Manche Filme sind einfach einzigartig und finden in ihrem Genre keine Vergleichsmöglichkeit. Dies gilt auch für „Hundreds Of Beavers“! Einem der witzigsten Filme, die ich je gesehen hab, der so eigen ist und voller kreativer Ideen, das es eine Schande ist, das der Film erst so spät nach Europa gekommen ist und auch in Kinos wieder kaum bis gar nicht gezeigt wird, weil man wieder Platz für den Hollywoodmüll brauch, der die Lichtspielhäuser verpestet.
Dabei ist „Hundreds Of Beavers“ ein herrlich absurdes, aus der Zeit gefallenes (Fast)-Meisterwerk.
Der Film handelt von Jean Kayak, der mit Apfelschnaps handelt, doch als seine Farm in Luft aufgeht muss er sich in Mitten der Eiseskälte als Jäger von diversen Tieren sein Brot verdienen und bekommt es dabei mit unzähligen Bibern zu tun.
„Hundreds Of Beavers“ beginnt bereits in jeder Pore extrem ungewöhnlich und besitzt durch seinen visuellen Stil schnell einen trashigen Charakter, der sich aber schnell als größte Stärke offenbart. Der schwarz/weiß Look, mit körnigem Bild und 4:3 Format erzeugt schnell den Eindruck als schaue man einen Film einer längst vergangenen Epoche. Dass der Film zudem ein Stummfilm ist und niemand im Film, auch nicht die Menschen, nur ein Wort wechseln, gibt ebenfalls das Gefühl alte Stummfilme zu schauen, auch wenn der Ton durchaus vorhanden ist. Einzig Dialoge sind abwesend. Dabei ist die Geräuschkulisse um so beeindruckender, ebenso die extrem theatralische Musik, die das Gesehene exzellent untermalt.
Regisseur Mike Cheslik beweist dabei großes Geschick und schafft es zeitgleich den visuellen Stil mit der Dramaturgie eines Videospiels zu paaren, in welchem er immer wieder Gameelemente in den Film einfließen lässt und diese auch elementarer Bestandteil der Handlung sind, wenn Jean beim „Questgeber“ sich verschiedene Items für die Jagd freischalten kann und damit neue Gewinne erzielen kann.
Der Slapstick Humor funktioniert dabei hervorragend und wird durch Ryland Brickson Cole Tews großartigem Spiel hervorragend getragen.
Ebenfalls großer Pluspunkt werden, die im Titel schon steckenden Biber und sämtliche Tiere in dem Film. Diese sind nämlich offensichtlich Menschen in billigen Kostümen, die jede Illusion brechen. Hasen, Biber, Wölfe und Waschbären sind Menschen in Kostüme, ein Pferd besteht aus zwei Schauspielern, ein Vogel ist offensichtlich aus Papier zusammengebastelt. Alles wirkt so absurd und drüber, dass es zu einem hervorragenden Werkzeug wird, dass den Humor des Film weiter unterstützt.
Cheslik erzeugt damit zwar zunächst eine trashige Note, doch ist dies bewusst erzeugt und man erkennt in jedem Moment die Hingabe und Leidenschaft, die in das Projekt geflossen ist und dass es eben auch mit geringen Mitteln möglich ist perfekt zu unterhalten und bessere Filme abzuliefern, wie beispielsweise Disney oder Marvel.
Kurz: „Hundreds Of Beavers“ ist ein positiver Fiebertraum, der visuell beeindruckend ist, hervorragenden Humor besitzt und voller grotesker Ideen ist. Unvergleichlich mit anderen Werken schafft es Cheslik Leidenschaft und Kreativität zu vereinen und außergewöhnliches Kino zu erzeugen, dass in jedem Moment sehenswert ist und man auch kurze Längen gerne verzeiht, da solche Filme leider kaum mehr vorhanden sind und ein größeres Publikum finden.