WAS DU VORM LÜTTEN SAGST

Das Ende des Zweiten Weltkriegs steht bevor, doch Nannings Mutter hält weiter eisern am Führer fest. Als dessen Tod verkündet wird, bringt sie ihr viertes Kind zur Welt und fällt in eine Depression. Plötzlich will sie nur noch eines essen, Toast mit Butter und Honig. Blöd nur, dass es auf Amrum nichts mehr davon gibt. Also macht sich Nanning selbst auf und bringt sich dabei mehr als einmal in Gefahr, nur um seiner Mutter zu helfen.

Amrum geht ca. 90 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier ein Kriegsdrama über eine Familie, die nicht nur durch den Krieg gespalten ist, sondern ein ganzer Ort sich die Frage stellt, wer ein „echter“ Amrumer ist und wer nicht.
Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt. Im Mittelpunkt steht der kleine Nanning, der versucht zu verstehen, wie die Welt um ihn herum funktioniert. Klassisches Coming-of-Age, nur eben mitten im Chaos der letzten Kriegstage. Dabei lernt er schnell man muss aufpassen, was man sagt, manche Entscheidungen haben Konsequenzen und manchmal muss man kämpfen für das, was einem wichtig ist.
Für nebenbei taugt der Film nichts, weil man häufig zwischen Hochdeutsch und Amrumer Platt wechselt, was teilweise klingt wie holländisch in verständlich. Zum anderen, weil der Film zwar ruhig aussieht, aber auch ziemlich drastisch sein kann. Da werden Hasen ausgenommen oder Nanning gibt seinem kleinen Bruder eine Vernunftschelle.
Das Finale ist ein echter Schlag in die Magengrube. Jasper Billerbeck als Nanning spielt diesen Moment großartig, in seinem Gesicht sieht man förmlich den kompletten „Was zur Hölle passiert hier gerade?“-Moment.
Unterm Strich ein ruhiges, aber starkes Drama mit guten Figuren, einer bodenständigen Geschichte und einem Blick auf das Erwachsenwerden in einer Welt, die gerade komplett auseinanderfällt. Der kurze Auftritt von Matthias Schweighöfer wirkt allerdings eher wie ein kurzes „Hallo Kamera“ als echtes Schauspiel, hätte man sich sparen können.

7/10 Punkten. Niemand mag Petzen, noch weniger Denunzianten. Wenn es ihnen aber genau deshalb plötzlich schlechter geht, kann man sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
Michael Mommsen
Michael Mommsen

2 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 21. Februar 2026
Man sagt ja immer, das Leben schreibe die besten Geschichten — und genau so hat sich dieser Film für mich angefühlt.

Hark Bohm hatte ich ehrlich gesagt gar nicht mehr auf dem Radar, obwohl er ein echtes Hamburger Urgestein ist und eine Regisseurlegende. „Nordsee ist Mordsee“ werde ich nie vergessen. Ich habe ihn damals im Schulunterricht gesehen — ohne zu ahnen, wie intensiv und erschütternd Bohms eigene Kindheit war, gerade auf Amrum.

Und da kippt es bei mir ins Persönliche: Amrum ist für mich kein bloßer Ort. Ich bin dort mit meiner Mutter 1967 gestrandet. Ich war seitdem nie wieder dort — und trotzdem reicht allein der Gedanke an diesen Film, um etwas in mir anzuschalten. Keine kitschige Nostalgie, eher so ein körperliches Erinnern: Weißbrot mit Butter und Honig, diese norddeutsche Luft, diese eigenartige Mischung aus Weite und Enge, die man als Kind nicht benennen kann — aber nie vergisst.

Die schauspielerischen Leistungen sind unfassbar. Roh, glaubwürdig, ohne jede Pose. Und Jasper Billerbeck — da bin ich mir sicher — wird seinen Weg machen. Da ist etwas Seltenes: Präsenz, Wahrheit, Verletzlichkeit, die nicht gespielt wirkt.

Beeindruckend ist auch, wie Fatih Akin Landschaft und Mentalität der Friesen einfängt — nicht geschniegelt, nicht romantisiert, sondern mit Respekt und Klarheit. Und dass er sich nicht zu schade war, Amrumer Frasch in die Dialoge zu holen, ist mehr als ein Detail: Es gibt dem Ort seine Stimme zurück.

Dieser Film hat eine fast „unfair“ dichte Atmosphäre. Wenn du in Norddeutschland groß geworden bist, ist das kein Film, den man einfach nur schaut — es ist ein Film, in dem man sich wiedererkennt. Er reproduziert nicht nur Bilder, sondern Zustände: das Schweigen, die Blicke, das Ungesagte, das einen als Kind geprägt hat, ohne dass man es merkt. Deshalb kann ich nur 10 Sterne geben.

Und dann ist da noch dieser faszinierende Spagat: Ausgerechnet Fatih — ein Hamburger Deutschtürke — schafft die notwendige Distanz, damit Deutsche mal von außen auf ihre eigene Geschichte schauen können. Das hat etwas von diesem Effekt, den man auch bei Spielbergs „Schindlers Liste“ spürt: Manchmal braucht es einen Blick von außen, um das Innere wirklich sichtbar zu machen.

Für mich ist das der beste Film, den Fatih Akin bisher gemacht hat. Großartig, berührend, brutal ehrlich.

Und wenn es stimmt, dass Hark Bohm den Film noch gesehen hat und einen Monat später gestorben ist — dann wirkt das wie ein leiser Abschied. Ein Vermächtnis. Und eines, das bleibt.
Jacob v. Borstel
Jacob v. Borstel

2 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 31. Januar 2026
Ein ruhiger, realistischer Film um die Questreihe eines Jungen auf Amrum zeigt und dabei unverblümt zeigt, wie Deutschland am Ende des Krieges zerfiel und wo die Loyalitäten der Bewohner der Insel liegen.
White Tiger
White Tiger

1 Follower 48 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 23. November 2025
Ein Film in dem Fatih Akin der Regisseur ist und Detlev Buck mitspielt- das kann nichts schiefgehen!
Tatsächlich ist es eine ganz wunderbarer intensive Story und Lara Tonke als fanatisch überzeugte Nazimutter. Mann möchte schreien, wenn sie ihr Neugeborenes ungerührt schreien lässt und überzeugt davon ist, das es die die Lungen stärkt.
Schwarze Pädagogik der Nazizeit.
Ein Film der im Gedächtnis bleibt!
Lena
Lena

4 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 11. November 2025
Endlich mal wieder ein historischer Film bei dem ich nicht das Gefühl hatte, dass sich Gegenwartsmenschen ein paar Kostüme angezogen haben und Vergangenheit spielen. Die Geschichte und Figuren haben mich sofort überzeugt und gefesselt, das Erzähltempo passte zu den Bildern und es gab keine überflüssige Sekunde in dem Film. Bravo Fatih Akin!
Mathias
Mathias

7 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 27. Oktober 2025
Ein sehr anrührender Film, der durch seine sensible Charakterzeichnung besticht und das Leben in herber Natur und gleichzeitig schlimmer politischer Lage - welche sich aber bald zum besseren wendet - beschreibt. Ein Meisterwerk des Regisseurs.
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 512 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 25. Oktober 2025
"Amrum" von Fatih Akın ist ein berührendes Drama, das vom Ende des zweiten Weltkriegs erzählt, und wie es sich fernab von den Städten auf die Bewohner der Nordseeinsel ausgewirkt hat. Die meisten Insulaner sind den Krieg leid und wollen auch mit dem Nationalsozialismus nichts mehr zu tun haben. Doch die Familie von Nanning, dem zwölfjährigen Jungen, der im Mittelpunkt der Handlung steht, ist da anders. Die Mutter ist überzeugte Nationalsozialistin und denunziert alle, die sie für "Volksverräter" hält. Ihre Familie ist schon seit zig Generationen auf Amrum - doch mit ihrem Mann und den Kindern hatten sie in Hamburg gelebt. Sie konnten dort nicht bleiben und sind auf die Insel ins alte Haus der Familie der Mutter gezogen. Der Junge möchte einfach nur dazugehören, doch als Festländer und mit der Nazi-Familie hat er dabei Schwierigkeiten. Als seine Mutter, ihr viertes Kind zur Welt bringt, verfällt sie in eine Depression und will nichts mehr essen - außer ein Weißbrot mit Butter und Honig. Nanning macht es daraufhin zu seiner Mission, die Zutaten dafür zu besorgen.

Die Schauspieler sind großartig und die Stimmung auf der Insel hat Fatih Akın sehr gut eingefangen. Auch, wie der Krieg und der Nationalsozialismus auf Amrum gleichzeitig präsent und fern ist, kommt gut rüber.

Fazit: Keine leichte Kost, aber lohnt sich!
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 22. Oktober 2025
Die Geschichte bleibt ohne richtige Tiefe. Die Konflikte überzeugen nicht wirklich und bleiben eher oberflächlich. Das Amrum eine schöne Insel ist, wusste man auch schon, aber der Film will ja wohl deutlich mehr, schafft es aber leider nicht.
Rob T.
Rob T.

7 Follower 359 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 13. Oktober 2025
1945 auf Amrum. Der Zweite Weltkrieg ist fast zu Ende, auch wenn man vom Krieg selbst wenig merkt.
Nanning (Jasper Billerbeck) ist 12. Seine Familie lebt noch nicht lange auf Amrum. Seine Familie wurde in Hamburg ausgebombt, und sie musste nach Amrum fliehen. Der Vater, ein ranghoher Nazi, ist in Gefangenschaft.
Der Junge muss helfen, die Familie zu ernähren. Er muss arbeiten und Einkäufe erledigen, wenn es denn etwas zu kaufen gibt.
Seine Mutter Hille (Laura Tinke) ist auch überzeugte Nationalsozialistin. Als die Nachricht kommt, dass Adolf Hitler gefallen sei, fällt sie in eine tiefe Depression.
Auf Nanne liegt nun eine große Verantwortung, und vor allem will er seiner Mutter eine Freude machen. Sie sagte mal, sie freue sich über ein Weißbrot mit Butter und Honig. Gibt es aber leider nicht, aber Nanne tut nun alles dafür, die Zutaten dafür zu bekommen.

"Amrum" beruht auf den Kindheitserinnerungen des Regisseurs, Drehbuchautors und Schauspielers Hark Bohm. Er ist inzwischen 86, und er hatte nicht mehr genug Kraft, diesen Film zu drehen. Es war sein Wunsch, dass Fatih Akin das für ihn übernimmt. So kam es dann auch. Zu sehen ist „Ein Hark Bohm Film von Fatih Akin“.
Herausgekommen ist ein sehr sehenswerter Film, der von der ersten bis letzten Minute packt. Und er fasziniert auf verschiedenen Ebenen.
Wie die Insel Amrum und das Leben im Jahr 1945 in diesem Film in Szene gesetzt wird, ist großartig. In historischen Filmen ist es oft so, dass man immer das Gefühl hat, in Kulissen und mit Verkleidungen zu arbeiten. Das ist hier anders - man taucht ein in diesen Kosmos, und man kann sich gut in die damalige Zeit einfühlen. Dazu die präzisen Inselaufnahmen: Vögel, Insekten, das Watt, Strände, Wiesen und Felder.
Die Geschichte, wie der 12-Jährige alles daran setzt, seine Mutter glücklich zu machen, ist rührend. Oft ohne Worte spricht das Gesicht des Jungen Bände. Dabei unterdrückt er oft seine eigenen Gefühle, die brechen nur selten durch. Er ist selbstlos, hilft sogar Menschen, die ihm Böses wollten. Jasper Billerbeck legt in diesem Film eine gerade hervorragende Leistung hin. Es gibt einen Moment, wo der Junge mit Blicken einem das Herz brechen lässt, weil da so viele Gefühle gezeigt werden, ohne dass er was sagen muss.
In Nebenrollen sind Detlev Buck, Diane Kruger und Matthias Schweighöfer zu sehen.
Geschichten über die Kriegszeit wurden viel erzählt. Hier sehen wir die Armut der damaligen Zeit ganz konkret - es gibt so gut we nichts, und um das Weniger muss man kämpfen.
"Amrum" ist ein Film, der ganz leise daher kommt und umso eindrucksvoller ist.
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme